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Pinneberger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

„Projekte werden immer wichtiger“ : Dirk Feierbach, Geschäftsführer des Rellinger Turnvereins, über Administration, Jugendangebote und Sponsoringkonzepte

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Sportvereine spielen eine wichtige Rolle in der Gesellschaft. Doch die Herausforderungen für die Einrichtungen werden mehr.

Rellingen | Dirk Feierbach ist seit Januar Geschäftsführer des Rellinger Turnvereins (RTV). Im Interview mit shz.de spricht er über seinen Start und künftige Herausforderungen.

Wie sieht Ihre Arbeit als Geschäftsführer aus?
Die Aufgaben sind vielfältig. Als Geschäftsführer bin ich für die Verwaltung aller Abteilungen zuständig. Dadurch bin ich in alle Bereiche im Verein eingebunden. Das macht meine Arbeit enorm spannend, ist aber auch eine große Herausforderung. Gerade die Administration nimmt viel Zeit in Anspruch. Bei den einzelnen Veranstaltungen ging es für mich bisher vor allem darum, erst einmal die Abläufe kennenzulernen und zu erfahren, wo ich zum Beispiel Helfer finde, die vor Ort mit anpacken.

Was haben Sie sich als Nächstes vorgenommen?
Die Hallenzeiten sind wie in allen anderen Vereinen immer ein Thema. Wir sind dabei, den aktuellen Hallenplan zu optimieren und zu schauen, wo Lücken und Spielräume sind. Auch eine Flexibilisierung der Gesundheitskurse halte ich für wichtig. Die Menschen binden sich nur ungern längerfristig. Dem müssen die Vereine Rechnung tragen. Wir wollen den Mitgliedern die Möglichkeit geben, einiges auszuprobieren und verschiedene Angebote in Anspruch zu nehmen. Derzeit ist das Kursussystem noch relativ starr. Wir wollen versuchen, das zu ändern. Es ist eine große Herausforderung, dafür den passenden Weg zu finden, ohne die Beiträge zu erhöhen. 2017 stehen zudem neue Sponsoring- und Kommunikationskonzepte auf der Agenda.

Was ist Neues geplant?
Der RTV will ab 2017 auch den Reha-Sport in das Programm integrieren. Viele Anfragen zeigen, dass der Bedarf dafür da ist. Qualifizierte Übungsleiter, die diesen Bereich abdecken, haben wir bereits. Nun geht es darum, die notwendigen Zertifizierungen zu bekommen. Mögliche Angebote sind Diabetes-Sport, Sport nach Schlaganfall oder Sport nach Krebs. Eine schwierige Aufgabe ist, die große Nachfrage im Kinder- und Jugendbereich zu bewältigen. Tischtennis, Handball, Turnen - der Zulauf ist überall riesig. Deshalb wäre es wünschenswert, noch zusätzliche Hallenzeiten zu finden, um zum Beispiel eine weitere Gruppe fürs Kinderturnen ins Leben zu rufen.

Dirk Feierbach (37) ist seit Anfang 2016 Geschäftsführer des Rellinger Turnvereins. Der studierte Diplom-Betriebswirt im Fachbereich Sportmanagement wurde im sächsischen Hoyerswerda geboren  und war vor dem Wechsel nach Rellingen fünf Jahre Geschäftsstellenleiter beim TV Vaihingen (Baden-Württemberg).

Gibt es Probleme, mit denen der Verein zu kämpfen hat?
Es ist nicht einfach, die von den Mitgliedern gewünschte Flexibilität in einem traditionellen Mehr-Sparten-Verein umzusetzen – allein durch die Historie. Durch die Quartals-Mitgliedschaften und Kündigungen ist schon eine gewisse Flexibilität da. Das wird aber auf Dauer nicht ausreichen. Ich glaube, dass zeitlich begrenzte Projekte immer wichtiger werden. Ein erfolgreiches Beispiel war der Ferienspaß, den wir im Sommer erstmals angeboten haben.

Was konnten Sie bisher schon bewegen?
Ich denke, dass wir die administrativen Strukturen den modernen Anforderungen angepasst haben. Dazu ist die neue Homepage an den Start gegangen und auch auf Facebook haben wir eine eigene Seite ins Leben gerufen. Damit sprechen wir vor allem die jüngere Generation an.

Wie fällt Ihr Fazit nach fast einem Jahr in Rellingen aus?
Rundum positiv. Ich habe mich hervorragend eingelebt und bin sehr gut eingearbeitet worden, fühle mich also rundum wohl. Der Kontakt zum Vorstand ist eng und alle ziehen an einem Strang, um den RTV gemeinsam voran zu bringen. Wir wollen gemeinsam das ohnehin gute Image des RTV verbessern und das Angebot weiter ausbauen. Auch der Kontakt zu den anderen Vereinen in Rellingen ist gut.

Der RTV kooperiert seit kurzem mit dem VfL Pinneberg, um seinen Mitgliedern das Hockeyspielen zu ermöglichen. Wie wird das Angebot angenommen?
Bisher ist die Nachfrage noch nicht sonderlich groß. Für den RTV ist eine solche Kooperation wie mit dem VfL Pinneberg eine gute Möglichkeit, ein zusätzliches Angebot zu schaffen. Die Mitglieder können in Pinneberg Hockey spielen und brauchen dafür nicht in den VfL eintreten. Im Fitnessbereich gibt es ein ähnliches Modell.

Gibt es weitere Kooperationsmöglichkeiten?
Aktuell sehe ich keine. Für die Zukunft ist das aber nicht auszuschließen. Der RTV ist auf alle Fälle immer gesprächsbereit.

Sie waren früher auch Handball-Trainer. Wollen Sie wieder auf die Trainerbank?
Erst einmal steht der Job im Mittelpunkt. Außerdem tut jedem Coach eine zwischenzeitliche schöpferische Pause gut, um neue Kraft und Energie zu tanken. Das heißt aber nicht, dass ich auf Dauer ausschließe, mich ehrenamtlich als Trainer zu engagieren. Ich bin außerdem weiter als Schiedsrichter aktiv. Da ist man nicht so gebunden und kann sich die Partien aussuchen, die man pfeifen will. Ich finde es spannend, die neuen Regeln im Handball auf dem Feld umzusetzen.

Was macht den Reiz Ihrer Arbeit beim RTV aus?
Ich wollte schon während meiner Schulzeit immer etwas mit Sport machen und habe deshalb Sportmanagement studiert. Ich habe also meinen Traumjob gefunden. Gerade die Vielfalt meiner Arbeit ist enorm reizvoll.

Was zeichnet den Rellinger Turnverein aus?
Die individuelle Betreuung und die engen persönlichen Kontakte. Die sind für einen Verein mit etwa 1600 Mitgliedern außergewöhnlich.

Sie arbeiteten vorher in Baden-Württemberg. Haben Sie sich schon im Norden eingelebt?
Das war kein Problem. Besonders das Wetter im Sommer begeistert mich. Hier ist es nicht so ganz heiß wie in Baden-Württemberg. Das finde ich wesentlich angenehmer. Wenn es nicht so warm ist, kann man draußen wenigstens etwas machen.

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