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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 23:31 Uhr

Die kreative Frau hinter den Pins

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Design-Idee Kathrin Hinneburg-Heiwolt entwirft am Computer wunderschöne Pretiosen / Musikerin tritt am Sonntag mit Band auf

Klein, aber fein: Kathrin Hinneburg-Heiwolt hat zwölf Miniaturen auf einem Stück Tuch drapiert. Es sind bunt bemalte, stilisierte Musikinstrumente. Ein Retro-Mikrofon ist genauso dabei wie der neue Pin: das Abbild eines Vibrafons. Es sind wunderschöne Pretiosen allesamt. Für die Besucher des SummerJazz-Festivals, das noch bis morgen läuft, ist der Pin die Eintrittskarte zu den Konzerten. Er kostet sechs Euro.

Keine Frage. Die Anstecker sind längst zum begehrten Sammlerobjekt geworden. Das ist der Pinnebergerin Kathrin Hinneburg-Heiwolt zu verdanken. Die 49-Jährige ist der kreative Kopf hinter vielen dieser Pins. 2005 wurde sie mit der Aufgabe betreut. Seitdem liefert sie jährlich einen neuen Entwurf. In ihrem Studio in Appen kreiert sie die schmucken Anstecknadeln.

„Es ist eine sehr schöne Aufgabe, bei der ich illustratorisch arbeite und gleichzeitig ein Resultat sehe, was man anfassen kann. Die Pins machen sehr vielen Menschen Freude“, sagt sie.

Mit dem SummerJazz Festival ist die Designerin, die in Pinneberg wohnt, auch über ihre Arbeit hinaus sehr verbunden. Seit 1986 tritt sie mit zahlreichen Jazzformationen in Hamburg und Umgebung auf und wurde beim SummerJazz Pinneberg als beste Gesangssolistin ausgezeichnet. „Es fing gut an.“ Bis heute ist sie dem Jazzmusik-Festival treu geblieben. Morgen ist sie mit ihrer Band auf der Sparkassen-Bühne ab 17    Uhr zu hören.

Außerdem engagiert sich Hinneburg-Heiwolt stark für die Veranstaltung. 2004 traten die SummerJazz-Gründer an sie heran, mit der Bitte, das Festival zu einer Marke zu machen. „Es sollte ein Symbol sein, das für alle öffentlichen Darstellungen nutzbar ist.“ Hinneburg-Heiwolt setzte sich an die Arbeit. Herausgekommen ist das Motiv, das heute Plakate und vieles mehr ziert: Ein Kontrabass, ein Saxofon, ein Schlagzeug und ein Tasteninstrument vor einem gelben Hintergrund. „Es sind vier Symbole, stilisiert und in feiner Handarbeit gezeichnet. Es charakterisiert die Improvisation und das Spontane des Jazz“, erklärt sie die Idee dahinter. Das Ensemble sei eingebunden in eine Farbfläche, die den musikalischen Markt im Herzen von Pinneberg zeigt, wobei die Farben Gelb und Rot einen sonnigen und leuchtenden Farbklang verleihen. Nicht ohne Grund: SummerJazz findet immer im Sommer statt.

Von dieser Aufgabe bis zur Gestaltung der Pins, die bis heute von der Firma Fahnenfleck produziert und gesponsert werden, war es nur ein kleiner Schritt. Zunächst griff man auf bereits vorhandene Vorlagen zurück. „Je komplizierter die Instrumente wurden, um so schwieriger war es, fertige zu finden. So ist man dann wieder an mich herangetreten, um speziell für SummerJazz eine Pin-Serie zu entwickeln“, berichtet die Designerin. Ihre Aufgabe: Jahr um Jahr jedes denkbare Instrument künstlerisch umzusetzen und in technisch produzierbare Form zu bringen. Erst wird skizziert, dann setzt sie sich an den Computer. In all den Jahren sei es kein einziges Mal passiert, dass ein Entwurf zurückgekommen ist. Der Schlagzeug-Pin war ihr erstes Stück. „Keiner wusste damals, wie es darzustellen ist“, erinnert sich Hinneburg-Heiwolt. Die Designerin wählte die Form der Vereinfachung. Wichtig: „Die Trennstäbe müssen frei bleiben, so dass das Metall durchscheint. Dann wird Emaillelack mit dem Pinsel aufgetragen und abschließend mit Schutzlack versehen“, berichtet sie.

„Über die Jahre weiß ich, wie man arbeiten, an welcher Stelle ich reduzieren muss, damit nicht zu viele Details dargestellt werden müssen.“ Auch die Farben sind nicht realistisch: Die Tuba ist leuchtend gelb, die Violine rosa und das Akkordeon grün. „Es ist schön, mit den Farben zu spielen.“

Weil sie sich bei der Gestaltung der Pins mit der Mechanik und Form auseinandersetzen müsse, habe sie eine Menge über die einzelnen Instrumente gelernt: „Ich weiß heute besser, wie sie funktionieren und wie sie gespielt werden.“

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erstellt am 13.Aug.2016 | 16:28 Uhr

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