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Pinneberger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 21:06 Uhr

DLRG: Party zum 80. Geburtstag

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Jubiläum Die Wedeler Lebensretter laden zu einer Feier am 17. September ein / Organisation mehrfach zu Neuanfang gezwungen

Die Wedeler Ortsgruppe der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) hat eine bewegte Geschichte hinter sich. In diesem Jahr feiert sie ihren 80. Geburtstag. Am Sonnabend, 17. September, lädt sie deswegen alle Wedeler in ihre Wasserrettungswache am Strandbad ein. Mit einem Tag der offenen Tür lässt sie die Gäste hinter die Kulissen blicken.

Die DLRG kann ihren Geburtstag nicht präzise bestimmen. „Der genaue Tag ist leider nicht bekannt, da durch die große Sturmflut 1962 alle Dokumente des Vereins vernichtet wurden“, sagt Jochen Möller, Vorsitzender des Ortsvereins. Fest steht: Die DLRG Wedel gibt es seit 1936. Ziel war, den Bürgern das Schwimmen beizubringen und für die Sicherheit im Strandbad zu sorgen, heißt es in einer Vereinschronik. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die DLRG verboten.

Julius Tobies wurde zweimal Gründer des Ortsverbands. Er hatte den Verein bereits 1936 mit Gleichgesinnten aus der Taufe gehoben. 1948 wagte er mit zahlreichen Mitgliedern der ersten Stunde und vielen Flüchtlingen aus den Ostgebieten den Neuanfang. Das Schwimmen in der Elbe, heute offiziell verboten, war damals selbstverständlich. Sogar Wettkämpfe gab es. 1954 schafften die Lebensretter ihr erstes Rettungsboot an – das Ruderboot „Fritz“. Während der großen Sturmflut von 1962 wurden die Rettungswache am Strand, das Boot, alle Einsatzgeräte und die Vereinsdokumente vernichtet. Die DLRG musste erneut von vorn beginnen.

Weil die Elbe in den 1960er-Jahren völlig verschmutzt war, musste der Badebetrieb eingestellt werden. Die DLRG beteiligte sich mit 1000 Deutsche Mark an dem Bau eines Hallenbads – das entsprach einem Drittel des Vereinsvermögens. Nach dem Bau bot die DLRG dort wieder Schwimmunterricht an und die Zahl der Mitglieder verdoppelte sich. Während der Sturmflut 1976 verlor der Verein erneut fast alles. Trotzdem rettete er 67 Menschen aus Fluten und zusammengebrochenen Häusern.

Um für die ständige Einsatzbereitschaft angemessen ausgerüstet zu sein, wurde 1999 das heutige Motorrettungsboot „Klaar Kimming“ in Dienst genommen. Mit Hilfe Wedeler Unternehmen konnte ein Boot angeschafft werden, welches für viele Unglücksfälle auf der Elbe gerüstet ist. 2011 wurde die DLRG Teil eines wichtigen Netzwerks aus mehreren Ortsgruppen. Mit Anerkennung eines Wasserrettungszuges im Kreis Pinneberg bildete der Verein erstmals in Schleswig-Holstein eine öffentlich anerkannte Katastrophenschutzeinheit. Die DLRG Wedel hat heute mehr als 470 Mitglieder. Über Nachwuchssorgen klagt sie nicht.

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erstellt am 13.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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