zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 01:18 Uhr

Sozial, mutig, vorkämpferisch : Frauen, die Reformationsgeschichte schrieben

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Biografien von Theologinnen, Mäzeninnen und Missionarinnen im Pino Café.

Pinneberg | Sie engagierten sich ehrenamtlich, traten für den Humanismus in Kriegszeiten ein und begründeten die diakonische Idee: Frauen, die Reformationsgeschichte schrieben. Die Biografien von ebendiesen Frauen standen im Pinneberger Pino Café beim „Frauensalon“ vom Frauenwerk des Kirchenkreises Hamburg-West/Südholstein im Mittelpunkt. Nachdem im vergangenen Monat in Quickborn Lebensgeschichten aus dem 15. und 16. Jahrhundert präsentiert wurden, führte die Veranstaltungsreihe nun mit dem 17. und 18. Jahrhundert fort.

Der Abend begann musikalisch, Barbara Eccard verzauberte das Publikum mit den zarten Klängen ihrer Harfe. Danach las Birgit Saalfeld aus der ersten Biografie: Die Gräfin Julia von Reventlow hatte sich für die Verbesserung der Lebensbedingungen der Sklaven auf den Dänisch-Westindischen Plantagen eingesetzt, denen der Reichtum ihrer Familie entstammte. „Außerdem hat sie sich durch die Erziehung der Kinder auf dem Gut hervorgehoben, sie selbst ist aber ohne Nachwuchs geblieben“, beschrieb Saalfeld. Die zweite Lebensgeschichte wurde von Birgitt Wulff-Pfeifer präsentiert. „Amalie Sieveking legte den Grundstein für die diakonische Arbeit der Frau“, begann die Diakonin des Frauenwerks. Sieveking habe sich besonders durch ihr berufliches Engagement hervorgetan. „Schon als Lehrerin hat sie auf die Missstände in ihrer Zeit reagiert.“ Später habe sie eine Schule für sozial schwächere Mädchen gegründet und Wohnstifte für arme Familien errichtet. Helma Strunck trug beim „Frauensalon“ zwischendurch Gedichte aus der Zeit vor, die die Biografien untermalten.

Die Veranstaltungsreihe „Frauensalon“ soll auf die Wanderausstellung „Von gar nicht abschätzbarer Bedeutung – Frauen schreiben Reformationsgeschichte“ aufmerksam machen, die noch bis November 2017 durch die Nordkirche tourt. Die Biografien entstammten aus dem zugehörigen Katalog des Frauenwerks, in dem 38 Frauen beschrieben werden, die Reformationsgeschichte schrieben. 19 der Frauenbiografien aus fünf Jahrhunderten werden in der Ausstellung gezeigt, die im April und Mai 2017 in Hamburg in der Hauptkirche St. Jacobi zu sehen ist.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 26.Jul.2016 | 12:15 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen