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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 05:29 Uhr

Alte Schule Kummerfeld : Die CDU kritisiert Plan für Dorfzentrum

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Das Urteil der Kummerfelder Christdemokraten lautet: Zu teuer und energetische Sanierung fehlt. Die Gemeinde hat kein Geld.

Kummerfeld | Die mögliche Umgestaltung der Alten Grundschule an der Bundesstraße in einen Dorftreff wird von der Kummerfelder CDU kritisiert. Die in dem Zusammenhang mit dem Projekt genannten Gesamtkosten von rund 700.000 Euro würden nur den Innenausbau und den Einbau neuer Fenster enthalten. Laut CDU nicht genug Geld für die Arbeiten, die anfallen werden. „Eine energetische Sanierung ist überhaupt nicht in den Kosten enthalten“, heißt es in einer Mitteilung der CDU.

Die ehemalige Grundschule beherbergt eine Kita-Gruppe, außerdem sind Flüchtlinge im Obergeschoss untergebracht. „Aktuell finden auch schon Sitzungen in den Räumen statt“, so Jens Lorenz, Vorsitzender der CDU Kummerfeld. In der vergangen Woche hatte die Aktiv-Region Pinneberger Marsch und Geest einer Förderung von 100.000 Euro, also knapp einem Siebtel der bisher veranschlagten Kosten für die Umgestaltung, zugestimmt. Unter Vorbehalt jedoch, da es von Seiten der Kummerfelder Politik noch keine Entscheidung für den Umbau des ehemaligen Schulgebäudes gibt. Die Christdemokraten sehen noch viele Hindernisse für das Projekt und keine Notwendigkeit, dieses kurzfristig anzugehen.

Laut CDU müssten im Erdgeschoss für die vorgestellte Planung diverse tragende Wände herausgerissen und durch Stahlträger ersetzt werden. „Es dürfte aus Sicherheitsgründen kaum möglich sein, die im Obergeschoss lebenden Flüchtlinge während der Bauzeit dort wohnen bleiben zu lassen“, so Jens Lorenz, Vorsitzender des Ortsverbands. Unklar sei zudem, warum es das Angebot des Kummerfelder Gastronoms Thomas Mittag, in der Alten Grundschule nach dem Umbau Räume zu pachten, nicht in die gemeindlichen Gremien geschafft habe, wie die CDU mitteilte. „Es hat ein sehr positives Gespräch mit der Bürgermeisterin gegeben. Durch eine gewerbliche Nutzung würde es jedoch keine Fördermittel geben“, sagte Mittag auf Anfrage. Es sei bei den Gesprächen um eine Art Veranstaltungszentrum gegangen und keine Gastronomie im herkömmlichen Sinne.

Die Zukunft der alten Schule ist, wenn es nach der CDU geht, noch offen. Die Partei ist gegen überstürzte Entschlüsse. „Der richtige Schritt wäre gewesen, verschiedene Szenarien zu entwickeln und zu bewerten. Dann hätte man konkret über die Alternativen Erhalt, Abriss oder Neubau sprechen können“, kritisiert Hardy Tempelmann (CDU) die aktuelle Diskussion. Parteikollegin Silke Krieger, stellvertretende Bürgermeisterin, ist für den langfristigen Erhalt des historischen Teils der Schule. Auf dem Gelände des anderen Teils könnten Wohnungen gebaut werden. „Es gibt im Dorf viele ältere Bürger, die gern ihre großen Häuser aufgeben würden und in eine kleine barrierefreie Wohnung ziehen wollen“, so Krieger.

Grundsätzlich sei die Frage, ob überhaupt Handlungsbedarf bestehe, so Lorenz. „Es könnten eigentlich entspannt erstmal ein paar Jahre ins Land ziehen, bevor wir da etwas tun müssen. Außerdem müsse erkannt werden, „dass selbst bei einer Förderung von mehr als 100.000 Euro keine gemeindlichen Eigenmittel für die Pläne zur Verfügung stehen“, so Lorenz. Der Haushalt der Gemeinde habe ein strukturelles Defizit. „Die Schule jetzt schnell umzubauen, weil wir Förderung erhalten, wäre doch falsch.“

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erstellt am 04.Nov.2016 | 12:15 Uhr

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