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Pinneberger Tageblatt

06. Dezember 2016 | 17:06 Uhr

„Bürger wollen in Halstenbek nicht nur schlafen“ : Die Vorsitzende des Halstenbeker Kulturkreises im Interview

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Halstenbek | Tamara Böhning ist Vorsitzende des Halstenbeker Kulturkreises. Im Interview mit www.pinneberger-tageblatt.de erklärt sie unter anderem, was sie sich von Politik und Verwaltung erhofft.

Hat sich die Nutzung der neuen Aula des Wolfgang-Borchert-Gymnasiums für den Kulturkreis positiv ausgewirkt?
Tamara Böhning: Wir sind froh, dass wir diesen schönen Raum mit einer tollen Bühne kostenlos nutzen dürfen. Ich hoffe, dass in Zukunft alles so gepflegt bleibt und auch die Schule weiß, was dort für ein Schmuckstück geschaffen wurde. Die Aula ist gerade für größere Veranstaltungen ideal. Der Auftritt von LaLeLu mit 500 Zuschauern wäre sonst nicht möglich gewesen. Bei einem Ereignis dieser Größenordnung stoßen wir allerdings an unsere Grenzen. Schließlich arbeiten wir alle ehrenamtlich. Deshalb können wir solche Veranstaltungen nicht regelmäßig ausrichten.

Was sind 2016 die größten Veranstaltungen des Kulturkreises?
Die Neujahrsgala und LaLeLu waren bisher die größten Veranstaltungen. Im Oktober kommt Gilla Cremer mit ihrem Theaterstück „Die Dinge meiner Eltern“ in die Aula des Gymnasiums. Dort werden sicherlich auch wieder mehrere hundert Besucher dabei sein. Dazu bieten wir noch zwei Klarinetten-Konzerte an und erwarten Ulrich Pleitgen zur Weihnachtslesung. Ein erfolgreicher Dauerbrenner ist der Jazz-Frühschoppen im Baumschulmuseum. Er gehört wie die Neujahrsgala und die Weihnachtslesung zu den Säulen unseres Programms, an denen wir auch in den kommenden Jahren festhalten werden.

Was macht den Reiz Ihrer Arbeit aus?
Ich interessiere mich für Kultur und verfolge, was in der Metropolregion los ist. Niemand kommt nach Halstenbek, den ich nicht vorher gesehen habe. Künstler zu holen und zu merken, dass unsere Angebote angenommen werden, bereitet mir riesige Freude. Die Nähe zu Hamburg bietet zudem die Möglichkeit, hochkarätige Veranstaltungen zu organisieren, weil die Auswahl dort riesig ist. Gespräche mit den Künstlern, Verhandlungen führen - die Arbeit ist enorm spannend. Anfangs war ich ein wenig scheu. Das hat sich gelegt, weil die Künstler gerne zu uns nach Halstenbek kommen.

Gibt es Künstler, die Sie besonders beeindruckt haben?
Das Satireprogramm von Michael Ehnert hat mich beeindruckt. Auch „hidden shakespeare“ fand ich klasse. Das sind aber nur zwei Beispiele. Wir hatten schon viele tolle Auftritte in Halstenbek.

Wieso ist Kultur vor Ort so wichtig?
Wir stellen fest, dass gerade die Generation der ab 55-Jährigen sich über das Angebot freut. Sie setzen großes Vertrauen in uns und kommen gern zu uns. Selbst wenn der Vorverkauf nicht läuft, verkaufen wir immer noch etliche Tickets an der Abendkasse. Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen und die Zahl der Mitglieder wächst beständig. Derzeit sind es 587.

Was für Probleme hat der Kulturkreis?
Momentan sind wir personell und finanziell gut aufgestellt. Ich mache mir allerdings Sorgen um die Zukunft. So ist beispielsweise der Altersschnitt im Vorstand sehr hoch. Wir können die Arbeit nicht ewig übernehmen und Nachfolger sind nicht in Sicht. Derzeit kommen wir ohne die Unterstützung der Gemeinde klar. Auf Dauer besteht aber die Gefahr, dass der Kulturkreis kaputt geht. Deshalb wäre es schön, wenn Politik und Verwaltung nicht nur sagen, dass sie uns gut finden, sondern auch etwas dafür tun, damit Halstenbek langfristig ein Kulturstandort bleibt.

Wie kann das gelingen?
Eine Lösung könnte sein, in der Verwaltung wie in Rellingen eine Stelle für einen Kulturbeauftragten zu schaffen. Der Kulturkreis ist schließlich kein einfacher Verein, sondern längst eine Institution. Die Bürger wollen in Halstenbek nicht nur schlafen, sondern auch etwas vor Ort unternehmen. Kultur gehört zu einer wachsenden Gemeinde wie Halstenbek dazu.

Was sind Ihre persönlichen kulturellen Vorlieben?
Vor allem Theater und Kabarett. Ich selbst singe im Chor der Erlöserkirche.

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erstellt am 25.Mai.2016 | 17:00 Uhr

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