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Pinneberger Tageblatt

27. April 2017 | 16:48 Uhr

Eigenes Leben in die Hand nehmen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

17. Suchtpräventionstage Facettenreiches Angebot für Schüler des zehnten Jahrgangs am Wolfgang-Borchert-Gymnasium

Alkohol, Zigaretten, Magersucht und auch das Internet. Sucht hat viele Gesichter. Wie schnell der Einzelne in die Abhängigkeit geraten kann, haben viele Jugendliche teilweise schon hautnah erlebt. 130 Mädchen und Jungen setzen sich bei den 17.          Suchtpräventionstagen am Halstenbeker Wolfgang-Borchert-Gymnasium intensiv mit der Problematik der Abhängigkeit auseinander.

Auf die Schüler des zehnten Jahrgangs wartet dabei an drei Projekttagen, von morgen bis 10. März, ein facettenreiches Angebot. „Wir haben von den Schülern sehr gute Rückmeldungen“, betont Lehrerin Veronika Schwald. Es bestehe ein „starker Bedarf“, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen. Die Jugendlichen hatten bereits die Chance, ihre Projektanbieter kennenzulernen.

Sie dürfen sich für eins von insgesamt acht Projekten entscheiden. Die Aktionstage sind, wie in den vergangenen drei Jahren, in eine Vorhaben-Woche eingebettet. Während sich die Zehntklässler mit dem Thema Sucht auseinandersetzen, beschäftigen sich ihre Mitschüler mit Wolfgang Borchert, dem Namensgeber der Schule.

Wie entsteht Sucht? Welche alternativen Strategien kann man entwickeln? Während der teilweise auch meditativen und künstlerischen Projektansätze verlieren die Schüler laut Lehrer Marcus Baumann Grundsatzfragen nicht aus dem Auge.

Das von Ortsjugendpflegerin Daniela Spitzar veranstaltete Kunst-Angebot „Warten“ beinhaltet ein Verfahren mit einer außergewöhnlichen, auf Leinwand projizierten Pigmenten-Technik. Eine Kunsttherapeutin sorgt während eines Besuchs der Hamburger Kunsthalle dafür, dass die Jugendlichen neue Einblicke erhalten. Bogenexperte Dirk Rößner produziert mit den Schüler Bögen aus Rattan. „Beim Bogenbau- und -schießen-Vorhaben“ geht es darum, sich selber Ziele zu setzen“, erläuterte Baumann.

„Blickwechsel – das eigene Leben in die Hand nehmen – das eigene Leben aus der Hand geben“ ist ein Angebot von Silvia Stolze und Jörn Folster vom Kreisjugendschutz Pinneberg. Die Jugendlichen werden dabei mit abhängigen Menschen konfrontiert. Sie besuchen die Fachklinik Bokholt für Kurzzeitrehabilitation und Qualifizierten Entzug. Die Schüler können beim „Erkundungsgang mit Hinz und Kuntz“ nach Folsters Worten „unglaubliche Erkenntnisse“ gewinnen.

Beim Programm Tai Chi und Qi Gong mit Sportlehrerin Ulrike Mrotzek stehen Entspannung und Stress-Bewältigungsmethoden im Vordergrund. Mehr Action orientierte Schüler können beim Musiker, Produzente und Percussionisten Detlef von Boetticher im Zuge des Samba-Reggae- Workshops auf ihre Kosten kommen.

Daniel Mietz und Freimut Falk versuchen beim Vorhaben „Jeder kann, keiner muss und jeder wie er will“ Bilder in Worte zu fassen. „Wir möchten im Juba23 etwas produzieren, was wir der Öffentlichkeit präsentieren“, verriet JubA  23-Leiter Falk. Die Schüler kommen beim Malen, Zeichnen, Schreiben und Film-Dreh auf ihre Kosten.

Unter dem Motto „Koch dein eigenes Süppchen“ mit Alexandra Geinitz dürfen Gourmet-Freunde ihre Künste im Zuge eines Kochprojekts realisieren. Lerncoach Josefin Heeb-Borstelmann hat sich auf entspanntes Lernen spezialisiert. Mit Musik zum Entspannen und weiteren Praktiken lernen Kinder, mit Spaß zu lernen. „Der Wohlfühl-Faktor spielt eine wichtige Rolle“, bilanziert Borstelmann. Es gebe Methoden, die Schüler „komplett zu entstressen“.


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