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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 17:42 Uhr

DRK Rellingen ins Gewerbegebiet? : Endlich raus aus marodem Container

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Vier Dekaden hat der Container an der Rellinger Schmiedestraße 36 auf dem Buckel, in dem die Rellinger DRK-Bereitschaft Dienst schiebt.

Vier Dekaden hat der Container an der Rellinger Schmiedestraße 36 auf dem Buckel, in dem die Rellinger DRK-Bereitschaft Dienst schiebt. Bis 1986 fristete dort die Sozialstation ihr Dasein. Seitdem nennen Bereitschaftsleiter Jacob Melchers und das bis zu 30-köpfige ehrenamtliche Team, darunter vier Frauen, die Anlage ihr „Zuhause“. Doch wie diese Zeitung berichtete, sind die Rotkreuzler mit dem Status quo alles andere als zufrieden: Der Container ist marode. Ständig fallen Reparaturen an. Doch jetzt gibt es Hoffnung am Horizont: Das DRK schielt mittelfristig auf eine 1500 Quadratmeter große Fläche im künftigen Gewerbegebiet an der Tangstedter Chaussee.

Über den DRK-Kreisverband Pinneberg ist die Bereitschaft des DRK-Ortsverein zuständig für den Katastrophenschutz in den Kommunen Rellingen, Halstenbek, Schenefeld, Ellerbek, Tangstedt und Bönningstedt. Vertragspartner des DRK-Kreisverbands für den Katastrophenschutz ist der Kreis Pinneberg, der dem DRK hierfür einen 7,5 Tonnen-Lkw, einen Sprinter und eine Feldküche sowie Mittel für die Ausbildung, Benzin- und Wartungskosten zur Verfügung stellt, heißt es in der Darstellung der Verwaltung Rellingen.
Der vorhandene Krankenwagen, der regelmäßig für die Sanitätsdienste eingesetzt wird, befindet sich im Besitz des Ortsvereins und wird von diesem finanziert. Alle Fahrzeuge sind zurzeit in Rellingen in Garagen untergestellt, die von privaten Eigentümern angemietet wurden – aber kurz- bis mittelfristig nicht mehr zur Verfügung stehen werden. Im Rahmen der Planungen des neuen Gewerbegebiets B-Plan 70 entwickelte sich die Idee, ein Grundstück in diesem Areal an den DRK-Kreisverband Pinneberg zu vermitteln. Die Unterstützung der DRK-Bereitschaft hätte den Vorteil, direkt in Rellingen eine Einheit des kreisweiten Katastrophenschutzes vor Ort ansässig zu haben, heißt es weiter in dem Bericht. Ein Antrag zur finanziellen Unterstützung liegt der Gemeinde Rellingen nicht vor. Alternativ wurden in den vergangenen Jahren einige Optionen wie die Anmietung privater Baumschulhallen oder der Bau einer Halle auf dem Gelände des DRK Kreisverbands Pinneberg geprüft. Die Hallen kamen nicht infrage, weil notwendige Umbauten und die Anbindung an Wasser und Abwasser zu aufwändig gewesen wären. Das Gelände des Kreisverbands kommt nicht infrage, weil die Zuwegung über den Oberen Ehmschen für einen regelmäßigen Lkw-Verkehr zu eng ist.

Der Neubau einer Fahrzeughalle und Sozialräume ist eine ernst zu nehmende Option, seitdem Rellingens Sozialausschuss bereits grünes Licht für die Idee gegeben hat. Doch bei aller Euphorie tritt Rellingens Bauamtschef Tom Rasmussen auf die Euphoriebremse: Der Gemeinde seien vorerst die Hände gebunden. Die Fläche des künftigen Gewerbegebiets wurde im November 2015 an einen Investor verkauft.

Doch locker lassen wolle die Verwaltung an der Hauptstraße nicht. Denn die überfällige Umzugsidee sei gut. „Wir sind im Gespräch mit den Eigentümern, mit dem Investor und dem Straßenbauamt“, bestätigte Rasmussen im Gespräch mit dieser Zeitung. Wie wichtig dem DRK Rellingen die Neuausrichtung ist, lässt sich an den Verpflichtungen ablesen: Das Team der Baumschulengemeinde ist eins von sieben im Kreisgebiet, das Bestandteil des Katastrophenschutzes ist. Es ist zudem für Sanitätsdienste bei Großevents, Seniorenausfahrten, Fußballturnieren und Blutspenden vor Ort.

Aber als einzige DRK-Einheit verfügt sie nicht über eigene Gebäude und Fahrzeughallen. Der marode Container dient gleichzeitig als Büro-, Unterrichts- und Umkleideraum, Lager sowie Küche. Der Krankenwagen der Bereitschaft parkt im Freien vor dem Container. Drei weitere Fahrzeuge, die der Bereitschaft vom Kreis Pinneberg zur Verfügung gestellt werden, stehen in angemieteten Privatgaragen. Über Rellingen verteilt. Doch auch die sind inzwischen zu klein für die neue Fahrzeuggeneration.

Auf dem neuen Areal soll alles besser werden: Außer der Fahrzeughalle soll ein Sozialtrakt gebaut werden – mit Umkleideraum, Büros, Dusche, Toilette und Materiallager. Der Ortsverein käme hinzu, die Tanz- und Handarbeitsgruppe sowie das Blutspendeteam könnten gen Tangstedter Chaussee umziehen. Für zeitliche Prognosen, gar einen Termin für den Spatenstich dürfte es zu früh sein. DRK-intern geht man von einem Start frühestens in zwei Jahren aus.

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erstellt am 04.Aug.2016 | 16:00 Uhr

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