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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 10:58 Uhr

„Uns fehlen Räumlichkeiten“ : Die Leiterin des Kummerfelder Kulturkreises im Gespräch

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Interview: Heidi Guhr, Leiterin des Kummerfelder Kulturkreises, wünscht sich mehr Platz für die Kultur in ihrer Gemeinde.

Kummerfeld | Heidi Guhr ist Leiterin des Kummerfelder Kulturkreises (KuKuk). Im Interview mit dieser Zeitung erklärt sie unter anderem, mit welchen Problemen der Kulturkreis zu kämpfen hat und was für Veranstaltungen geplant sind.

Heidi Guhr (62) ist seit drei Jahren Leiterin des Kummerfelder Kulturkreises. Sie war vor dem Ruhestand Mitarbeiterin der Postbank, ist verheiratet und hat eine Tochter. Seit fast 20 Jahren „beturnt“ sie alle Kinder in Kummerfeld von ein bis zehn Jahren im Kummerfelder SV.

Was macht der Kummerfelder Kulturkreis?
Heidi Guhr: Der Kulturkreis setzt sich aus Vertretern der Vereine und Verbände aus unserem Dorf zusammen. Ich bin die Leiterin dieses Kreises. Gemeinsam versuchen wir, ein Programm für alle Altersgruppen zusammenzustellen. Dazu gehören jährlich meistens eine plattdeutsche Lesung für ältere Mitbürger sowie ein oder zwei musikalische Veranstaltungen, die auch Jüngere ansprechen sollen. Die Kinder kommen ebenfalls nicht zu kurz. Sie dürfen sich auf zwei oder drei Angebote freuen. Dieses Jahr konnten wir zum Beispiel Herrn H nach Kummerfeld holen.

Was ist demnächst geplant?
Unsere nächste Veranstaltung ist am 30. Oktober ab 17 Uhr ein Chorkonzert mit „Just Now“ aus Schenefeld in der Osterkirche. Am 4. November laden wir ab 19.30 Uhr zu einem Kabarettabend für Frauen mit der Quickborner Künstlerin Bibi Maaß in das Sportlerheim. Der Termin für das traditionelle Kindertheaterstück im November steht noch nicht fest. Veranstaltungsort ist das Gebäude der ehemaligen Grundschule.

Mit was für Problemen hat der Kulturkreis zu kämpfen?
Die Voraussetzungen für Kultur sind nicht allzu gut. So ist beispielsweise die Werbung ein schwieriges Geschäft. Früher verteilten wir Handzettel. Das ist zu aufwendig. Nun haben wir unter KuKuK25495 eine Facebook-Seite, die aber längst nicht alle auf der Rechnung haben. Wir geben dort zwar die Möglichkeit, Veranstaltungen in Kummerfeld anzukündigen. Diese Chance wird leider kaum genutzt. Außerdem fehlen uns Räumlichkeiten. Im Sommer bietet sich lediglich der Hof Wiedwisch an. Die alte Grundschule ist zu klein und kann nur fürs Kindertheater genutzt werden. Ab und an dürfen wir auch in die Sporthalle. Das ist aber ebenfalls keine Dauerlösung. Gerade für größere Abendveranstaltungen darf die Halle nicht genutzt werden. Eine Chance könnte sein, dass der ehemalige Lindwurm-Besitzer den Saal des Meinkenhofs angemietet hat. Vielleicht können wir dort Veranstaltungen ausrichten.

Könnte der Umbau der alten Grundschule in ein Dorfgemeinschaftshaus eine Lösung sein?
Die Idee ist toll, jedoch fehlen Parkplätze und auch die Anwohner fühlen sich schnell lärmbelästigt. Dazu kommt, dass derzeit auch Asylbewerber in dem Gebäude wohnen.

Sie sind drei Jahren Leiterin des Kulturkreises. Was waren die Höhepunkte?
Da gab es einige. So haben wir erst vor kurzem ein Konzert von „Almost Pop“ auf dem Hof Wiedwisch ausgerichtet. Das war eine tolle Veranstaltung. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass wir die Gruppe noch einmal nach Kummerfeld holen. Der Auftritt von Herrn H auf dem Sportgelände kam ebenfalls sehr gut an.

Wieso engagieren Sie sich für den Kulturkreis?
Ich liebe es zu organisieren und will etwas für den Ort tun. Deshalb engagiere ich mich für die Gemeinde, nicht nur im Kulturkreis, sondern auch seit fast zwei Jahrzehnten als Übungsleiterin beim Kinderturnen. Dazu bin ich durch meine eigene Tochter gekommen. Als ich mit ihr dort war, hörte die ehemalige Leiterin auf. Damit nicht 80 Kinder plötzlich nicht mehr turnen können, kam meine soziale Ader durch und ich übernahm die Leitung. Besonders schön finde ich es immer wieder, die Freude der Kinder zu sehen. Das Kinderturnen ist in Kummerfeld inzwischen als „Heidi-Turnen“ bekannt.
 

Wie ist die Unterstützung der Gemeinde?
Sehr gut. Die Gemeinde stellt jedes Jahr einen festen Etat zur Verfügung mit dem wir arbeiten können. Ohne diese Zuschüsse wäre es schwer, Veranstaltungen wie das Konzert mit „Almost Pop“ auf die Beine zu stellen. Die Mittel erhöhen unseren Spielraum, so dass nicht nur unsere Einnahmen zur Verfügung stehen, wenn wir etwas organisieren.

Was für eine Veranstaltung wünschen Sie sich in Kummerfeld?
„Hidden Shakespeare“ wäre fantastisch. Deren Improvisationstheater ist einzigartig. Wenn wir das in Kummerfeld anbieten können, würde ich mich riesig freuen.

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erstellt am 01.Aug.2016 | 16:30 Uhr

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