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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 21:21 Uhr

Businesspark in Wedel : Elbcubes: Ein Würfel ist fast belegt

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Mindestens zwei der fünf Gebäude sind höher als von der Stadt vorgesehen. Architekt wirbt um Ausnahmegehmigung.

Wedel | Noch steht keiner der Elbcubes in Wedels Businesspark, aber das Interesse der Unternehmen an einem Platz in den würfelförmigen Bürogebäuden ist offenbar schon groß. Die Räume im mit sieben Etagen höchsten der fünf Gebäude sind nahezu komplett vermietet. Nach Angaben des federführenden Planungsbüros „Umbauter Raum“ beginnen jetzt Verhandlungen mit potenziellen Mietern und Käufern von Büros im ersten fünfgeschossigen Bau. „Außerdem gibt es einen Kaufinteressenten für den Vierer an der Wasserseite“, sagte Ingenieur Armin Liefländer vom Planungsbüro gestern gegenüber unserer Zeitung. Er hoffe, dass der Vertrag Ende des Jahres unterzeichnet werden könne.

Am Tag zuvor hatte Liefländer zusammen mit Projektleiter Jochen Kögler unter den Mitgliedern des Planungsausschusses um Zustimmung für eine Abweichung vom Bebauungsplan gebeten und war trotz einiger Bedenken tendenziell auf positive Resonanz gestoßen.

Die Elbcubes sollen eine architektonische Besonderheit werden, in ihrer Form inspiriert vom legendären Apple-Design. Allerdings werden vier der fünf Gebäude in der Höhe von den Vorgaben des Bebauungsplans abweichen. Und das geht nicht ohne die Zustimmung der Politik. Kögler warb deshalb um Wohlwollen. Kritiker machten während der Sitzung am Dienstag allerdings auf mögliche Folgen einer Ausnahmegenehmigung zu diesem frühen Zeitpunkt aufmerksam und fürchten die Schaffung eines Präzedenzfalls.

Fünf Quader aus Glas, entworfen von Ingenieur Liefländer und seiner Planungsgruppe, sollen die ersten Gebäude im Businesspark Elbufer sein. 10.000 Quadratmeter in Top-Lage sicherte sich der öffentlich bislang nicht in Erscheinung getretene Investor für das gesamte Bauvorhaben, zu dem auch die Schaffung von Autostellplätzen gehört.

Der Anfang wird mit dem einzigen Siebener gemacht, wie der Glasturm von den Architekten bezeichnet wird. Er ist der Hochpunkt, den der Masterplan für die Bebauung vorsieht. Der Wunschtermin für den ersten Spatenstich liegt im Dezember, in der zweiten Hälfte des kommenden Jahres könnte das würfelförmige Bürogebäude stehen. Dann, so Projektleiter Kögler, werde Zug um Zug weitergebaut, möglicherweise auch an mehreren Cubes gleichzeitig.

In der südwestlichen Ecke soll der siebengeschossige Bau 30 Meter in die Höhe ragen und im Idealfall 200 Arbeitsplätze beherbergen. „Wir haben inzwischen den Bauantrag eingereicht“, so Kögler. Schwierigkeiten mit der Genehmigung sind kaum zu erwarten, dieser Turm erfüllt alle Vorgaben des Bebauungsplans, Vorbehalte gegen die Architektur gibt es in der Politik nicht, wie Ausschussvorsitzender Michael Schernikau (CDU) betonte.

Allerdings werden die beiden folgenden Gebäude, eines vier- und eines fünfstöckig, nach aktuellem Stand die im B-Plan vorgesehene Höchstgrenze überschreiten. Der Vierer liegt nach Angaben Köglers knapp 1,50 Meter darüber, der Fünfer sogar knapp fünf Meter. Die Architektur vereinige gestalterische Gesichtspunkte mit Wirtschaftlichkeit und folge einer besonderen Dramaturgie, erläuterte der Projektleiter und erntete von den Mitgliedern des Planungsausschusses durchaus Zustimmung.

Auch SPD-Fraktionsvorsitzende Sophia Jacobs-Emeis kann der Idee einer treppenartigen Anordnung der Gebäude viel abgewinnen. „Daraus ergibt sich ein stimmiges Bild“, sagte sie, stört sich aber an der Idee, schon für das erste Bauprojekt Abweichungen vom im Februar in Kraft getretenen Bebauungsplan zuzulassen. Ähnlich sieht es Olaf Wuttke (Grüne). „Der B-Plan ist gerade mal 13 Monate alt, und schon gibt es massive Abweichungen. Da hätten wir uns die ganze Vorarbeit sparen können“, sagte er. Für Liefländer steht und fällt mit einer Ausnahmegenehmigung die sorgsam geplante Optik des gesamten Gebäudeensembles. „Das Projekt lebt von dieser treppenartigen Abstufung und macht den Entwurf schlüssig“, sagte er gestern. Die Art der Unternehmen, die sich für eines der Büros interessieren, reicht „von der Arztpraxis bis zum Medienunternehmen“, so Projektplaner Liefländer.

Sie können etagenweise kaufen oder mieten, auch ein komplettes Gebäude oder nur ein geräumiges Büro. „Wir können jede Etage in vier gleich große Einheiten unterteilen. Kleiner geht es dann aber nicht mehr.“ Auch Liefländer wird in die Elbcubes ziehen und von dem neuen Büro aus unter anderem die Bauleitung koordinieren. Unklar ist indes weiter, wer das Großprojekt finanziert. „Der Investor will anonym bleiben“, so Liefländer.

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erstellt am 03.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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