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Pinneberger Tageblatt

07. Dezember 2016 | 15:30 Uhr

Ausstellungseröffnung in Schenefeld : Die Idee von der Kunst selbst

vom
Aus der Redaktion des Schenefelder Tageblatts

Werke des Bildhauers Jan de Weryha im Rathaus. „Nur was einfach ist, spricht eine deutliche Sprache“.

Schenefeld | Viereck, Dreieck, Kreis. Die Kunstkreisvorsitzende Ursula Wientapper hat am gestrigen Sonntag die Ausstellung des international anerkannten Künstlers Jan de Weryha eröffnet. Insgesamt 36 Werke sind ab sofort bis zum 30. Oktober im Rathaus zu bewundern.

Jan de Weryha-Wysoczariski, Jahrgang 1950 wurde in Danzig geboren und wuchs dort auf. Der Diplom-Bildhauer studierte an der staatlichen Hochschule für Bildende Künste Gdansk. Er war zunächst als freischaffender Künstler in Polen tätig. Er lebt und arbeitet seit 1981 in Bergedorf. Zahlreicher seiner Objekte und Holzreliefs sind in seinem Atelier am Reinbeker Redder zu besichtigen. Seine Werke finden sich zudem im Nationalmuseum Szczecin, im Skulpturenzentrum Orosko und im Museum für moderne Kunst Radom.

Einige Objekte finden sich auch in der im „Stadtzentrum“ beheimateten Galerie des Kunstkreises. „Ich freue mich, dass das Augenmerk auf eine Kunstform gerichtet wird, die weder im Rampenlicht des Kunstmarkts noch im Fokus der kunsttheoretischen Auseinandersetzung steht“, freute sich Horst Sellhusen vom Freundeskreis der Sammlung de Weryha. Die Initiative gründete sich, um de Weryhas für ihre intellektuelle und meditative Tiefe charakteristischen Werke einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Cellistin Licja Wojdak sorgte für eine stimmungsvolle Einführung. Kunstexperte Sellhusen informierte über das Werk des Bildhauers. De Weryha ist ein Vertreter der Konkreten Kunst. Diese Richtung vollzieht eine radikale Abkehr von jedem symbolischen, beschreibenden und realitätsreflexiven Gehalt. Anders ausgedrückt: Die Konkrete Kunst genügt sich selbst. Sie verwendet als Basis nur die geometrischen Grundformen, Viereck, Dreieck und Kreis in serieller Anordnung. „Zur gängigen Praxis gehört ein von mathematischer Genauigkeit geprägter Arbeitsprozess“, erläuterte Sellhusen.

Jan de Weryha legt großen Wert darauf, dass seine Werke einen Charakter haben. Bei seinen Objekten soll der Betrachter zur Ruhe kommen – und meditieren. „Die Welt ist schon stressig und kompliziert genug“, so de Weryha. Nur was einfach sei, spreche eine deutliche Sprache.

Mitglieder des Kunstkreises halfen mit, 6000 Holzstücke zu einem zentralen Ausstellungs-Werk – einem geometrischen Kreis – aufzubauen. Das wie ein Holzmeer wirkende Objekt weist etwa einen vier Quadratmeter großen Durchmesser auf. Die Holzstäbe zeigen 45 Zentimeter in die Höhe. „ Die deutsch-polnische Gesellschaft hatte den Kontakt zwischen Künstlern und Kunstkreis hergestellt.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 13:00 Uhr

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