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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 21:25 Uhr

Markt-Ärger in Pinneberg : Gemischte Gefühle bei Beschickern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Reaktionen auf Pläne zur Umgestaltung der Bismarckstraße und Verlegung des Sonnabendmarktes in die City.

Pinneberg | Sonnenschein, viel Kundschaft – für die Beschicker auf dem Pinneberger Wochenmarkt liefen die Geschäfte gestern richtig gut. Das soll auch weiterhin so bleiben. Doch wie stehen die Marktleute zu den Plänen zur Umgestaltung der Bismarckstraße? Sie sehen das Ganze mit gemischten Gefühlen – das ist das Ergebnis einer Umfrage unserer Zeitung. Viele Kunden, die wir befragten, stehen der Umgestaltung der Innenstadt indes positiv gegenüber.

Wie berichtet, wurde am Dienstag das Vorhaben im Ausschuss für Stadtentwicklung vorgestellt. Die drei wichtigsten Neuregelungen: Die Bismarckstraße wird für den Verkehr gesperrt, der Sonnabendmarkt wird in die City verlegt und bei Festen rückt er zwischen Rathaus und Ebertpassage.

Rolf Petersen („Kalle Bäcker“):  „Die Leute müssen in die Stadtmitte kommen, sonst geht das Betriebssterben weiter.“
Rolf Petersen („Kalle Bäcker“): „Die Leute müssen in die Stadtmitte kommen, sonst geht das Betriebssterben weiter.“ Foto: Erdbrügger
 

Marktbeschicker Walter Peter, der mit seinem Blumenstand von Tornesch nach Pinneberg kommt, beurteilt die Pläne positiv: „ Es ist ganz gut, wenn man nicht immer wechseln muss“, sagt er. Ein Nachteil sei allerdings, dass die Kunden kaum kostengünstige Parkplätze fänden. Zudem wüsste man nicht, welchen Platz man bekommt, sollte der Markt vors Rathaus rücken. Und die Geschäfte? „Sie laufen im Großen und Ganzen gut.“

Heino Stahl vom Obsthof Haseldorf steht den Plänen positiv gegenüber: „Es ist doch beschlossene Sache. Auf dem alten Markt an der Elmshorner Straße waren die Stände zusammengepfercht, wenn wir dorthin wegen des Weihnachtsdorfs ausweichen mussten.“ Das sieht auch Lucia Noffke so, die Blumen verkauft. „Dort musste man sich Gummistiefel anziehen“, sagt sie und spielt auf den schlechten Zustand des Marktplatzes an der Elmshorner Straße an. Hier in der Innenstadt mit einem festen Platz habe sie mehr Kundschaft. „Wer das nicht will, hat keine Ahnung. Ein Markt gehört in die Stadt.“ Mirko Schuh, der einen Stand für Reißverschlussreparaturen und Kurzwaren hat, weiß aus Erfahrung, dass Verlegungen immer Einbußen mit sich brächten.

Es fehlen Parkplätze

Stephan Lage vom Schümannhof aus Brande-Hörnerkirchen spricht das Problem der Parkplätze und der fehlenden Attraktivität der Stadt an: „Es gibt keine Springbrunnen, wo die Kinder sich beschäftigen können, und keine Sitzgelegenheiten für Kinder wie in anderen Städten. Das fehlt.“

Heiko Rawald von der Landschlachterei Schmidt aus Kummerfeld steht den Plänen der Stadt negativ gegenüber: „Der Umsatz ist hier schlechter als auf dem alten Marktplatz. Außerdem gibt es dort einen großen Parkplatz. Andere Städte würden sich freuen, wenn sie so einen großen Platz zur Verfügung hätten“, sagt er.

Heino Stahl vom Obsthof Haseldorf: „Auf dem alten Markt waren die Stände zusammengepfercht.“
Heino Stahl vom Obsthof Haseldorf: „Auf dem alten Markt waren die Stände zusammengepfercht.“ Foto: Erdbrügger
 

Ralf Petersen, der „Kalle Bäcker“, wusste noch nichts von den Plänen. Er ist der Meinung, dass ein Markt in die City gehört. „Die Leute müssen in die Stadtmitte kommen, sonst geht das Betriebssterben weiter.“ Die Politiker in Pinneberg wüssten über seine Meinung Bescheid. Die Geschäfte gingen gut, weil die Leute wüssten, dass er sehr gute Qualität anbiete.

Sollte alles nach Plan gehen, wird die Bismarckstraße bereits 2017 umgebaut – allerdings nicht in den Wintermonaten, wie Bauamtschef Klaus Stieghorst am Rande des Ausschusses betonte. Die Kosten betragen etwa 392.000 Euro, zwei Drittel davon werden gefördert. Doch noch bestehen bei einigen Marktbeschickern Zweifel: „Ich glaube es erst, wenn es gebaut ist“, sagte Käse-Verkäuferin Heike Ellerbrock.

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erstellt am 09.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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