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Pinneberger Tageblatt

03. Dezember 2016 | 14:47 Uhr

Seit 20 Jahren im Container : Eltern fordern Sanierung des Kinder- und Jugendtreffs Komet

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Offene Jugendarbeit: Die Einrichtung ist jetzt seit fast 20 Jahren im Container untergebracht.

Pinneberg | Conni Weihs ist sauer. „Pinneberg muss aufwachen. Die können nicht nur was für alte Leute tun. Wir haben die Pflicht, etwas für die Kinder zu tun“, sagt die Pinnebergerin. Ihr Enkel verbringt viel Zeit im Kinder- und Jugendtreff Komet. Bei schlechtem Wetter tummeln sich dort bis zu 50 Jungen und Mädchen in den etwa 100 Quadratmeter umfassenden Containern, die seit beinahe 20 Jahren auf dem Gelände an der Raa stehen. „Es ist zu eng“, sagt Weihs. Joshua Fock, Schulsprecher an der Grund- und Gemeinschaftsschule im Quellental, ergänzt: „Der Komet hat echt viel Potenzial, aber es kann nicht ausgeschöpft werden.“

Nicht nur der Innenbereich der Einrichtung ist zu klein und in die Jahre gekommen. Auch auf dem Bolzplatz, der eine große Rolle im Konzept des Kometen spielt, müsste sich einiges tun. Regnet es, bilden sich große Pfützen, die dann schnell zu Matschlöchern werden. Das bedeutet, dass die Kinder nach einem Regenguss auch mal zum Besen greifen, um die Wassermassen vom Platz zu entfernen. „Auf den öffentlichen Bolzplätzen wird oft nicht mehr zusammengespielt, hier funktioniert das“, sagt Anna Baschke, deren Sohn regelmäßig in den Komet geht.

Unteranderem machen die Eltern mobil, weil in direkter Nähe zur Einrichtung ein neuer Stadtteil mit 250 Wohneinheiten entsteht und damit mehr potenzielle Besucher in den Kometen bringen wird. Ein Stück weiter runter an der Straße, an der der Jugendtreff liegt, wird außerdem bald der Baumpark Pinneberg eingeweiht. Ein Projekt, das Weihs sauer macht. „Hier wäre das Geld dringender nötig als für so einen Park“, sagt sie. „Ich verstehe nicht, warum die Stadt nichts tut“, sagt Weihs. Im Rathaus sind die Zustände des Jugendtreffs bekannt. Im Haushalt für 2016 wurden 170.000 Euro für eine Erweiterung des Jugendtreffs von 100 Quadratmetern eingeplant. Doch: „Derzeit können die Mittel nicht genutzt werden, da uns die Kreditgenehmigung fehlt“, teilte Stadtsprecher Stefan Krappa auf Anfrage dieser Zeitung mit. Wann genau das Geld für Investitionen freigegeben wird, ist noch unklar.

Doch Weihs und ihre Mitstreiter hoffen nicht nur auf die Unterstützung der Stadt: „Ich möchte auch an Sponsoren appellieren. Hier ist eine tolle Einrichtung.“ Der Komet sei keine Auffangstation, sondern eine Einrichtung, die gute pädagogische Arbeit leiste. Bisher würde diese nicht von Sponsoren unterstützt. Bereits im Dezember sammelte Bettina Springler mit anderen engagierten Eltern hunderte Unterschriften für den Neubau des Jugendhauses. Die Liste wurde Bürgermeisterin Urte Steinberg vorgelegt. Steinberg konnte jedoch keine Zusage machen. Nun gilt es für die Eltern, Kinder und Mitarbeiter der Einrichtung auf die Genehmigung der Investition zu warten.

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erstellt am 09.Jul.2016 | 15:00 Uhr

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