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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 07:52 Uhr

Ehrenamt : Es läuft rund bei der Tafel in Wedel

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Betrieb läuft nach Umzug auf Hochtouren. Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier besucht Ausgabestelle am Kronskamp.

Für die Landtagsabgeordnete Barbara Ostmeier (CDU) war es eine Premiere: Zum ersten Mal hat sie die Tafel in Wedel besucht. Gestern ließ sie sich mit Julian Fresch aus dem Vorstand der Wedeler Ortsunion die Ausgabestelle am Kronskamp zeigen.

Die Wedeler Tafel wurde 2007 gegründet. Anstoß zur Gründung gaben zwei Veranstaltungen zum Thema „Armut in Wedel“ im Sommer und Herbst 2006. Damals wurde deutlich, dass in Wedel eine große Zahl von Bürgern mit sehr geringem Einkommen lebt. Fachleute schätzten die Zahl der Betroffenen auf 2000 Menschen, heißt es auf der Internetseite der Tafel. Die Einrichtung versorgte am ersten Tag etwa 70 Menschen. Inzwischen sind es  etwa 550 Kunden. Der Verein zählt mehr als 200 Mitglieder und hat etwa 100 aktive Ehrenamtliche in seinen Reihen.

Die Tafel ist erst seit einigen Wochen an dem neuen Standort. „Der Umzug von der Bahnhofstraße hierhin hat hervorragend geklappt“, sagte Karin Kost, Vorsitzende des Vereins Wedeler Tafel. Dabei war das ein Kraftakt. Drei Monate lang haben die Ehrenamtlichen in der alten Gewerbehalle gewerkelt und etwa 20.000 Euro aus den Vereinsrücklagen investiert, wie Kost sagte.

Probleme mit der Erreichbarkeit gebe es nicht. „Viele unserer Kunden leben näher am Kronskamp als an der Bahnhofstraße. Außerdem haben wir in den letzten Tagen am alten Standort Stadtpläne mit Markierung ausgegeben. Und bald gibt es auch ein neues Schild an der Straße.“ Ostmeier zeigte sich von der ehrenamtlichen Arbeit, die in die neue Tafel gesteckt wurde, beeindruckt: „Hier wird ohnehin viel geleistet – und nicht erst seit der Flüchtlingswelle.“ Sie lobt den integrativen Ansatz der Tafel: „Hier bekommen alle Hilfe, egal ob Obdachlose, Hartz-IV-Empfänger oder Flüchtlinge.“

Gibt es auch Themen, die der Tafel Kummer bereiten? „Eigentlich nicht. Im Moment bin ich rundum zufrieden. Es läuft rund. Wir bekommen starke Unterstützung von der Stadt und unserem Vermieter“, sagte Kost. Auch gebe es keine bürokratischen Fesseln, die den Tafel-Leuten das Leben schwer machen. „Das Gesundheitsamt kontrolliert uns. Aber wir bieten im Gegensatz zu anderen Tafeln weder ein Café noch eine Suppenküche an und geben nur verpackte Ware aus. Sonst wären die Hygienevorschriften noch deutlich strenger.“ Einen Wunsch hat Kost allerdings doch: ein zweites Lieferfahrzeug. „Das Problem ist nicht die Beschaffung. Aber die Versicherung ist sehr teuer.“ 25 Fahrer seien derzeit im Einsatz. Und immer wieder gebe es Blechschäden, etwa beim Parken und Rangieren.

Ostmeier sagte zu, sich schlau zu machen. „Eine spontane Antwort habe ich nicht. Möglicherweise sind die Dachverbände der Tafeln die richtigen Ansprechpartner. Vielleicht kommen kommunale Versicherungen oder Versicherungen des Landes in Frage. Ich werde prüfen, ob der Landtag da was tun kann.“ Deutlich spürbar ist die Flüchtlingskrise. Etwa 150 zu versorgende Haushalte sind in jüngster Vergangenheit hinzugekommen. Etwa 550 Haushalte hat die Tafel auf ihrer Liste. „Hier werden aber alle gleich behandelt“, sagte Kost. Ostmeiers Besuch ist für Kost auch ein Zeichen der Wertschätzung. „Wenn Politiker hier vorbeischauen, den Kollegen mal die Hand schütteln und dabei echtes Interesse zeigen, ist das viel mehr wert als irgendwelche Aufwandsentschädigungen.“

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erstellt am 04.Aug.2016 | 13:00 Uhr

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