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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 01:33 Uhr

„Eine Stiftung muss sichtbar sein“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bilanz Klaus Parusel spricht im Interview über die Entwicklung der Bürgerstiftung Rellingen / Geschäftsführer gibt sein Amt ab

Klaus Parusel ist seit dem zweiten Jahr der im März 2010 gegründeten Bürgerstiftung Rellingen deren ehrenamtlicher Geschäftsführer. Zum 1. Juli dieses Jahres gibt er dieses Amt ab. Im Interview mit dieser Zeitung blickt er auf seine Arbeit zurück und spricht über die Suche nach einem Nachfolger.


Sie geben Ende Juni das Amt des Geschäftsführers ab. Wie fällt Ihr Fazit aus?
Klaus Parusel: Es war eine schöne und bewegte Zeit. Ich durfte die Bürgerstiftung von Anfang an begleiten und hautnah miterleben, wie sie wächst; Mittel einwerben, Veranstaltungen organisieren, ganz viele Menschen kennenlernen - die vielfältige Arbeit bereitete mir enorme Freude.

Was waren für Sie die Höhepunkte?
Eigentlich war jedes Gespräch und jede Begegnung ein Höhepunkt und bereitete Freude, weil alles auf Erfolg ausgerichtet war. Mir persönlich ist wichtig, dass ich dazu beitragen konnte, das Vermögen der Stiftung zu erhöhen. Glanzpunkte stellten auch Veranstaltungen wie das „Bunte Essen“ für Kinder und die Lesewochen dar.

Ist die Stiftung in Rellingen fest etabliert?
Auf jeden Fall. Selbst Personen, die mit der Stiftung bisher keinen Kontakt hatten, haben sie in ihrem Testament bedacht. Das bedeutet nicht nur, dass sich irgendwann das Stiftungsvermögen erhöht. Auch Grundvermögen kommt dazu. Das zeigt, wie gut die Stiftung in Rellingen angenommen wird.

Welche Bedeutung hat die Stiftung?
Sie gibt Personen die Möglichkeit, Gutes für ihre Heimatgemeinde zu tun und sich finanziell für bestimmte Projekte zu engagieren, zum Beispiel für die Familienlotsin. Die unterstützt seit inzwischen drei Jahren Rellinger Familien. Solche Projekte könnten ohne die Stiftung vermutlich nicht realisiert werden. Auch Veranstaltungen wie das „Bunte Essen“ und die Lesewochen sind ein fester Teil des Rellinger Lebens geworden. Ich finde es wichtig, dass eine Stiftung nach außen sichtbar ist. Sie muss agieren und für den Bürger da sein. Wenn man eine Stiftung lebt und den Ort daran teilhaben lässt, ist das eine enorme Bereicherung für die Gemeinde.

Gibt es Erlebnisse, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?
Schon der Start war etwas Besonderes. Ich war zwei Jahre amtlich bestellter Betreuer von Erststifterin Frau Irmgard Lüdt. Dass sie uns durch ihre Erbschaft den Aufbau der Stiftung ermöglichte, hat mich enorm beeindruckt. Auch die Gespräche mit den Förderern und die Unterstützung der Rathaus-Mitarbeiter bedeuteten mir viel. Es ist etwas Besonderes, gemeinsam nach Wegen zu suchen, etwas Gutes zu tun.


Was ist der Grund für Ihren Rückzug?
Ich möchte mehr Zeit mit der Familie verbringen. Besonders die Zeit mit meinen Enkeln genieße ich und will diese nicht unter Zeitdruck wahrnehmen, weil ich noch andere Aufgaben habe.

Was steht als Nächstes bei der Stiftung an?
Am Sonnabend, 4. Juni laden wir von 14 bis 18 Uhr auf dem Gelände der Caspar-Voght-Schule wieder zum „Bunten Essen“ ein. Wir haben rund 50 Helfer und zahlreiche Spender, die dafür sorgen, dass alles reibungslos klappt. So bringen wir Kindern und Erwachsenen nahe, was gesunde Ernährung bedeutet. In den Kindergärten und Schulen wird das Thema ebenfalls behandelt, um auf die Aktion vorzubereiten. Die Veranstaltung richten wir bereits zum dritten Mal aus. Das zeigt, wie gut sie angenommen wird.

Werden Sie der Stiftung weiterhin verbunden bleiben?
Verbunden ja. Wenn Helfer gebraucht werden, bin ich gern weiter dabei. Allerdings werde ich mich nicht mehr um Organisatorisches kümmern.

Gibt es bereits einen Nachfolger, der Ihre Aufgaben als Geschäftsführer übernehmen wird?
Wir arbeiten daran und führen Gespräche. Die Suche gestaltet sich aber schwierig. Wer Interesse an der Aufgabe hat, kann sich an mich wenden. Gern würde ich meinen Nachfolger bis zum 30. Juni einarbeiten.




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