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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 12:33 Uhr

Bauausschuss in Prisdorf : Die CDU nimmt die Blockadehaltung ein

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Die Prisdorfer Gemeindevertreter geraten aneinander. Planung für Eisenbahnbrücke am Hudenbarg schreitet voran.

Prisdorf | Der nächste Schritt zur Erneuerung der Eisenbahnbrücke Hudenbargen in Prisdorf ist unternommen. Der Umwelt-, Bau- und Wegeausschuss der Gemeinde stimmte darüber in seiner jüngsten Sitzung ab. Die Ausschussmitglieder beauftragen Bürgermeister Rolf Schwarz (BBP) einstimmig, der Entwurfsplanung der Deutschen Bahn zuzustimmen sowie die Förderanträge zu unterschreiben und einzureichen. Um die Bundesfördermittel zu erhalten, wird der Landesbetrieb Verkehr (LBV) die Gemeinde unterstützen. „Was wir klären müssen, ist die Entwässerungsproblematik“, sagte Schwarz. Bisher sei nicht klar, wohin die Bahn ihr Wasser leite. Die Rohrleitungen zwischen Bahnsteig und Bilsbek seien in einem schlechten Zustand. Hier stünden nun die Planungen und der Erwerb von Grundflächen an. „Wir warten noch auf die Kostenschätzung. Die Bahn hinkt den eigenen Planungen hinterher“, sagte Schwarz und ergänzte: „Wie das so ist: Die Bahn kommt zu spät.“

Das Lachen verging ihm allerdings beim nächsten Punkt auf der Tagesordnung. Die CDU-Fraktion machte sofort deutlich, sie werde dem Bürgermeister nicht das Mandat erteilen, mit Anwohnern am Rehm zu verhandeln. Thema der Verhandlungen wären mögliche Ausweichbuchten für die Bauphase, um den Begegnungsverkehr zu vereinfachen. Sieben Stück seien laut Schwarz geplant. „Ich sehe nicht, dass wir Ausweichflächen pachten müssen. Wir haben genug eigene Flächen“, sagte Holger Splettstößer (CDU). Er plädierte für eine dauerhaftes Konzept. „Für eine langfristige Lösung müssen wir erstmal die Grenzen ermitteln. Die sind dort nicht klar definiert. Dafür müssen wir bereit sein, Geld in die Hand zu nehmen“, sagte Schwarz. „Die Macht für Verhandlungen, ohne zu wissen, wo Buchten entstehen, gibt es von uns nicht“, betonte Splettstößer. Auch die SPD-Fraktion schwenkte auf den CDU-Kurs ein. Ein Vor-Ort-Termin mit Katasterkarten soll nun Klarheit über die Notwendigkeit der Ausweichbuchten bringen.

Auch beim Thema Bike und Park and Ride setzte die CDU-Fraktion auf Konfrontation. „Es gibt einen Beschluss, 50 Parkplätze zu bauen. Warum wurden 65 geplant?“, eröffnete Splettstößer die Diskussion. „Die größere Anzahl bringt uns höhere Fördergelder, so dass auch die Erneuerung des Wendekreisels in der Bahnhofstraße finanziert werden kann“, sagte Uwe Bothe (BBP), der erstmals den Ausschuss leitete. Bis zu 87,5 Prozent sollen an Fördergeldern fließen. „Da habe ich wohl in Mathematik nicht aufgepasst. Wenn wir mehr Parkplätze bauen, bekommen wir mehr Geld? Dann bauen wir doch Parkplätze bis nach Pinneberg“, sagte Christian Schwarzbeck (CDU). „Wir haben die Möglichkeit, das Entwässerungsproblem komplett zu erschlagen und auch die Verkehrssicherheit durch den Wendehammer zu verbessern“, betonte Schwarz die Vorteile, die Fahrrad- und Autoparkplätze parallel umzusetzen.

Jürgen Kölln (CDU) forderte, prüfen zu lassen, ob die Kosten auf die Anwohner der Bahnhofsstraße umgeschlagen werden müssen. „Sonst müssen Sie, Herr Schwarz, losgehen und den Anwohnern erklären, warum diese dafür zahlen müssen, dass sich die Situation durch gestiegenen Pendlerverkehr verschlechtert hat“, sagte er. Bothe und Schwarz betonten mehrfach die höheren Fördereinnahmen. „Dann bauen wir doch bis Marktkauf 700 Parkplätze“, konterte Schwarzbeck. Splettstößer forderte den Bürgermeister auf, ihm die Berechnung zuzusenden, dass 65 Parkplätze günstiger sind als 50. Schwarz appellierte: „Wir sollten alles dafür tun, einen attraktiven Bahnhof vorzuhalten. Wir müssen den Mut haben 50  000, 60  000 Euro in die Hand zu nehmen. Das ist eine zukunftsweisende Investition. Es wäre ein falsches Signal, wenn wir es nicht machen.“ Es sei wichtig, die Förderanträge zeitnah zu stellen, um beide Bauvorhaben parallel umzusetzen. „Wir haben eine einmalige Förderchance und ich weiß nicht, ob wir noch mal so viel Geld bekommen würden“, sagte Schwarz. Splettstößers Versuch, die SPD auf die Seite der Union zu ziehen, misslang. Sechs Ausschussmitglieder stimmten dafür, der Entwurfsplanung zuzustimmen sowie die notwendigen Anträge zu stellen. Dem standen drei Nein-Stimmen und zwei Enthaltungen gegenüber.

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