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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 04:10 Uhr

Bedarfsplanung in Prisdorf : Die Kita-Platz-Probleme sind vorerst gelöst

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die lange Warteliste in Prisdorf hat sich deutlich verkürzt. Die Krippenkinder gehen vorerst leer aus.

Prisdorf | Das Thema beschäftigt die Politik und Verwaltung in Prisdorf schon lange. Nun scheint es zumindest zum Teil gelöst: Es geht um die fehlenden Betreuungsplätze in der Gemeinde. Nach derzeitigem Stand können alle Kinder, die älter als drei Jahre sind, in Kindertagesstätten – wenn auch nicht alle in der eigenen Kommune – untergebracht werden Für die Krippenkinder gibt es vorerst noch keine Lösung. Die Betreuung soll laut Bürgermeister Rolf Schwarz (BBP) vorerst über die Tagesmütter gelöst werden.

Rückblick: Kita-Leiterin Birgit Kruse prognostizierte im Frühjahr, dass nach den Sommerferien zehn Krippen- und 18    Elementarplätze fehlen. Die neue Kita wurde erst Ende 2014 in Betrieb genommen. Die Politik diskutierte verschiedene Lösungen: Unter anderem wurde über Container, einen Anbau, eine Auslagerung einer Gruppe nach Kummerfeld und über eine Erweiterung der Miniforscher-Kita an der Bilsbek-Schule diskutiert. Die Fraktionen rangen sich durch, einen Neubau grundsätzlich beantragen zu wollen, wenn genug Fördergelder eingeworben werden können.

Nun die Rolle rückwärts: Anbau, Umsiedelung und Container sind zunächst vom Tisch. Die Kommune habe anhand der Einwohnerzahlen den tatsächlichen Bedarf ermittelt und Kontakt zu den Eltern aufgenommen. Von den ursprünglich zehn fehlenden Elementarplätzen seien noch fünf übrig. „Ein weiterer Bedarf hat sich nicht ergeben.“ Diese fünf könnten in der Kita St. Martin in Kummerfeld betreut werden. Die 15 Krippen-Kinder schauen vorerst in die Röhre. Ob es auch für die Unter-Dreijährigen eine Lösung geben wird, ist unklar. Schwarz bleibt zögerlich. Zwar werde es wohl auf einen Anbau der Krippe hinauslaufen. Letztendlich sei die Gemeinde aber davon abhängig, ob Fördermittel eingeworben werden können. Zunächst wolle Schwarz aber die vorliegenden Zahlen auswerten und den tatsächlichen Bedarf nach den Sommerferien abwarten. Die politischen Gremien wollen sich nach der Sommerpause weiter mit dem Thema beschäftigen.

In mehreren Kindertagesstätten angemeldet

Die Zahlen seien unter anderem dadurch zustande gekommen, weil Eltern ihre Sprösslinge bei mehreren Kindertagesstätten angemeldet hätten, so Schwarz. Dies sei gängige Praxis und verständlich aus Sicht der Eltern. Dadurch habe sich die Nachfrage aber dramatischer dargestellt als sie letztlich war.

Das Thema Kita-Bedarfsplanung ist ein schwieriges. Das weiß auch Birgit Schucht. Sie ist beim Kreis Pinneberg zuständig für die Kindertagesbetreuung. Es gebe viele Unwägbarkeiten, die da mit reinspielen. „Bei aller guten Planung kann es Umstände geben, die die Betreuungssituation beeinflussen“, sagt Schucht. Beispielsweise wenn alte Menschen ins Heim ziehen, ihre Häuser verkaufen und Familien kurzfristig dort einziehen. Trotzdem läge es letztlich an den Kommunen, so zu planen, dass die Rechnung aufgeht.

Schwarz und Schucht versprechen sich eine Verbesserung der Planbarkeit durch die Kita-Datenbank, die im März in Schleswig-Holstein gestartet ist. Mithilfe dieser Datenbank können Betreuungsplätze zentral verwaltet werden – von Eltern und Kitas. Bestandteil der Datenbank ist auch eine Warteliste, die Mehrfachanmeldungen erkennt.

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erstellt am 28.Jul.2016 | 12:15 Uhr

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