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Pinneberger Tageblatt

29. Mai 2016 | 23:06 Uhr

Feuerdrama mit einem Toten im Kreis Pinneberg : Feuer in Haseldorf - Toter ist der Hofbesitzer

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Ein historischer Bauernhof in Haseldorf brennt aus. Die Betroffenheit unter den Nachbarn ist groß.

Haseldorf | Einen Tag nach dem Feuerdrama in Haseldorf (Kreis Pinneberg) steht statt des alten Bauernhauses an der Straße Scholenfleth nur noch eine Ruine. Verkohlte Balken ragen über die Mauern, das Dach wurde entfernt. Zahlreiche Anwohner stehen vor der Brandruine, die Betroffenheit steht den Menschen ins Gesicht geschrieben. Familienangehörige gehen in die Reste des historischen Hauses, um ein paar Erinnerungsstücke zu retten. „Das Gebäude ist komplett ausgebrannt“, so Polizeisprecher Nico Möller. Zur Brandursache können noch keine Angaben gemacht werden. Die Ermittlungen dauern diesbezüglich an.

Die Feuerwehr fand im Zuge der Nachlöscharbeiten am Sonntag gegen 19.30 Uhr einen Toten. Dabei handelt es sich um den 50-jährigen Hofbesitzer aus Haseldorf. Das teilte die Polizei mit. Die Obduktion in der Rechtsmedizin in Hamburg habe keine Hinweise auf Fremdverschulden gegeben.

Nach Informationen des sh:z fanden die Einsatzkräfte einen erhängten Mann. Es soll sich dabei um den Pferdezüchter handeln, der mit seiner Familie in einem Haus direkt hinter dem Bauernhof lebte. Seine Ehefrau und sein Bruder sollen am Sonntagnachmittag während des Feuers verzweifelt auf der Suche nach dem Mann gewesen sein – sein Auto stand auf dem Hof. Dazu sagte Feuerwehrsprecher Sebastian Kimstädt: „Eine folglich umfängliche Personensuche in dem Gebäude war aufgrund des Brandfortschrittes zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr möglich.“

In der Brandruine waren gestern die Brandermittler der Kriminalpolizei Pinneberg auf der Suche nach der Ursache für das Feuer. Nachmittags musste die Feuerwehr erneut ausrücken, um ein aufglimmendes Brandnest im Stroh der Ruine zu löschen, wie Feuerwehrsprecher Michael Bunk mitteilte.

In der Gemeinde herrscht derweil Betroffenheit. Gunter Rosendahl hat Tränen in den Augen. Der ehemalige Geschäftsführer der Kreissparkassenfiliale in Haseldorf schämt sich dessen nicht. „Ich bin erschüttert, ich kann das gar nicht so gut ab,“ gesteht er. Kurz vor 15 Uhr sei er am Sonntag beim Spaziergang noch an dem alten Gehöft vorbeigekommen. „Da war nichts“, ist sich der 71-Jährige sicher. Rosendahl wohnt nur ein paar Häuser weiter, will der Familie Parkplätze anbieten, denn der ganze Hof ist eine einzige Schlamm- und Geröllwüste.

Viele Kräfte aus der Umgebung wurden zum Einsatz gerufen.

Viele Kräfte aus der Umgebung wurden zum Einsatz gerufen.

Foto: Feuerwehr
 

Auch Bürgermeister Uwe Schölermann (CDU) spricht von großer Hilfsbereitschaft in der Nachbarschaft. „Den Bewohnern des Hofes wurden bereits Wohnungen angeboten“, sagt er. Beide hatten das Haus bereits vor dem Eintreffen der Feuerwehr verlassen und konnten sich so retten. Insgesamt 18 Pferde und Rinder wurden von der Feuerwehr gerettet und auf nahegelegene Wiesen getrieben. Auf dem Hof betrieb die Familie als Nebenerwerb einen Zuchtbetrieb für Holsteiner Pferde. Gestern wurden sie in Ställen in der Umgebung untergebracht.

Die Feuerwehr war am Sonntag um 15.07 Uhr zum Einsatz auf dem Grundstück alarmiert worden. Als die Einsatzkräfte eintrafen, drang bereits dichter Rauch aus dem Gebäude. Bis kurz vor 22 Uhr dauerten die Nachlöscharbeiten an, im Anschluss wurde eine Brandwache eingerichtet. Insgesamt waren fast 150 Feuerwehrleute vor Ort. Die Löscharbeiten gestalteten sich laut Feuerwehrsprecher Kimstädt schwierig, da ein Innenangriff aufgrund von Einsturzgefahr nicht möglich war. Zudem verhinderte das mit Metall gedeckte Dach die Schaffung eines Zugangs, um das Feuer effektiv bekämpfen zu können.

 

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erstellt am 23.Feb.2016 | 14:34 Uhr

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