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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 12:42 Uhr

Nach der Explosion in Niedersachsen : Eingeschränkter Tank-Betrieb für Erdgas-Autos im Kreis Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sicherheitsdebatte: Nach der Explosion eines Erdgas-Autos in Duderstadt reagieren Anbieter im Kreis Pinneberg unterschiedlich.

Kreis Pinneberg | Die Explosion eines Erdgas-Autos an einer Tankstelle in Süd-Niedersachsen schlägt Wellen bis in den Kreis Pinneberg. Bei Nachfragen an die Betreiber der Tankstellen ist eine Mischung aus abwartender Haltung, Frust und Unsicherheit zu spüren. Und die Erdgas-Kunden stoßen an den Zapfsäulen erst einmal auf Hinweisschilder: „Die Gas-Säulen sind außer Betrieb“, ist an der Esso-Tankstelle in Elmshorn zu lesen und bei der Aral-Tankstelle in Tornesch ist zu lesen „Lieber Erdgaskunde, bitte melden Sie sich vor Betankung Ihres Ergasfahrzeugs beim Stationspersonal.“

Nach der Explosion beim Betanken eines Erdgas-Autos hat die Staatsanwaltschaft Göttingen ein Strafverfahren eingeleitet. „Wir ermitteln gegen Unbekannt wegen des Verdachts der fahrlässigen Körperverletzung“, sagte ein Sprecher. Am Freitag vor einer Woche war in Duderstadt ein Autofahrer durch umherfliegende Trümmerteile schwer verletzt worden, als es beim Betanken eines VW Touran an einer Erdgaszapfsäule zu einer Explosion kam. Bei Volkswagen läuft schon seit einiger Zeit eine Rückrufaktion von Erdgasautos. Dabei geht es um den vorsorglichen Tausch von Gasflaschen. Betroffen sind mehr als 35000 Fahrzeuge der Modelle Caddy, Passat und Touran aus den Baujahren 2006 bis 2010.
„Außer Betrieb“: Der Hinweis in Elmshorn.
„Außer Betrieb“: Der Hinweis in Elmshorn. Foto: Kleist

Bei der Pinneberger Kfz-Zulassungsstelle sind derzeit laut Verwaltung etwa 244.000 Kraftfahrzeuge registriert. Davon haben 185 Fahrzeuge einen Erdgas-Antrieb. Vier Tankstellen bieten laut www.ergdas.info den Treibstoff an: Die Aral-Niederlassungen in Tornesch und Wedel, die Oil-Tankstelle in Schenefeld und die Esso in Elmshorn. In der Krückaustadt gehört die Zapfsäule den Stadtwerken Elmshorn, die Esso-Mitarbeiter kümmern sich um den Bezahlvorgang. Stadtwerke-Chef Sören Schuhknecht war in der vergangene Woche der Empfehlung gefolgt, den Betrieb der Zapfsäule vorerst einzustellen. „Wir warten ab, was die Ermittlungen zu dem Fall von Duderstadt nun ergeben“, sagte Schuhknecht auf Nachfrage unserer Zeitung: „Aber bis ein klares Ergebnis vorliegt, geht die Sicherheit natürlich vor.“

Nach einem anfänglichen Verkaufsstopp hat Aral seinen Pächtern nun empfohlen, entweder die VW-Modelle Touran, Passat und Caddy unabhängig von deren Baujahr oder aus operativen Gründen alle VW-Fahrzeuge von der Betankung auszuschließen, teilte der Konzern gestern in Bochum mit. Die Tankstellen sollen die Erdgas-Zapfsäule über das Kassensystem sperren und jeden Tankvorgang einzeln freischalten, um eine sichere Betankung zu ermöglichen.

Der explodierte VW-Touran in Duderstadt.
Der explodierte VW-Touran in Duderstadt. Foto: dpa
 

Ähnlich verfährt auch Shell. „Nachdem Shell Sicherheitsfragen eingehend geprüft hat, haben wir uns entschieden, unseren Tankstellenpartnern zu empfehlen, den Verkauf von Erdgas auf Nachfrage selektiv wieder freizugeben“, sagte eine Sprecherin. Die Erdgas-Zapfsäulen an Shell- Tankstellen seien grundsätzlich erst einmal gesperrt. Die Kunden müssten sich zunächst beim Tankstellenpersonal anmelden, wenn sie tanken wollen. Vom Tanken ausgeschlossen seien Erdgas-Fahrzeuge von VW. Volkswagen hatte verschiedene Modelle wegen möglicher Korrosionsschäden zurückgerufen; das Unfallfahrzeug war diesem Rückruf jedoch noch nicht gefolgt.

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erstellt am 19.Sep.2016 | 10:00 Uhr

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