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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 19:21 Uhr

Ein Riesentank fürs Kraftwerk

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Energie Stadtwerke installieren an der Bekstraße einen Tank für Wärmeenergie / Anlage geht im November ans Netz

Die Arbeiten am neuen Blockheizkraftwerk (BHKW) an der Wedeler Bekstraße gehen voran. Gestern hat das Elmshorner Unternehmen Kühl einen 300-Tonnen-Kran geschickt, der einen Wärmespeicher für das Kraftwerk vom Standstreifen an der Straße neben das Kraftwerksgebäude hievte. Die Bekstraße war während des gesamten Vormittags gesperrt.

Der Speicher ist ein Trum mit 165  000 Litern Fassungsvermögen. Zum Vergleich: In eine Badewanne passen 120 bis 150 Liter. Der Riesentank hat einen Durchmesser von 3,8 Metern, mit Isolierschicht sogar 4,2 Metern. Er ist mehr als 15 Meter lang. „Von dem alten Kraftwerk gibt es im Grunde nur noch die Gebäudehülle und Leitungen. Alles andere wird komplett ausgetauscht“, sagt Verena Schmitt, Projektleiterin bei den Stadtwerken.

Das BHKW wurde 1990 gebaut – und ist längst nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. BHKWs dienen der gekoppelten Produktion von Strom und Wärme. Früher lief das Kraftwerk fast pausenlos im Grundlastbetrieb. Weil die eingespeisten Strommengen im deutschen Netz wegen der erneuerbaren Energie und ihrer Wind- und Sonnenabhängigkeit inzwischen stark schwanken, bauen die Stadtwerke eine flexibel steuerbare Anlage. „Es ist ja Unsinn, Gas zu verfeuern, wenn ohnehin viel Strom im Netz ist. Die Anlage wird in Zukunft nur noch bei Bedarf betrieben“, sagt Schmitt.

Das alte BHKW hatte auch keinen Speicher. Das Ungetüm, welches gestern an seinem Bestimmungsort platziert wurde, kann in Zukunft überschüssige Wärmeenergie aufnehmen und dann an die angeschlossenen Abnehmer abgeben, wenn sie gebraucht wird. Zu den Abnehmern zählen Wohnhäuser, die Badebucht, das TSV-Zentrum sowie das Kinder- und Jugendzentrum und die Kita Bekstraße.

Das neue BHKW neben der Sportanlage soll bei einem sogenannten Blackout, einem flächendeckenden Stromausfall, zudem wichtige Einrichtungen wie das Krankenhaus oder die Feuerwache mit Strom versorgen. Die Kapazität erhöht sich von 150 Kilowatt elektrischer und 280 Kilowatt thermischer Leistung in jeweils einem von drei Modulen auf 1,5 Megawatt und 1,6 Megawatt. Zukünftig wird es nur noch ein mit Erdgas betriebenes Modul geben. Statt durch einen zehn Meter hohen Schornstein rauschen die Abgase bald durch einen 24-Meter-Spargel.

Wenn alles glatt läuft, geht das neue Kraftwerk in diesem November ans Netz. Die Stadtwerke Wedel betreiben im Stadtgebiet insgesamt vier BHKWs. Weitere stehen an der Wiedestraße, im Wohnpark Schulau und am Johann-Rist-Gymnasium.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 11:31 Uhr

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