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Pinneberger Tageblatt

23. März 2017 | 21:08 Uhr

Mit Leidenschaft ins Rampenlicht : Die erste norddeutsche Musical-Akademie zieht nach Pinneberg

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

In der Kreisstadt eröffnet im Oktober die erste Norddeutsche Musical Akademie. Kooperation mit dem VfL Pinneberg.

Pinneberg | König der Löwen, Aladdin, Hinterm Horizont und Heiße Ecke – in Hamburg hat sich eine starke Musicalkultur entwickelt. Dafür braucht es Nachwuchs, der ab 1. Oktober in Pinneberg ausgebildet werden soll. Es ist eine kleine Sensation: In der Kreisstadt eröffnet die Norddeutsche Musical Akademie, die erste Musicalschule in Schleswig-Holstein. „Die Akkreditierung beim Bildungsministerium läuft“, sagte Arnfried Oprotkowitz, der die Leitung übernehmen wird. Mit mindestens zehn Teilnehmern soll die Schule starten. Der Pinneberger will sich die kürzliche Schließung der Joop van den Ende Academy in der Hamburger Speicherstadt zunutze machen. Oprotkowitz bringt viel Erfahrung mit, die er während seiner Arbeit mit dem Ensemble der Pinneberger Musical Company gesammelt hat. Er ist der Mitbegründer.

Sechs bis sieben Dozenten werden an der Akademie unterrichten. „Sie kommen ursprünglich aus Hamburg, New York, Iran und Rumänien, aber leben jetzt alle in Hamburg“, berichtete Oprotkowitz. Die Musicalschule richtet sich an Schülerinnen und Schüler, die mindestens 16    Jahre alt sind, die allgemeine Schulpflicht erfüllt haben und den Beruf des Musicaldarstellers erlernen wollen. 30 Schulstunden pro Woche sind angesetzt. Die Ausbildung erstreckt sich über sechs Semester, also drei Jahre, und beinhaltet jährliche Zwischenprüfungen sowie eine Abschlussprüfung. Zum Schluss gibt es ein Zertifikat.

Der Unterricht findet in den Räumen des VfL-Sportzentrums Pinneberg am Fahltskamp statt, den Oprotkowitz als Kooperationspartner gewinnen konnte. Beim VfL stellten die Veranstalter das Projekt gestern auch vor. „Wir haben hier viele Externe wie den Männergesangverein, den Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Club und den Sozialverband. Das VfL-Sportler-Heim ist wie ein Bürgerhaus für die Stadt Pinneberg“, sagte VfL-Geschäftsführer Uwe Hönke. Außerdem werden die Musical-Akademie-Teilnehmer nach dem Unterricht die Fitnesskurse besuchen, denn Sänger und Tänzer müssen gut in Form sein. „Eine Win-Win-Situation“, so Bürgermeisterin Urte Steinberg (parteilos).

Die Teilnehmer werden in den klassischen Fächern Gesang, Schauspiel und Tanz unterrichtet. Aber auch Musiktheorie gehört dazu sowie das Wissen über Bühnenabläufe in großen Theatern, Vertragswesen und Mikrofontechnik. „Es wird auf die individuellen Vorkenntnisse Rücksicht genommen, um eine optimale Ausbildung zu gewährleisten“, sagte Oprotkowitz. HipHop und Steptanz stehen nicht auf dem Lehrplan, aber alles, was heute bei Musicals gefordert werde. „Wir bieten neue Unterrichtsmethoden an.“

Sie öffnen die Tür für die Ausbildung zum Musicaldarsteller: Arnfried Oprotkowitz, Leiter der Musical Akademie (v. l.), Bürgermeisterin Urte Steinberg, VfL Geschäftsführer Uwe Hönke und Heidi Hammerschmidt, Leiterin des Fitnessbereiches.
Sie öffnen die Tür für die Ausbildung zum Musicaldarsteller: Arnfried Oprotkowitz, Leiter der Musical Akademie (v. l.), Bürgermeisterin Urte Steinberg, VfL Geschäftsführer Uwe Hönke und Heidi Hammerschmidt, Leiterin des Fitnessbereiches. Foto: Rene Erdbrügger
 

Die Zulassung zur Ausbildung wird durch die bestandene Aufnahmeprüfung gewährt. Sie ist am 25. März. Wer die Aufnahme schaffen will, muss Leidenschaft und Ehrgeiz mitbringen, betonte Oprotkowitz. Eine Jobgarantie nach der Ausbildung kann er selbstverständlich nicht geben, doch die Berufsaussichten für angehende Musicaldarsteller sehen seiner Meinung nach rosig aus: „Der Markt wächst. Immer mehr Produktionsfirmen bringen Musicals auf die Bühnen, die Darsteller brauchen“, sagte er. Und Steinberg erinnerte daran, dass auch auf den Kreuzfahrtschiffen Musicals aufgeführt werden.

Über die Eröffnung der Norddeutschen Musical Akademie freute sich Steinberg sehr. „Ich bin sehr stolz. Hier entsteht eine Talentschmiede.“ Sie beglückwünschte Oprotkowitz, den Schritt gemacht zu haben. Er habe mit der Musical Company viel aufgebaut. „Dann sind wir hier die heiße Ecke“, spielte Steinberg auf das St. Pauli Musical an.

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erstellt am 03.Mär.2017 | 12:00 Uhr

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