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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 13:40 Uhr

Mit Video : Ferienworkshop in Pinneberg: In zwei Wochen zum Zauberprofi

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Wie ein 12-Jähriger im Pinneberg Museum in die Welt der Magie abtaucht. Julian will die Menschen zum Staunen bringen.

Pinneberg | Der Himmel ist grau. So richtig warm ist es nicht. Es ist kein Tag, an dem der Rasen zum Toben einlädt. Er ist noch nass vom Regen. In diesen schulfreien Wochen trifft sich Julian gern mit Freunden zum Fußballspielen. Denn draußen ist es eigentlich schöner. Insbesondere, weil der Schüler den Rest des Jahres im Klassenraum verbringt. Aber heute verpasst der 12-Jährige draußen nichts. Julian macht sich mit seinem Vater auf den Weg zur Dingstätte, wo er im Pinneberg Museum den Fußball gegen Zauberutensilien eintauschen wird.

Es ist Montag, 10 Uhr. Der erste Tag der zweiten Ferienwoche. Heute treffen sich die Teilnehmer des Zauber-Workshops zum ersten Mal. Das Ferienangebot ist neu. Ina Duggen-Below, Leiterin des Museums, und Zauberer Elias Sahabi hatten die Idee dazu. Sie fanden, es passe sehr gut zur aktuellen Ausstellung im Museum, „Zauberwelt der Taschenspieler“. Julian ist einer von fünf Jugendlichen im Alter von zehn bis 14 Jahren, die sich angemeldet haben.

In einem der Ausstellungsräume stehen schon Hocker und Tische bereit. Julian sieht sich um. In Vitrinen liegen zahlreiche Zauberkästen und -utensilien. Es ist die Sammlung von Wittus Witt, einem der renommiertesten Zauberkünstler Deutschlands. Er trat bereits mehr als 200-mal im Fernsehen auf und veröffentlichte zahlreiche Bücher. An den Wänden hängen alte Plakate, auf denen für Zaubershows geworben wird. Aus einem Fernseher tönt eine Stimme.

Einen Karten-Trick hatte Julian bereits vor dem Workshop in petto. Bei diesen Übungen stellte er sich sehr geschickt an.
Einen Karten-Trick hatte Julian bereits vor dem Workshop in petto. Bei diesen Übungen stellte er sich sehr geschickt an. Foto: Mertin

Sie stellt die 50 beeindruckendsten Zaubertricks der Welt vor – auf Englisch. Eine E-Gitarre schwebt in der Luft. Ein Magier lässt vor den Augen von Passanten die Tower Bridge in London verschwinden. Julian schüttelt fasziniert den Kopf. Das würde er am liebsten auch können. Das ist ihm anzusehen. Der 12-Jährige muss sich aber zunächst mit Spielkarten begnügen. Elias verteilt sie nach einer kurzen Vorstellungsrunde.

Die Hausaufgabe: Diese Bälle soll Julian verschwinden lassen.
Die Hausaufgabe: Diese Bälle soll Julian verschwinden lassen. Foto: Mertin

Jeder bekommt seinen eigenen Stapel. Dann üben sie das Auffächern der Karten auf einer schwarzen Unterlage. Julian lernt schnell. Elias zeigt, wie man die Karten so mischt, dass immer die gleiche Karten oben aufliegt. Elias lebt erst seit knapp einem Jahr in Deutschland. Immer wieder wechselt er ins Englische, wenn ihm das deutsche Wort fehlt.

Seine jungen Zuschauer stört das nicht. Sie sind geduldig, lauschen ihrem Vorbild andächtig. Saugen jeden Trick auf, den er zeigt. Staunen. Untermalen ihre Verblüffung mit Geräuschen. Elias zeigt, was Julian und die anderen am Ende des sechsmaligen Workshops können werden. Nacheinander sollen sie einen Trick mit Gummibändern präsentieren.

Julian ist dran. Zaubern sei vor allem Präsentation, erklärt Elias. „Ihr müsst viel reden“, sagt er. Julian traut sich. Er wendet sich seinem Publikum zu – und hat zum Ende der Stunde ein Erfolgserlebnis. Der erste Trick sitzt: Langsam lässt der 12-Jährige einen Ring an einem Gummiband entlangwandern. Mit ruhiger Hand. Konzentriert. „Toll“, lobt Elias. Julian grinst. Er will ganz viel lernen. „Zaubern fasziniert mich. Ich mag es, wenn ich Menschen verblüffen kann und sie sagen ‚Wie geht das? Das verstehe ich nicht‘“, sagt der Pinneberger, der nach den Ferien wieder die Schulbank in der Elmshorner Leibniz Privatschule drücken wird. Aber erstmal steht noch fünfmal Zaubern auf dem Stundenplan.

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erstellt am 03.Aug.2016 | 14:00 Uhr

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