zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 09:10 Uhr

Die ganze Familie darf trommeln

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Veranstaltung Alle Tangstedter sind eingeladen

Wenn Ababacar Coly anfängt, über seinen Beruf zu sprechen, fangen seine Augen an zu strahlen. Der Senegalese, der vor zwölf Jahren nach Deutschland kam, gibt Erwachsenen und Kindern Trommelunterricht und veranstaltet Projektwochen an Kindergärten und Schulen.

Für Sonnabend, 19. November, hat sich „Baba“, so sein Künstlername, etwas Besonderes für seinen Wohnort Tangstedt ausgedacht: „Im Gemeindezentrum am Brummerackerweg biete ich einen Nachmittag zum Trommeln für die ganze Familie an“, kündigt er an. Beginn ist um 16 Uhr – der Eintritt ist frei. Ein Spendentopf steht bereit.

Seine Frau Jenny werde senegalesische Köstlichkeiten zubereiten und verkaufen. „Mafé, das ist Lamm in Erdnussbuttersoße, und Yassa, das ist Huhn in Zwiebelsoße – beides Nationalgerichte meiner Heimat“, sagt er. Als Nachspeise werde Thiacri – Hirsegrieß – serviert. „Damit wir wissen, für wieviele Menschen wir kochen sollen, müssen sich Teilnehmer unbedingt anmelden“, so seine Bitte. Möglich ist das per E-Mail an colyane@web.de.

Mit einem weiteren Djembe-Trommler stellt Baba unterschiedliche Rhythmen und Trommeltechniken vor. Darüber hinaus hat er als Gast den Musiker Saliou eingeladen. „Er spielt Kora, das ist eine Art Harfe aus Afrika“, erklärt Baba. Das Instrument werde aus einer Kalebasse gefertigt, an der ein Steg angebracht wird, um mehrere Saiten zu spannen.

„Ich trommle, seit ich meinen Namen sprechen kann“, sagt Baba. Dabei gehe es nicht nur darum, Musik zu machen, sondern auch darum, das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. „Trommeln stärkt außerdem das Selbstbewusstsein und baut Stress ab“, weiß der Afrikaner zu berichten. In seinen Workshops habe er oft erlebt, dass Teilnehmer, die gehetzt vom Alltag den Raum betreten, anschließend mit einem Lächeln auf den Lippen nach Hause gehen.

„Jeder kann sich frei trommeln“, habe er beobachtet. Einziger Nachteil bei vielen Teilnehmern: „Es ist ziemlich laut“, sagt Baba und lacht. „Es geht auch nicht darum, möglichst schwierige Rhythmen einzustudieren“, erläutert Baba. Er wolle als Lehrer vielmehr die Richtung aufzeigen. „Nur, wenn man etwas falsch macht, lernt man auch dazu“, so seine Überzeugung.

Regelmäßig besucht Baba seine Heimat und bringt Trommeln für seine Schüler mit. „Ich will ein Botschafter meines Kontinents sein“, sagt er. Im Senegal funktioniere beispielsweise das friedliche Zusammenleben aller Religionen. Das wünscht er sich auch für sein neues Zuhause. „Die Veranstaltung in Tangstedt ist ein Schritt in diese Richtung“, sagt der Musiker. Und wenn es gut läuft, will er das Event wiederholen und ausbauen. „Ein kleines Festival mit mehreren Künstler wäre toll“, schwärmt Baba. Und seine Augen leuchten.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 05.Nov.2016 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen