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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:20 Uhr

Von Regenrinnen in den Büros : Ein Jahr später als geplant: Bauarbeiten am Amtsgericht sind abgeschlossen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die umfassenden Bauarbeiten am Amtsgericht in Pinneberg sind abgeschlossen – ein Jahr später als ursprünglich geplant.

Pinneberg | Diese Sanierung hat die 130 Mitarbeiter des Amtsgerichts Pinneberg viele Nerven gekostet: Seit April 2015 wurde das Gericht an der Bahnhofstraße 17 umfangreich saniert. Nun sind die Maßnahmen abgeschlossen. Ab heute sitzen die Juristen wieder in den Sälen im Amtsgericht.

Ursprünglich auf bis Ende 2015 angesetzt, verzögerten sich die Sanierungsarbeiten immer und immer wieder. Bettina Morik, Leiterin des Amtsgerichts, sagt deutlich: „Das war eine Fehlplanung.“ Denn der Betrieb sollte trotz Baustelle weitestgehend weiterlaufen. Dass das nicht möglich war, zeigte sich schnell. „Man konnte hier nicht mehr telefonieren, geschweige denn einen klaren Gedanken fassen“, berichtet Morik. Messungen hätten ergeben, dass die Bauarbeiten dauerhaft eine Lautstärke von 100 Dezibel verursacht hätten. Nur die Verhandlungen wurden während der 19 Monate in der AKAD Hochschule in Pinneberg geführt.

Das Gebäude hat nun unter anderem neue Fenster und Türen, es ist an die Brandschutzbestimmungen angepasst, hat eine neue Wärmedämmung und ein neues Dach erhalten. Das 1976 erbaute Amtsgericht war lange Zeit sanierungsbedürftig – und ist nun wieder auf aktuellem Stand. Alte Leuchten, Relikte aus den 1970er Jahren, sind ausgetauscht worden, Türen und Wände hell gestrichen. Es ist moderner und freundlicher geworden. Außerdem gibt es statt zuvor sechs nun neun Gerichtssäle. Davor sei jeder Raum zu jeder Zeit besetzt gewesen, so Morik.

Die 130 Mitarbeiter konnten heraushandeln, dass die Bauarbeiter erst ab mittags um 12 Uhr statt morgens um 7 Uhr mit den Arbeiten anfangen. Das ist ein Grund für die deutlich verlängerte Bauphase. „Das Leben der Mitarbeiter ist seit April 2015 geprägt von Baulärm. Das ist ermüdend“, fasst Morik zusammen. Ein weiterer Grund für die Verzögerung: Mehrmals seien Teile des Dachs eingebrochen. „Wir hatten solche Wassereinbrüche, dass tatsächlich Regenrinnen in den Büros verlegt werden mussten“, sagt Morik. Im Eingangsbereich habe knöchelhoch Wasser gestanden. „Es war alles voll Wasser. Das waren Fehler bei der Bauausführung.“

Angesetzt bis Ende 2015

Ursprünglich angesetzt waren die Baumaßnahmen bis Ende 2015 und dafür ein Kostenrahmen von fast 4,3 Millionen Euro. Durch die Verzögerung von fast einem Jahr sind die Kosten auf 4,75 Millionen Euro gestiegen, heißt es vom Gebäudemanagement Schleswig-Holstein (GMSH) als Bauherr.

Heute geht der Betrieb nun richtig weiter. Einzig ein paar Schilder fehlen noch. „Ich bin froh, dass wir nun erstmal Ruhe haben. Zumindest für eine gewisse Zeit“, sagt Morik. Denn schon im Frühjahr 2017 geht es mit dem Baulärm weiter: Dann müssen Pfeiler, auf denen das Gebäude teilweise steht, saniert werden. Es gebe laut Morik zwar kein Problem mit der Statik, dennoch seien die Sanierungen notwendig. Wenn alles gut geht, sollen diese Arbeiten im Sommer 2017 fertig sein. Vielleicht kehrt dann endlich die langersehnte Ruhe ein.

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erstellt am 01.Dez.2016 | 12:00 Uhr

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