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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 03:03 Uhr

Kita-Abschiede in Pinneberg : Ellen Heidecker und Irene Goldenstein-Glöer gehen in den Ruhestand

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Personelle Veränderungen in den Kitas in Pinneberg-Waldenau und am Hindenburgdamm.

Ellerbek/Pinneberg | Sie sind zwei Urgesteine: Ellen Heidecker, seit 33 Jahren Kindergarten-Leiterin in Ellerbek und Irene Goldenstein-Glöer, die seit 37 Jahren die Kita in Pinneberg-Waldenau leitet. „Wir kennen uns seit 1978, als wir beide in der Pinneberger Kita am Hindenburgdamm gearbeitet haben“, berichtete Heidecker. Am 1. Juli verabschiedet sich Heidecker in den Ruhestand, einen Monat später hat Goldenstein-Glöer ihren letzten Arbeitstag. Gemeinsam blickten die Freundinnen auf ihre Arbeit zurück.

Wäre es nach ihren Vätern gegangen, würde Heidecker heute in einer Bank und Goldenstein-Glöer im Finanzamt sitzen. „Ich bin im Dorf aufgewachsen, war schon früh Handball-Trainerin und später Jugendgruppen-Leiterin in der Kirchengemeinde“, berichtete Heidecker. So sei ihr Interesse an Erziehung und Psychologie gewachsen. Heimlich habe sie sich dann für ihre Ausbildung entschieden.

„Mein Vater staunte nicht schlecht, als ich mit dem ersten Zeugnis nach Hause kam – es war hervorragend“, sagte Heidecker. Ihre Berufswahl habe sie nie bereut. „Ich habe unglaublich gern gearbeitet, das empfinde ich als riesengroßes Geschenk“, sagte Goldenstein-Glöer. Mit Energie und Elan habe sie immer wieder Neues ausprobiert. „Die Gestaltungsmöglichkeiten in diesem Beruf sind sehr vielfältig“, bestätigte Heidecker.

Eines der Projekte, das beide schon vor 30 Jahren anschoben, waren die Kinderkleider- und Spielzeugmärkte. „Ich habe mal ausgerechnet, dass wir seither ungefähr den Wert eines Einfamilienhauses erwirtschaftet haben“, sagte Heidecker. Geld, das zurück in die Kitas floss und dafür sorgte, dass sie qualitativ hochwertige Ausstattung vorweisen können.

Die größte Veränderung erlebten beide hinsichtlich der Öffnungszeiten. „Das Betreuungsangebot hat sich verändert und damit die Bedürfnisse der Kinder“, beschrieb Heidecker. Die Bereiche, in denen eine Kita die Erziehung übernehme, seien größer geworden, weiß auch Goldenstein-Glöer. „Ich habe immer auf familienergänzende Pädagogik gesetzt“, erklärte sie.

Genügend Raum

Viel Wert legten beide darauf, dass dem freien Spiel genügend Raum bleibt. „Kinder sind heute auf der Schnellstraße, sie brauchen mehr Entschleunigung“, sagte Heidecker. Die Frage eines Kindes „Mama, wann habe ich Zeit zum Spielen?“ habe sie sehr nachdenklich gestimmt. „Spielen ist der Beruf des Kindes“, betonte die Kita-Leiterin. „Dazu gehören auch Turnen, Balancieren, rückwärts Hüpfen, Dinge be-greifen“, ergänzte Goldenstein-Glöer.

Überdimensional zugenommen habe der Bereich der Dokumentation. „Das frisst viel Zeit und war immer nicht so meins“, gab Goldenstein-Glöer zu. Sie habe lieber mit Menschen gearbeitet. Heidecker dagegen delegierte Basteln und Malen lieber an andere. „Motivieren, im Team arbeiten, organisieren – es gibt vielfältige Aufgaben, für die manchmal leider viel zu wenig Zeit bleibt“, bedauerte Heidecker.

Beide haben auch schon erlebt, dass ehemalige Schützlinge ihre Kinder bei ihnen anmelden. „Das ist ein erfüllendes Gefühl“, sind sich beide einig. Auch, dass manche Freundschaften aus Kindergarten-Tagen bis heute halten, macht sie stolz. Für Goldenstein-Glöer ist ein Abschiedsgottesdienst am Sonntag, 26. Juni, um 15 Uhr in der Pinneberger Kreuzkirche geplant. Heideckers Andacht ist am Sonntag, 17. Juli, 10 Uhr, in Ellerbek.

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erstellt am 15.Jun.2016 | 16:15 Uhr

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