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Pinneberger Tageblatt

28. September 2016 | 22:29 Uhr

Die Freie und „Bio-Stadt“ Hamburg

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Offensive Stadt will Flächen für Öko-Landbau bis 2020 verdoppeln / Beitritt zum Bio-Städte-Netzwerk / Horch: Weicher Standortfaktor

Hamburg will „Bio-Stadt“ werden. Das hat Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos) gestern angekündigt. Der rot-grüne Senat werde den Biolandbau forcieren, bis 2020 soll sich die ökologisch bewirtschaftete Fläche verdoppeln. Die Nachfrage nach umweltfreundlich produzierten Lebensmitteln in der Metropole ist enorm. Sechs Prozent der gekauften Produkte in der Stadt sind ökologisch erzeugt, bundesweit liegt der Schnitt bei gut drei Prozent.

Heute wird der Senat den Beitritt zum bundesweiten Bio-Städte-Netzwerk beschließen. Die darin zusammengeschlossenen zwölf Städte, Gemeinden und Landkreise wollen Druck machen in Berlin und Brüssel für eine bessere Förderung des Öko-Landbaus. Wirtschaftssenator Frank Horch (parteilos): „Der Beitritt zum Bio-Städte-Netzwerk und die Positionierung Hamburgs als Bio-Stadt hat eine weitreichende Wirkung in die Agrar- und Ernährungswirtschaft, die nicht an den Toren Hamburgs aufhört.“

Die Landwirtschaft müsse auch in der Hansestadt „andere Ansätze“ finden, befand der Senator. Nachhaltig erzeugte Produkte würden nicht nur wirtschaftlich immer bedeutender. Öko-Landbau schone zudem Böden, entlaste das Abwasser, fördere die Artenvielfalt und nutze dem Klimaschutz. Horch: „Bio gilt längst als weicher Standortfaktor.“

Auch wenn die landwirtschaftlich genutzte Fläche im Stadtstaat gering sein mag, so will die Stadt mit ihrer Bio-Offensive doch ein Zeichen setzen. Rund drei Dutzend der knapp 600 landwirtschaftlichen Betriebe in der Hansestadt wirtschaften bereits ökologisch. Angesichts eines Trends zu Bio-Lebensmitteln reiche das aber bei weitem nicht aus, um die Nachfrage zu decken, sagte Markus Pitz, Abteilungsleiter Landwirtschaft der Wirtschaftsbehörde.

Der Senat will vor allem Landwirten helfen, die von konventionell auf ökologisch umstellen. Sie erhalten außer Beratung auch eine finanzielle Unterstützung. Laut Pitz müssen Bauern, die auf Ökobetrieb umsatteln, laut EU-Recht eine Übergangsphase von bis zu drei Jahren durchstehen. Zugleich will die Stadt in ihren Eigenbetrieben die Zahl der Abnehmer erhöhen. Künftig soll in Kitas, Schulen, Behördenkantinen und in Gefängnissen häufiger regionale Biokost auf dem Speiseplan stehen.

Schwerpunkt der Hamburger Agrarwirtschaft ist der Anbau von Gemüse in den Vier- und Marschlanden sowie von Obst im Alten Land.

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