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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 12:43 Uhr

Kreis Pinneberg : Die Sportler kritisieren die Politiker

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kreissportverband vermisst die finanzielle Unterstützung des Landes bei der Integration von Flüchtlingen.

Kreis Pinneberg | Die Summe von 50.000 Euro hat die Landesregierung Schleswig-Holstein für die Sportvereine im Land für die Integration von Flüchtlingen zur Verfügung gestellt. Der Landessportverband stockte die sie auf 100.000 Euro auf. „Ein Witz“, kommentierte Sönke-Peter Hansen, Vorsitzender des Kreissportverbands Pinneberg (KSV), dies während des Verbandstags in Elmshorn.

„Wenn Sportminister Stefan Studt die Sportvereine als Integrationsmotor bezeichnet und als wichtigen und unverzichtbaren Partner bei der Aufnahme von Flüchtlingen herausstellt, so sagt er uns nichts Neues“, sagte Hansen. Rechne man die finanzielle Unterstützung aber auf die Vereine in Schleswig-Holstein um, erhalte jeder 38,46 Euro. „Die Politik sollte nicht mehr darauf setzen, dass die Verantwortlichen in unseren Sportvereinen widerspruchslos diese Situation durch Spenden deckeln.“ Er empfahl den Blick über den Tellerrand: „Der finanzielle Einsatz für diesen gesellschaftlich sicherlich sensiblen Bereich ist in anderen Bundesländern um ein Vielfaches höher.“ Zwei Millionen Euro stellte die Hessische Landesregierung zum Jahresbeginn 2016 für das neue Förderprogramm „Sport und Flüchtlinge“ zur Verfügung. Darüber werden hessische Städte und Gemeinden unterstützt, in denen Sportvereine und Institutionen Sport- und Bewegungsangebote für Flüchtlinge initiieren möchten. An die Vertreter des Landessportverbands sagte Hansen: „Setzt Euch ein, bevor es zu spät ist. Auch wenn es noch so abgedroschen kingt: In unseren Sportvereinen entsteht der Kitt für unsere Gesellschaft.“

Wilfred Diekert, Vorsitzender des TuS Appen, machte seinem Unmut Luft: „Nächstes Jahr sind Landtagswahlen. Da sollte der Sport mal seine Macht zeigen.“ Schließlich seien im Kreis Pinneberg mehr als 80.000 Menschen – davon fast 50.000 Erwachsene – in 188 Sportvereinen und somit im KSV organisiert. Dies reicht laut Diekert, um bei Wahlen ein deutliches Zeichen zu setzen: „Die Politik hat nur einen Grund, warum sie uns so behandelt: Weil wir uns nicht wehren.“ Die Sportler seien in der Lage, Mehrheiten zu verändern.

Hansen wurde von den Delegierten für vier Jahre im Amt bestätigt. Holger Thiedemann und Olaf Seiler wurden als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Manfred Langer, Karsten Sohrt, Uwe Hönke, Dirk Behnisch, Uwe Altemeier, Günter Steffen und Peter Riepen wurden als Beiräte in den Vorstand gewählt.

Marga Gätjens, Vorsitzende von Blau-Weiß 96 Schenefeld, und Hinrich Krodel, seit 30 Jahren Vorsitzender des SuS Waldenau, erhielten die Verdienstnadel des Landessportverbands Schleswig-Holstein. Gätjens erhielt zudem wie Karl Heinz Hildebrandt, Vorsitzender des Eisstockclubs Klein-Nordende, die Goldene Ehrennadel des Kreissportverbands Pinneberg. Joachim Scheller vom Tischtennisclub Die Sterne und Uwe Janzen, Vorstand Finanzen des Elmshorner Ruder-Clubs, erhielten die Silberne Ehrennadel des KSV.
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erstellt am 28.Apr.2016 | 12:15 Uhr

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