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Pinneberger Tageblatt

25. März 2017 | 12:33 Uhr

Equal Pay Day : Frauen gerechter bezahlen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Gleichstellungsbeauftragte fordern mehr Chancengleichheit. Frauen sollten sich mehr zutrauen.

Halstenbek | Mädchen bekommen weniger Taschengeld als Jungen. Frauen verdienen etwa 21 Prozent weniger als Männer und ihre Rente ist sogar 43 Prozent niedriger. Zwischen beiden Geschlechtern klafft eine Entgeltlücke. Warum verdienen Frauen so viel weniger als Männer? Vor allem deswegen, weil Frauen keine Männer sind. Mit dem Equal Pay Day am Sonnabend, 18. März, machen Frauen bundesweit auf die nachteilige Bezahlung aufmerksam. Auch im Kreis Pinneberg haben die Gleichstellungsbeauftragten einige Veranstaltungen für die Region organisiert.

Der Equal Pay Day ist ein internationaler Aktionstag für Entgeltgleichheit zwischen Männern und Frauen. Er soll auf den bestehenden Lohnunterschied zwischen den Geschlechtern aufmerksam und wird in zahlreichen Ländern an unterschiedlichen Tagen begangen. Der Aktionstag am Sonnabend, 18. März, also am 77. Tag des Jahres, markiert symbolisch die durchschnittliche Entgeltdifferenz von 21 Prozent in Deutschland .

„Der Bruttostundenverdienst von Frauen betrug in Deutschland vergangenes Jahr 16,26 Euro, Männer erhielten durchschnittlich 20,71 Euro pro Stunde“, sagte Celia Letzgus, Gleichstellungsbeauftragte der Gemeinde Halstenbek. Auf das ganze Jahr verteilt verdienen Frauen so etwa 21 Prozent weniger als Männer. Gehe man von vergleichbarer Anstellung und Arbeit aus, gebe es immer noch eine Differenz von acht Prozent. „Und die ist ausschließlich auf Diskriminierung zurückzuführen“, so die Gleichstellungsbeauftragte. „Frauen mit gleicher Qualifizierung und Anstellung wie Männer werden oft schlechter bezahlt“, sagt Letzgus, die auch die niedrige Bezahlung für sogenannte Frauenberufe wie Altenpflege oder Sozialpädagogik kritisiert. „Die Löhne werden niedrig gehalten“, sagt sie. Dabei seien es für die Gesellschaft notwendige Berufe.

 

Umgerechnet 77 Tage lang arbeiten Frauen im Jahr umsonst. Diesen Zeitraum markiert der Aktionstag an diesem Sonnabend. Denn durchschnittlich müssten Männer erst an diesem Tag im Jahr ihre Arbeit aufnehmen – und hätten am Ende des Jahres den selben Betrag auf dem Konto.

Laut einer aktuellen Studie sind bezahlte und unbezahlte Arbeit immer noch nicht partnerschaftlich verteilt. Das führt zu einer ungleichen Verteilung wirtschaftlicher Chancen für beide Geschlechter. Frauen übernehmen oft die Erziehung der Kinder und die Pflege der Eltern, dafür arbeiten sie in Teilzeit und bekommen damit auch deutlich weniger Rente als Männer. „Altersarmut ist ein absolut weibliches Problem“, betont Tinka Frahm, Gleichstellungsbeauftragte des Kreises Pinneberg. Und sie sagt: „Die Frauen müssen aber auch aus dem Quark kommen. Sie sind gut ausgebildet, müssen sich aber auch mehr zutrauen zum Beispiel bei Gehaltsverhandlungen.“

Letzgus hat eine Lösung, um die Entgeltgleichheit endlich zu erreichen: Subventionen für Frauenberufe. „Es gibt doch bereits einige Bereiche, die subventioniert werden, wie zum Beispiel in der Agrarwirtschaft. Strukturelle Benachteiligungen könnten damit ausgeglichen werden. “

Zum Equal Pay Day haben die Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Pinneberg einige Veranstaltungen organisiert.

  • In Halstenbek gibt es am Freitag, 17. März, in der Zeit von 10 bis 12 Uhr einen Informationsstand der Gleichstellungsbeauftragten und des Sozialverbands in der Hauptstraße.
  • Am Sonnabend, 18. März, gibt es bei Tanzzeit Higle, Hauptstraße 37 bis 43 in Halstenbek, einen Rabatt: Frauen zahlen an diesem Tag 21 Prozent weniger für alle Getränke. Das gilt auch für das Fitnessstudio in Balance: Am Sonnabend, 18. März gibt es in der Poststraße 4 in der Zeit von 9.30 bis 13 Uhr 21 Prozent Rabatt auf Zehner Karten.
  • In Schenefeld haben die Beratungsstelle „Frau und Beruf“ sowie die Gleichstellungsbeauftragte einen Infostand organisiert. Er ist am Sonnabend, 18. März, in der Zeit von 13.30 bis 17.30 Uhr im „Stadtzentrum“. Wer sich dann ohnehin schon im Einkaufscenter aufhält, kann an diesem Tag außerdem günstiger einkaufen. In der Zeit von 10 bis 20 Uhr erhalten Frauen im Kiebitzweg 2 in ausgewählten Geschäften Rabatt in Höhe von 21 Prozent.
  • In Quickborn wird am Sonnabend, 18. März, ein Infostand auf dem Wochenmarkt sein. In der Zeit von 8 bis 12 Uhr ist dort die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt zu finden. Außerdem gibt es die Rabattaktion „Mehr als n Appel und n Ei“: Weibliche Kundinnen bekommen an diesem Tag 21 Prozent mehr für ihr Geld.
  • In Pinneberg gibt es ab Montag 20. März, zehn Tage lang Informationen zur Entgeltgleicheheit im Rathaus, Bismarckstraße 8.
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erstellt am 16.Mär.2017 | 10:00 Uhr

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