zur Navigation springen

Pinneberger Tageblatt

26. Juni 2016 | 21:08 Uhr

Schlusslicht Pinneberg : Die Fruststadt für Radfahrer

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Beim Fahrradklima-Test vom ADFC in Schleswig-Holstein landet Pinneberg auf dem letzten Platz. Auch bundesweit gab es ein erschreckendes Ergebnis.

Pinneberg | Pinneberg ist im Land das Schlusslicht in Sachen Fahrradfreundlichkeit: In 21 Städten mit bis zu 50  000 Einwohnern wurden in ganz Schleswig-Holstein Radfahrer vom ADFC (Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club) befragt. Pinneberg belegt den letzten Platz. Im Kreis sind insgesamt vier Städte dabei: Wedel landete auf Platz 18, Elmshorn auf Platz elf, Quickborn schaffte es auf den fünften Platz.

Auch bundesweit steht Pinnebergs Rang alles andere als glänzend da: Platz 281 von 292 belegt die Kreisstadt. Der ADFC analysierte zum sechsten Mal im Rahmen des sogenannten „Fahrradklima-Tests“ das bundesweite Fahrradklima. Zum Vergleich: Auch vor zwei Jahren schnitt Pinneberg verhältnismäßig schlecht ab. Damals waren insgesamt 252 Städte dabei – Pinneberg auf Platz 171.

Die Gesamtwertung des sogenannten „Fahrradklimatests“ setzt sich aus 32 verschiedenen Kriterien zusammen. Für Pinneberg hagelt es dabei Vieren und Fünfen. Genervt sind Pinneberger Radfahrer vor allem von der Führung an Baustellen. Und davon gibt es viele in der Stadt. Ebenfalls mangelhaft beurteilten die Befragten die Oberflächen und den Winterdienst der Radwege, Abstellmöglichkeiten fürs Rad und die Kontrolle von falschgeparkten Autos auf dem Radweg. Allerdings: In Pinneberg wurden nur 84 Personen zu dem Thema befragt. Heinz Förster, Sprecher vom ADFC Pinneberg, zweifelt an, das die Studie damit repräsentativ ist. Viel besser beurteilt er die Radwege aber auch nicht: „Ich würde Pinneberg insgesamt eine Vier geben“, sagt er. Und bestätigt das Testurteil: „Vor allem die Leitung an den Baustellen ist schlecht.“ Er weiß, wovon er spricht. Der Halstenbeker ist im vergangenen Jahr etwa 8000 Kilometer geradelt.

Die Vorsitzende des hiesigen Ortsvereins, Juliane Besendahl, bekräftigt das schlechte Ergebnis und nennt Beispiele: „Besonders an der Osterholderallee ist die Situation katastrophal und für alle Beteiligten unglücklich.“ Vor einem Jahr sei dort die Radwegenutzungspflicht aufgehoben worden. Seitdem müssen die Radfahrer auf der Straße fahren. „Das Problem ist nur: Davon weiß kaum jemand“, so Besendahl. Generell gelte: Radfahrer müssen in Tempo-30-Zonen auf die Straße. „Doch die Autofahrer sind davon überzeugt, die Straße gehöre ihnen allein“, urteilt Besendahl. Die Querung an der Osterholderallee/Reitweg sei ein besonders explosives Gemisch.

Ein weiteres Problem: Pinnebergs Straßen sind lange nicht saniert worden. Das macht sich auch an den Radwegen bemerkbar. „Besonders an der Elmshorner Straße ist es katastrophal“, sagt Besendahl. Der Radweg dort sei völlig kaputt. „Es herrscht eine große Unzufriedenheit“, fasst sie die Situation zusammen. Dabei sei Pinneberg als Fahrradstadt eigentlich bestens geeignet. „Man kommt innerhalb von fünf Kilometern überall hin – und das schneller als mit dem Auto“, so die Vorsitzende.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 25.Feb.2015 | 10:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen