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Pinneberger Tageblatt

01. Oktober 2016 | 10:41 Uhr

Der Grundstein ist gelegt : Die Kooperative Leitstelle soll 2018 in Betrieb gehen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Kreis Pinneberg finanziert den Neubau zum Teil über Mieteinnahmen. Es entsteht ein neues Gebäude mit viel Glas.

Elmshorn | Sollten in vielen Jahren Archäologen auf die Idee kommen, in der Agnes-Karll-Allee in Elmshorn zu buddeln, könnten sie auf eine Metallschatulle stoßen. Darin ein Exemplar der Elmshorner Nachrichten von gestern, der Text der Rede des Landrats anlässlich der Grundsteinlegung für die Kooperative Leitstelle, etwas Kleingeld und die Pläne der Leitstelle. Bis das Bauwerk allerdings für Archäologen interessant wird, soll es noch viele Jahre haupt- und ehrenamtlichen Kräften des Rettungsdienstes, der Feuerwehren, des Katastrophenschutzes und der Polizei als Zentrale für Notrufe, Alarmierung und Koordinierung von Einsatzkräften dienen.

Mit dem 2001 in Betrieb genommenen Altbau der Leitstelle gab es nie Probleme. Wohl aber mit dem Anbau, den ein Investor 2010 errichtet und anschließend an den Kreis vermietet hatte, unter anderem mit Brandschutz und Entlüftung. „Die Anlagen sind einfach zu klein dimensioniert“, so Landrat Oliver Stolz. Doch der Investor erkannte die Mängel nur zum Teil an. Der Kreis zahlte bis Ende 2012 knapp 550.000 Euro aus eigener Tasche, um wenigstens ein wenig Abhilfe zu schaffen für die Mitarbeiter. Als der Investor in Schwierigkeiten geriet und seinen Kredit nicht mehr tilgen konnte, zog der Kreis 2013 die Reißleine. Er übernahm den Kredit, für den er ohnehin gebürgt hatte. Seitdem gehört nicht nur das Grundstück, sondern auch die Rettungsleitstelle dem Kreis.

Eigentlich war der Kreis Pinneberg bereits 2010 der Ansicht gewesen, mit dem Altbau aus dem Jahr 2001 und dem neuen Anbau die räumlichen Anforderungen für eine Kooperative Rettungsleitstelle erfüllt zu haben. Doch erst nachdem der Kreis die Gebäude von seinem Investor, von dem er die Häuser eigentlich nur hatte mieten wollen, übernommen hatte, zeichnete sich eine Lösung ab. Und für die wurde nun der Grundstein gelegt.

Etwa 20 Millionen Euro (ohne Leitstellentechnik) investiert der Kreis, der Besitzer von Immobilie und Grundstück ist. Finanziert wird der Neubau aber zum Teil mit Mieteinnahmen von der Polizei. Hier konnte Landrat Oliver Stolz Einigkeit mit Staatssekretärin Manuela Söller-Winkler erzielen. Rund 45.000 Euro monatlich erhält der Kreis laut Kreisunterlagen an Miete. Zudem gibt es Geld von den Krankenkassen. Wie bisher, wird es eine taktische Zusammenarbeit in dem Gebäude geben, sowie – soweit inhaltlich und wirtschaftlich sinnvoll – eine gemeinsame Nut-zung der technischen Infrastruktur: also Notruftechnik, EDV-Einsatzlenkungssystem et cetera.

Die neue Leitstelle wird in unmittelbare Nähe der alten errichtet. Auch dieses Grundstück gehört dem Kreis. Was aus der alten Leitstelle wird, ist offen. „Als normales Bürogebäude ist das Haus durchaus nutzbar“, hieß es aus der Verwaltung. Darüber werde aber erst später entschieden.

So soll die neue Leitstelle nach den Plänen des Architektenbüros Trapez Architektur aussehen.
So soll die neue Leitstelle nach den Plänen des Architektenbüros Trapez Architektur aussehen. Foto: Trapez Architektur/Moka Studio
 

Die beauftragten Architekten, Trapez Architektur, legten nach eigenen Angaben Wert auf eine optimale Arbeitsumgebung, sowohl für den Regelbetrieb als auch für Sonderlagen der Rettungskräfte. Das Gebäude wird großflächig verglast, bekommt zudem mit je einem zentralen Oberlicht Tageslichtatmosphäre. Eine zweigeschossige, offen gestaltete Kommunikationszone in der Mitte des Gebäudes soll Raum für den informellen Austausch der Mitarbeiter beider Leitstellen bieten und diese funktional und optisch miteinander verbinden.

Die neue Kooperative Rettungsleitstelle soll im Jahre 2018 in Betrieb gehen. Eine nach einem Gutachten vom Jahr 2025 an notwendige Erweiterung wird nach Angaben der Architekten bereits im jetzigen Bau berücksichtigt.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 14:15 Uhr

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