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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 23:19 Uhr

1089 Fahrzeuge : Großkontrolle im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Einsatz fand im Rahmen des Konzeptes zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchsdiebstähle (WED-Konzept) statt.

Kreis Pinneberg | Die Bekämpfung von Einbrüchen ist seit Jahren Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit im Bereich der Polizeidirektion Bad Segeberg, verantwortlich für die Kreise Pinneberg und Segeberg. An den vergangenen zwei Tagen hat die Polizei deshalb im Hamburger Rand, konkret im Revierbereich Rellingen (von Bönningstedt bis Schenefeld) einen wohl für alle Bürger deutlich sichtbaren Kontrolleinsatz mit jeweils rund 100 Einsatzkräften in Uniform und in zivil durchgeführt. Der Einsatz fand im Rahmen des Konzeptes zur Bekämpfung der Wohnungseinbruchsdiebstähle (WED-Konzept) statt. Die Beamten haben dabei 1089 Fahrzeuge kontrolliert. Zeitgleich abgestimmt hat es auf Hamburger Seite Kontrollen der Hamburger Polizei gegeben.

Ziel des zweitägigen Großeinsatzes war es, möglichst viele Personen in Fahrzeugen auf den Ein-und Ausfallstraßen, aber auch an Bahnhöfen, Busknotenpunkten und in den betroffenen Wohngebieten zu kontrollieren, um potenzielle Täter zu identifizieren oder gar festzunehmen und eine deutliche Polizeipräsenz zu zeigen. Eingesetzt waren zivile WED-Kräfte, Kräfte des Zivilen Streifenkommandos und der Diensthundestaffel der Polizeidirektion, uniformierte Kontrollbeamte aus dem gesamten Direktionsbereich sowie vier Gruppen der Eutiner Einsatzhundertschaft. Neben vielen mobilen Kontrollteams, die aus dem fließenden Verkehr heraus agierten, gab es an insgesamt zehn verschiedenen Punkten an den Ein-und Ausfallstraßen von und nach Hamburg stationäre Kontrollstellen. Dort sichteten die Kräfte der Einsatzhunderschaft den gesamten Verkehr. Das waren tausende Autofahrer. Die interessanten darunter lotste ein Kontrollposten in die Kontrollstelle, wo die Teams sie der näheren Kontrolle unterzogen. Anhand dieser will die Polizei Erkenntnisse über potentielle Täter, Täterstrukturen und ihre Bewegungen sammeln. Es gab unter den Kontrollierten solche, die polizeilich schon bekanntwaren wegen verschiedenster, teils schwerwiegender Delikte, darunter auch neun, die konkret im Bereich Diebstahlskriminalität schon aktiv waren. Diese gewonnenen Informationen fließen ein in die landesweite und auch länderübergreifende Lagebewertung.

Der Hamburger Rand, damit der Revierbereich Rellingen, ist jedes Jahr stark von Einbruchskriminalität betroffen. Momentan gibt es noch
eine deutliche Steigerung, teils von 100 Prozent. In der Woche vor den jetzt durchgeführten Kontrollen gab es allein in den Gemeinden Rellingen, Halstenbek und Schenefeld insgesamt 15 Taten, täglich also mehr als zwei.

Im Einzelnen: Nach dem Fund einer geringen Menge Betäubungsmittel kam es am frühen Mittwochabend zur vorläufigen Festnahme von drei Jugendlichen am S-Bahnhof Krupunder. Auf Hamburger Seite gab es kurz darauf eine Festnahme eines Chilenen, der mit Einbruchswerkzeug angetroffen wurde. Am Halstenbeker S-Bahnhof wollte ein Mann sich nicht ausweisen und leistete Widerstand. Dem Beschuldigten wurde eine Blutprobe entnommen, weil er alkoholisiert war.

In Tangstedt bündelten sich für einen kurzen Zeitraum die Fahndungskräfte nach einer Alarmauslösung, der aber letztlich kein Einbruch zugrunde lag. Zur gleichen Zeit war in  Schenefeld ein Fahrzeug besetzt mit drei Männern aus dem Kosovo der näheren Kontrolle unterzogen worden. Unter ihnen ein 23-Jähriger, der sich jetzt wegen illegalen Aufenthaltes und Urkundenfälschung verantworten muss. Die Beamten identifizierten seinen vorgezeigten Ausweis mit falschem Namen als Totalfälschung. In Bönningstedt war ein Rumäne kurzzeitig in das Visier der Fahndungskräfte geraten und in Ellerbek waren die Aktivitäten zweier rumänischer Frauen verdächtig aufgefallen. Zudem gab es drei Anzeigen wegen Fahrens ohne Fahrerlaubnis. Letztlich gab es aber nicht eine Situation, an der Einbrecher am Werk oder auf der Flucht waren. Dafür wäre die Polizei heute besonders gut aufgestellt und taktisch vorbereitet gewesen. In keinem der Fahrzeuge konnte Diebesgut festgestellt werden.

HINTERGRUND Das WED-Konzept

Das WED-Konzept der Polizeidirektion Bad Segeberg ist eingebunden in das landesweite Konzept zur Bekämpfung der Einbruchskriminalität in Schleswig-Holstein. Es beinhaltet nicht nur die Zusammenarbeit mit anderen Behörden im Land, sondern auch mit anderen Bundesländern. Gemeinsame Kontrollen mit Hamburg, ständiger Informationsaustausch und sofortige Unterstützung bei Fahndungen nach Einbrüchen gehören zum Konzept. Jedes Jahr konzentriert die Polizeidirektion Bad Segeberg in einem Schwerpunkteinsatz zur Herbst-Wintersaison die Kräfte. Allem voran geht es um die Intensivierung der polizeilichen Präsenz auf der Straße. Jedes Polizeirevier in den Kreisen Pinneberg und Segeberg bringt dafür extra zweckgebundenes, also von anderen Aufgaben befreites Personal lageangepasst direkt an die tatrelevanten Orte. Jeden Tag sind diese Beamten mit der Zielrichtung „Einbrecher“ in den Wohngebieten unterwegs, um Personen und Fahrzeuge zu kontrollieren und Täter festzunehmen. Die Bürger nehmen diese Präsenz nicht so wahr, wie die gestern und heute gezeigte, denn es wird vorrangig zivile Polizeiarbeit geleistet. Die Polizeidirektion lädt zudem regelmäßig zu Einbruchsschutzveranstaltungen ein. Dort erfahren die Bürger, was sie tun können, um ihr Haus sicherer zu machen und auch, dass es zwingend geboten ist, schon bei der kleinsten verdächtigen Feststellung die Polizei über die 110 zu rufen. Bürger und Polizei müssen hier zusammenarbeiten, um den steigenden Einbruchszahlen im Land wirksam entgegentreten zu können. Für Rellingen und Umland ist eine solche Veranstaltung schon in Planung.

 
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erstellt am 28.Jan.2016 | 12:00 Uhr

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