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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 21:19 Uhr

Grüne setzen den Rotstift an

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Fraktionsgespräch Stadt soll auf westliche Anbindung an die Parkstadt Eggerstedt verzichten

Im Pinneberger Schrebergarten von Manfred Stache, dem stellvertretenden Vorsitzenden der Fraktion Grüne und Unabhängige, dürfen die Pflanzen nach Herzenslust wachsen. Ein bunter Wildgarten mit den unterschiedlichsten Gewächsen. Bienen summen. Inmitten der Oase steht ein großes Insektenhotel. Fraktionsgespräch mit unserer Zeitung: Grünen-Chef Joachim Dreher, Ann-Katrin Tranziska und Angela Klecz sind gekommen. Es gibt Kaffee aus kontrolliert biologischem Anbau – Politik und Handeln im Einklang.

„Themen, die für andere Fraktionen und für die Verwaltung nur Randthemen sind, sind für uns Zukunftsprojekte“, sagt Stache. Er meint damit das bereits extern ausgearbeitete Grünflächenkonzept, das der Politik vorliegt. „Es ist eine Herzensangelegenheit“, sagt Dreher.

Zu den vordringlichen Maßnahmen gehören ein fachgerechter Gehölzschnitt, die Entwicklung von Blühwiesen und die Beseitigung von wilden Gehölzsämlingen in angelegten Pflanzungen. Doch die Grünen bleiben realistisch: Bei der Vorstellung im Ausschuss sei deutlich geworden, dass es am Geld und am Personal scheitern könnte.

Warum? Der Kommunale Servicebetrieb müsste künftig bei gleicher Personaldecke zusätzliche öffentliche Grünflächen in der Parkstadt Eggerstedt pflegen. Deswegen kann das Grünflächenkonzept „ohne die Beteiligung der Bürger nicht stattfinden“, betont Dreher. Auch Urban-Gardening, die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten, ist ein Thema.

Ebenso für mehr Radwege in Pinneberg wollen sich die Grünen einsetzen. Ihre Bilanz ist allerdings niederschmetternd: In den vergangenen Jahren seien zwar mehrere Radwegkonzepte aufgestellt, aber so gut wie nie umgesetzt worden. Es gebe viele Velorouten durch Pinneberg, die niemand kenne. Deswegen fordern die Grünen eine breit angelegte Aufklärungskampagne, die nicht viel kosten würde.

Das Haushaltsloch in Pinneberg – auch darüber haben sich die Grünen Gedanken gemacht: „Die Westumgehung ist nicht mehr zu verhindern, wir hoffen, dass sie nicht zu teuer wird“, sagt Stache. Sparen könne Pinneberg dennoch: Mit dem Verzicht auf die westliche Anbindung an die Parkstadt (eine Million Euro) sowie die teure Umgestaltung des Drosteiparks (500  000 Euro), wovon zwei Drittel vom Land übernommen werden, und die Einstellung der Planungen zum Rehmenfeld (300  000 Euro).

Für Pinneberg sei es allerdings kaum möglich, den Schuldenberg abzutragen. Als eine Lösung schlägt die Fraktion vor, gemeinsam mit anderen Kommunen die Steuerpolitik von Bund und Land zu beeinflussen.

Großprojekte wie die Parkstadt Eggerstedt, die Hinterlandbebauung sowie die Wohnbaupolitik von CDU und SPD in Pinneberg sorgten für weiteres Bevölkerungswachstum und stellten Schulen und Kindergärten vor Herausforderungen. „Wir müssen uns einen Überblick verschaffen. Die Schulen und Kindergärten werden aus allen Nähten platzen“, sagt Ann-Katrin Tranziska. Deswegen fordern die Grünen eine Diskussion und Evaluation des veralteten Stadtentwicklungskonzepts und der strategischen Ziele. Auch ein Schul- und Sportstättensanierungsplan müsse nicht nur schnellstmöglich umgesetzt werden, es gelte schon jetzt, Schulen, Sportplätze und Kitas auf die voraussehbaren Anforderungen vorzubereiten, so Stache.

Vielleicht kommt dann auch Bewegung in die Schulbausanierung. „Es wird gemacht, was anliegt, aber nicht mehr geplant“, so Tranziskas Fazit.

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erstellt am 27.Aug.2016 | 16:28 Uhr

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