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Pinneberger Tageblatt

23. März 2017 | 11:33 Uhr

DAS SONNTAGSGESPRÄCH : „Einheitsbrei in der Politik gefällt vielen nicht“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Interview: Heute mit Volker Kirchhoff, Ehrenvorsitzender der Senioren-Union Rellingen.

Rellingen | Volker Kirchhoff wurde vor Kurzem zum Ehrenvorsitzenden der Rellinger Senioren-Union ernannt. Im Sonntagsgespräch berichtet Kirchhoff von der Arbeit der Senioren-Union und erklärt, was ihn an der aktuellen Politik stört.

Warum initiierten Sie 2004 die Gründung der Senioren-Union in Rellingen?
Es ging darum, dass sich die Älteren zusammentun und gemeinsam etwas unternehmen. Sie sollten nicht alleine in ihren vier Wänden hocken. Die Senioren sollten sich nicht an die Seite stellen lassen und stattdessen kundtun, dass sie ein Teil der Gesellschaft sind, der einiges zu erzählen hat. Ich persönlich habe immer gerne zugehört, wenn ältere Verwandte ihre Geschichten erzählten. Davon kann man einiges lernen. Zudem gelang es mir schon immer gut, Kontakt zu älteren Menschen aufzubauen.

Wie sieht die Arbeit der Senioren-Union aus?
Reisen unternehmen, Sport treiben, Ausflüge - wir versuchen die Menschen im Leben zu halten und wollen verhindern, dass sie vereinsamen. Durch unsere Infoveranstaltungen bringen wir den Senioren die Politik nahe und berichten vor allem, was in Rellingen passiert. Da die Senioren Union Teil der CDU ist, stellen sich vor Wahlen auch deren Kandidaten vor.

Welche Bedeutung hat die Senioren-Union innerhalb der CDU?
Man erinnert sich vor allem dann an uns, wenn Wahlen anstehen. Die größte Wählergruppe sind nun mal die Älteren. Die machen ihr Kreuz am ehesten bei der CDU. Etliche sind aber nicht mehr damit einverstanden, wie sich die Partei entwickelt hat. Das geht mir genauso.

Was stört Sie besonders?
Ich halte zum Beispiel die Abschaffung der Wehrpflicht für einen Fehler. Außerdem stört mich, dass wir immer mehr Kompetenzen an die EU abgeben und für alles Brüssel die Schuld zuweisen, um von der eigenen Verantwortung abzulenken. Auch Recht und Ordnung sind in der heutigen Zeit in Frage gestellt. Wo ist das Prinzip Schuld und Sühne geblieben? Ein Problem ist, dass derzeit so gut wie alle Parteien in eine Richtung laufen. Dieser Einheitsbrei gefällt vielen Menschen nicht. Früher wusste man genau, für welche Richtung eine Partei steht. Diese Zuordnung gibt es heute leider nicht mehr. Trotz allem gebe ich der CDU bei den Bundestagswahlen gute Chancen. Die anderen Parteien sind für die meisten Menschen keine Alternative.

Sie gehörten früher auch der Rellinger Gemeindevertretung an. Wieso engagieren Sie sich in der Politik?
Ursprünglich war ich im Sport aktiv und zum Beispiel Herausgeber der Vereinszeitung des SC Egenbüttel. Außerdem engagierte ich mich beim Rellinger Turnverein als stellvertretender Vorsitzender. Und wer sich irgendwo ehrenamtlich einbringt, wird eigentlich immer gefragt, ob er sich noch woanders engagieren möchte. So kam ich dann zur Politik.

Was motiviert Sie dazu, sich ehrenamtlich zu engagieren?
Ich kenne es aus meiner Familie nicht anders. Mein Vater lebte mir vor, wie wichtig es ist, etwas für andere zu tun. Er hatte etliche verschiedene Posten und packte dort mit an, wo er gebraucht wurde.

Volker Kirchhoff (80) initiierte 2004 die Gründung der Senioren-Union in Rellingen und war bis 2009 deren Vorsitzender. Vor Kurzem wurde er zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Für die CDU gehörte er auch der Rellinger Gemeindevertretung an. Kirchhoff arbeitete vor dem Ruhestand als Schiffsingenieur, ist verheiratet, hat zwei Kinder und zwei Enkelkinder.
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erstellt am 19.Mär.2017 | 15:00 Uhr

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