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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 11:45 Uhr

Schenefeld : Führungswechsel im Luninez-Team

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Beate und Arno Holzhauer übergeben das Zepter an Dominique und Hartmut Koop. 30 Kinder in St. Peter.

Schenefeld | 30 Kinder aus Schenefelds ukrainischer Partnerstadt Luninez verbringen seit über 20 Jahren auf Kosten der Stadt drei Wochen lang ihre Ferien an der Nordsee. Das Ehepaar Beate (61) und Arno (73) Holzhauer hat die Kinder bei ihrem Aufenthalt acht Jahre lang betreut. Sie legten nun aus gesundheitlichen Gründen die Verantwortung in jüngere Hände. Dominique und Hartmut Koop fungieren ab sofort als Betreuer der weißrussischen Kinder während des Kur-Aufenthaltes in St. Peter-Ording. „Wir möchten gern einen Beitrag dazu leisten, die Kooperation aufrecht zu erhalten“, erläutert der ehrenamtlich bei der DLRG tätige Hartmut Koop.

Bürgermeisterin Christiane Küchenhof hatte zuvor das Ehepaar Koop gefragt, ob es die Aufgabe übernehmen würde. Die ehrenamtlichen Kindergartenteamer bringen viel Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit mit ein. Sie übernehmen die Verantwortung für die Kinder schon beim nächsten Luninez-Aufenthalt vom 17. Juni bis zum 8. Juli in St. Peter-Ording.

„Die Einwohner leiden nach dem Tschernobyl-Unfall vor 30 Jahren immer noch im verstrahlten Luninez-Gebiet“, berichtet Arno Holzhauer. Er zeichnete als ehrenamtlicher Betreuer acht Jahre lang voller Herzblut für die weißrussischen Kinder bei ihrem Erholungsurlaub verantwortlich. Das Ehepaar Holzhauer engagierte sich zudem mehr als 20 Jahre lang ehrenamtlich – auch im Zuge des Austauschs mit der Partnerstadt Luninez. „Wenn die Kinder drei Wochen hier sind, wirkt sich das nach Auskunft der Ärzte mindestens ein Jahr lang positiv auf ihre Gesundheit aus“, betont der 73-Jährige. Holzhauer und seine Frau beaufsichtigten die Kinder bei Strandausflügen und Spielplatzaufenthalten wie auch in der Dünen-Therme und im Tierpark. „Nach ihren Aufenthalten wollten die Kinder nicht mehr nach Hause“, erinnert sich Holzhauer.

Er besuchte Schenefelds Partnerstadt selbst bereits 22 Mal. Er knüpfte intensive Kontakte zu den weißrussischen Bewohnern während seiner Besuche mit dem Musikzug Schenefeld, dem er jahrelang angehörte. Bei seinem ehrenamtlichen musikalischen Einsatz und dem Austausch mit dem Lehrorchester aus Luninez entstanden feste Bande.

Die zahlreichen persönlichen Erfahrungen mit den dortigen Menschen dürften auch seinen späteren Einsatz als Betreuer für die weißrussischen Kinder mit beeinflusst haben. Holzhauer fühlte sich sehr für die Bewohner der Partnerstadt verantwortlich, so dass er 2004 privat 3000 Euro für einen VW-Bus investierte. Die Hilfstransporte nach Luninez konnten damals auch dank seines Einsatzes weiterhin über die Bühne gehen. Bei den Transport-Fahrten war Holzhauer zudem regelmäßig als Begleitperson mit von der Partie.

Holzhauer initiierte mitunter medizinische Untersuchungen für erkrankte weißrussische Kinder. „Es gelang ein krebskrankes Kind hier sehr gut zu versorgen“, erinnert sich Holzhauer im Nachhinein. Holzhauer selbst ist vor acht Jahren in große Fußstapfen getreten. Die verstorbenen Helga und Kurt Stiemert hatten als erste die Verantwortung für die Kinder bei deren Erholungsaufenthalten an der Nordsee übernommen. Die weißrussischen Kinder kommen im Rahmen ihres Aufenthaltes am 29. Juni für einen Tag nach Schenefeld. Die Ehrenamtlichen freuen sich über Spenden. Sie sollen für Einkaufsgutscheine für das „Stadtzentrum“, die den Kindern zugute kommen, verwendet werden.
 

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erstellt am 09.Mai.2016 | 14:00 Uhr

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