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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 01:10 Uhr

Tag der offenen Tür : Die Notunterkunft in Schenefeld öffnet ihre Tore

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Bürger und Politiker besichtigen das neue Flüchtlingsheim am Osterbrooksweg. Einzug im September für 132 Bewohner.

Schenefeld | Es waren nur zwei Stunden, in denen sich die Schenefelder die neue Flüchtlingsunterkunft am Osterbrooksweg einmal von innen ansehen durften – und diese Zeit wurde von wahren Massen gut genutzt. Zunächst in kleinen Gruppen, dann dicht gedrängt auf den Fluren machten sich die Schenefelder, Politiker und auch einige künftige Bewohner ein eigenes Bild von der Anlage. Für alle möglichen Fragen standen ihnen Mitarbeiter der Stadt – wie Andreas Bothing vom Bauamt oder die Flüchtlingskoordinatorin Stefanie Büsching und Bürgermeisterin Christiane Küchenhof (SPD) – zur Seite.

Es war die letzte Gelegenheit, sich ein eigenes Urteil zu bilden. Denn das Areal mit den Containern ist umzäunt und wird in Zukunft von einem Sicherheitsdienst überwacht – kein Zutritt für Unbefugte. „Wir wollen hier ein gut verträgliches Miteinander schaffen“, sagte Bothing, während er einer Gruppe die Container für den Sicherheitsdienst, die Wäsche und ehrenamtliche Helfer zeigte. Direkt daneben stehen die Wohncontainer: Auf drei Etagen könnten 264 Bewohner untergebracht werden – vier pro Zimmer. „Wir haben aber jetzt entschieden, dass wir nur zwei in jedem Zimmer unterbringen“, erläuterte Bothing. Also werden es demnächst 132 Bewohner in dem Heim sein, die ab Mitte dieses Monats einziehen werden.

Die Container stammen aus Deutschland und sind zudem größer als vorgeschrieben: Ein wenig mehr Platz für die Menschen. Das freut Bürgermeisterin Küchenhof: „Wir werden anfangs zwischen 60 und 80 Menschen hier unterbringen und können erstmals eine Umverteilung vornehmen. Die neuen Bewohner dürfen sich ihre Zimmerpartner aussuchen. So etwas war vorher überhaupt nicht möglich.“ Einziehen werden ausschließlich junge Männer. In der Unterkunft werden sie auf den Ausgang ihres Asylverfahrens warten – der Aufenthalt dauert zirka ein Jahr.

Am Osterbrookswegstehen gut gesichert die neuen Container, in die diesen Monat die ersten Bewohner einziehen werden.
Am Osterbrookswegstehen gut gesichert die neuen Container, in die diesen Monat die ersten Bewohner einziehen werden. Foto: Kowalewski
 

Zwei Betten, zwei Schränke, ein Tisch mit zwei Stühlen: So etwa werden die einzelnen Zimmer eingerichtet sein. Gemeinschaftsbäder und -küchen vervollständigen den Wohnbereich. Die Reaktionen der Besucher waren gemischt. Zwischen Entsetzen und Freude, von „viel zu klein“ über „zu hell“ bis „hübsch“. Fakt ist: Es bleibt eine Notunterkunft, aber im Allgemeinen wurde sie als wesentliche Verbesserung im Vergleich zur Alten Post, wo die Flüchtlinge derzeit untergebracht sind, wahrgenommen. Das sahen auch die künftigen Bewohner so: „Es ist schön, es ist alles so neu.“

Während sich die Besucher mit Fragen wie „wie viele Flüchtlinge sind hier registriert?“, „wie funktioniert die Verteilung?“ oder simpel „wohin hier mit persönlichen Gegenständen?“ beschäftigten, waren die anwesenden Politiker froh über die reibungslose und schnelle Realisierung. Bürgervorsteherin Gurdun Bichowski (SPD) lobte die Zusammenarbeit: „Die Gespräche waren sehr gut unter allen Parteien. Es gab eine schnelle Einigung, das so zu machen, wie es jetzt ist. Auch mit den hochwertigeren Containern.“

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erstellt am 01.Sep.2016 | 12:15 Uhr

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