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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 13:20 Uhr

Schäferin Satu Falkenhagen : „Die Tiere gehören und passen hier her.“

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Satu Falkenhagen versorgt eine 50 Tiere große Schafherde. Die Tiere spielen in ihrem Leben eine große Rolle. Die Wolle spinnt die 44-Jährige selber.

Pinneberg | In Satu Falkenhagens Leben gehören Tiere immer dazu. Die Hauptrolle im Alltag der Pinnebergerin spielt eine Schafherde mit 50 Paarhufern. Dabei fing alles zunächst als Ersatzprojekt an. „Wir hatten im Nebenerwerb eine Baumschule, doch der Markt hat sich verändet und wir haben dann überlegt, was wir machen können“, sagt Falkenhagen. Für Landwirtschaft mit Pferden oder Rindern sei das Gelände zu klein. „Und dann hat unser Münsteraner Hund bei den Pferden des Nachbarn gezeigt, dass er hüten kann“, sagt die 44-Jährige und lacht. Und schon sei die Idee zur Schafzucht entstanden.

Die Entscheidung für eine Rasse sei schnell auf die Weißköpfigen Fleischschafe gefallen. „Wir leben in Schleswig-Holstein, die Tiere gehören und passen hier her“, sagt Falkenhagen. Die Tiere seien genügsam und gutmütig. „Die schließen sich dem Menschen an“, sagt die Pinnebergerin.

Kaum öffnet sie das Gatter zur Weide hinter dem Wohnhaus der Familie rennen alle Tiere wie auf Kommando auf sie zu. Neugierig beschnuppern sie den Besuch und suchen bei Falkenhagen nach Leckerlis. Hier stehen die Jungtiere. Ein altes Schaf ist als „Tante“ auch dabei, erläutert Falkenhagen.

Sie begrüßt jedes Tier mit Namen. „Das ist einfacher für uns, als wenn wir uns immer die Nummern merken würden“, sagt sie. Trotzdem würde auf dem Esstisch auch mal Lotte landen. „Das Fleisch essen wir ganz bewusst. Sonst würde die Zucht ja auch kein Sinn machen“, sagt Falkenhagen.

Die Schafe spielen in ihrem und dem Leben der Familie ein große Rolle. „So was ist auch nur als Familie tragbar“, sagt sie. Doch die Tiere sind viel mehr als eine Pflicht für die Frau, die gern anpackt. Wer sich in ihrer gemütlichen Küche genauer umschaut, entdeckt immer wieder Hinweise auf ihre wolligen Mitbewohner. Mal eine kleine Figur, mal ein Muster auf einem Handtuch.

Vieles hat sich einfach so ergeben

Nach ihrem Beruf gefragt, antwortet Falkenhagen: „Hausfrau“, doch eigentlich ist sie viel mehr als das. Sie versorgt die Tiere, betreut die Kindergruppen, die auf den Hof kommen, um mehr über den Weg des Wollfadens zu lernen, und begleitet die Spaziergänge mit den Zwergschafen in den naheliegenden Klövensteen.

Vieles in Falkenhagens Leben hat sich ergeben. Doch damit scheint sie kein Problem zu haben. Nach der Ausbildung zur Bereiterin ist sie in der Baumschule ihres Mannes eingestiegen, nun kümmert sie sich um die Schafzucht. „Wenn man über den Tellerrand guckt, findet man immer Lösungen“, sagt sie pragmatisch. Gleichzeitig ist Falkenhagen kreativ. Die Wolle ihrer Schafe färbt sie mit natürlichen Zutaten, die sie entweder im Garten des Schwiegervaters oder im Wald findet, ein. Die Wolle wird dann in einem der Spinnräder zu Fäden verarbeitet.

Für Hobbys bleibt der 44-Jährigen eigentlich keine Zeit mehr. „Insbesondere in der Lammzeit muss man auch nachts da sein“, sagt sie. Trotzdem lässt sie die Liebe zu den Pferden nicht ganz los und so stehen zwei Haflinger in ihrem Stall. Am Sonntag, 27. November, wird Falkenhagen gemeinsam mit ihrer Tochter auf dem Weihnachtsmarkt der Gemeinde Appen im Bürgerhaus, Hauptstraße 79, ausstellen. Von 11 bis 17 Uhr können Besucher bei ihnen sehen, wie Wolle gesponnen wird.

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erstellt am 12.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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