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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 08:52 Uhr

Hereinspaziert in die „Gute Stube“ : Die Bismarckstraße soll zur Fußgängerzone werden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Ein Mittelstreifen ist mit Kirschbäumen und Bänken geplant. Marktstände sollen Rückseite an Rückseite aufgestellt werden.

Pinneberg | Die Innenstadt soll ein neues „Entree“ bekommen, der Drosteiplatz zum „Gelenkpunkt“ der City werden und ein verkehrsberuhigter Platz, die „Gute Stube“ der Stadt, geschaffen werden – mit zahlreichen Schlüsselwörtern leitete Tonio Trüper vom Büro Trüper, Gondesen und Partner aus Lübeck seinen Vortrag über den Umbau der Bismarckstraße zur Fußgängerzone ein.

Trüper referierte am Dienstagabend im Ausschuss für Stadtentwicklung vor vielen Besuchern. Erste Pläne waren bereits vor den Sommerferien bekanntgegeben worden, jetzt gab’s weitere Details. „Mit der Neugestaltung der Ebert-Passage, dem Büro- und Geschäftshaus sowie dem Parkhaus eröffnen sich Möglichkeiten und Freiheiten, die Stadtmitte neu zu definieren“, sagte Trüper. Eine der elementarsten Veränderungen dürfte wohl der Ausschluss des Verkehrs aus der Innenstadt sein: Der Einfahrtsbereich Friedrich-Ebert-Straße wird mit halbautomatisch versenkbaren Pollern für den regulären Kfz-Verkehr abgesperrt. Die Parkplätze vor der Volksbank Pinneberg-Elmshorn sowie die Taxi-Stellflächen fallen weg.

Rettungsfahrzeuge dürfen weiter in die City

Die Poller sind halbautomatisch, „so dass durch ein kurzes Draufdrücken die Mechanik ausgelöst wird“, so Trüper. Polizei, Feuerwehr, Lieferfahrzeuge und die Beschicker dürfen weiterhin in die Innenstadt fahren. Als eine mögliche Entwurfsvariante haben die Landschaftsarchitekten die Pflanzung von Zierkirschbäumen in einem Mittelstreifen vorgeschlagen. Sitzbänke mit und ohne Lehne sind dort ebenfalls geplant – im Mittelbereich der Bismarckstraße wird somit eine Aufenthaltszone für Passanten geschaffen.

Auch eine neue Pflasterung der Bismarckstraße ist vorgesehen. Die Verlegung von Betonwerksteinen mit Natursteinvorsatz im Reihenverband ist geplant. Die Stufen, die zum Rathaus führen, bleiben bestehen. Für Menschen mit Sehbehinderung und für Blinde wird ein taktiles Leitsystem in die Neupflasterung integriert.

Im Zuge der Planungen kommen auf die Marktbeschicker Veränderungen zu: Generell soll der Sonnabendmarkt – derzeit noch an der Elmshorner Straße – künftig auf dem Drosteiplatz stattfinden. Sechsmal im Jahr, wenn beispielsweise der Weihnachtsmarkt oder auch das SummerJazz Festival stattfinden, rückt der Markt zwischen Rathaus und Ebertpassage. Aber auch an Sonnabenden sei das möglich. Trüper schlägt vor, dass die Marktstände dann Rückseite an Rückseite aufgestellt werden und somit nicht vor den Schaufenstern des Einzelhandels stehen. Wenn Markt in der Innenstadt sei, rückten die Läden vor der A-Reihe in die B-Reihe. Man könnte sie nicht mehr sehen.

Ob denn alle Beschicker Platz finden würden, wollte die Politik wissen. „In der Theorie ja“, redete Trüper nicht um den heißen Brei herum. Allerdings: Beschicker, die saisonbedingte Waren anbieten, würden im Winter ausbleiben. „Man könnte auf die Ebertpassage ausweichen“, schlug zudem Bauamtschef Klaus Stieghorst vor.

„Es gibt Pläne, die lassen einen Markt aufblühen. Aber dieser Plan ist der Todesstoß für den Wochenmarkt“, sagte Peter Thomsen (Grüne und Unabhängige) über das Konzept, das laut Trüper mit den Marktbeschickern abgestimmt worden sei. Geht es nach der Verwaltung, wird die Bismarckstraße 2017 umgebaut. Die Kosten betragen auf 392.000 Euro, Zwei Drittel der Kosten können als Städtebau-Fördermittel eingeworben werden.
 

 

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