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Neueröffnung : „Goldschatz im Dornröschenschlaf“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Nach der Insolvenz des Peiner Hofes plant der neue Pächter Patrick Diehr eine radikale Veränderung des Restaurants.

Pinneberg | Noch sitzt Patrick Diehr auf der Baustelle. Der Betrieb des Peiner Hofs, ehemaliger Landgasthof auf der gleichnamigen Golfanlage in Prisdorf, wurde im Innern inzwischen in ein chaotisches Renovierungsszenario verwandelt.

In einem provisorischen Tagungszimmer mit sich ablösender Tapete sitzt der neue Pächter Patrick Diehr und schäumt förmlich über vor Begeisterung: „Ich stecke meine ganze Liebe hier gerade rein, und das wird einfach einzigartig“, kündigt er an. Trotz des Sterbens zahlreicher Landgasthöfe in den vergangenen Jahren, scheint Diehr keine Zweifel zu haben, hier lohnend zu investieren.

Eine halbe Million Euro stecken der Pächter und Verpächter zusammen in die Anlage. „Die klassischen Landgasthöfe haben oftmals die Zeit verpasst, indem sie schleichende Umsatzeinbußen in Kauf genommen haben“, begründet er die Entwicklung. Im Peiner Hof sei in den letzten Jahren viel zu wenig investiert worden, obwohl die Anlage unerschöpfliche Möglichkeiten böte, so Diehr: „Das hier ist ein Goldschatz im Dornröschenschlaf.“

Das küsst er nun wach: Die alten Kronleuchter liegen schon auf der Erde, überall stehen und liegen alte Möbel herum, dazwischen Prospekte für neue Einrichtungsgegenstände im „Landhausdesign mit Industrie-Loft–Style“, wie Diehr beschreibt. Mit dem klassischen Landgasthof hat sein Konzept wenig zu tun. „Es soll nicht nur ein Restaurant werden, sondern eine Begegnungsstätte, ein Ausflugsziel“, beschreibt er das Vorhaben. „Hier sollen sich Berufstätige aufhalten können. Es soll auch einfach ein Bier oder ein Kaffee getrunken werden und Familien können die Grünflächen nutzen, den See genießen und sich an den 300 Jahre alten Eichen freuen.“

Auch Veranstaltungen seien geplant, die den Ausflugscharakter unterstützen: Kartoffelfest, Open-Air- Kino, Weihnachtsmarkt und Oltimertreffen an den Wochenenden sollen stattfinden. „Das muss hier mit Leben gefüllt werden“, findet Diehr. Im Zentrum stünde aber weiter das Essen. Aus einer Gastronomenfamilie stammend, leitet Diehr als gelernter Koch und Küchenmeister bereits seit zehn Jahren das Eventcatering-Unternehmen „Kochfabrik“: „Die Gastronomie habe ich mit der Muttermilch aufgesogen, ich kann auch nichts anderes.“ Der Firmensitz der Kochfabrik soll aus Kummerfeld nun auch auf die Golfanlage umziehen. In der für 400 Personen ausgelegten Reetdachscheune kann Diehr für Hochzeiten und ähnliche Veranstaltungen direkt vor Ort das Catering liefern. Seine Küche setzt auf regionale Produkte. Er selbst beschreibt sie als regionale Hausmannskost mit jungem Touch: „Meine Küche ist ländlich, hanseatisch, nordisch, ehrlich – modern interpretiert.“

Eine echte Besonderheit des Restaurants ist aber die eigene Fleischproduktion. Produkte und Fleisch von Schaf und Ziege lässt Diehr seit zwei Jahren für den Restaurantbedarf auf Hof Wiedwisch direkt in Kummerfeld artgerecht erzeugen und in der Nähe schlachten. Mit den neuen Möglichkeiten auf dem Peiner Hof plant Diehr die dort bereits bestehende Herde schottischer Hochlandrinder mit eigenen Tieren zu erweitern, und dann auch das Rindfleisch aus vollständig eigener, artgerechter Haltung zu verarbeiten. Aus Respekt vor dem Tier möchte er auch alle Teile des Rindes verarbeiten, denn „ein Rind ist nicht nur Roastbeef“. „Goldschätzchen“ soll das neue Restaurant heißen. Es wird Anfang Juni mit bis jetzt 20 festen Mitarbeitern die ersten Gäste empfangen.

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erstellt am 18.Mär.2017 | 16:00 Uhr

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