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Pinneberger Tageblatt

05. Dezember 2016 | 09:32 Uhr

Mit Video : Der Weg der Milch: Vom Euter in den Supermarkt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

15 Kinder haben einen Lutzhorner Hof und eine Horster Meierei besucht, um zu lernen, wie die Milch in den Supermarkt kommt.

Lutzhorn | Käse, Buttermilch, Joghurt – am liebsten mit Blaubeer- oder Kirschgeschmack: Marielle isst gern Milchprodukte. Für die Neunjährige gehören sie wie für die meisten Kinder zum Alltag. Und wie die meisten weiß sie, dass die Milch von Kühen kommt. Aber was passiert auf dem Weg vom Euter in den Supermarkt? 15 Kinder sind dieser Frage am Mittwoch und Donnerstag auf den Grund gegangen. Sie nahmen an einer Ferienaktion des Kreisjugendrings (KJR) Pinneberg teil.

Erste Station: Der Biolandbetrieb von Achim Bock in Lutzhorn. 50 Milchkühe hat er. 40 grasen auf der Weide vor dem Hof. Zehn Kühe stehen trocken, sie sind trächtig. Bauer Bock gibt Instruktionen für das bevorstehende Einholen der Tiere. „Nicht schnell rennen, nicht erschrecken“, sagt er. Dann geht es auf die Weide. Marielle hilft dabei, die Tiere durch Klatschen Richtung Stall zu treiben.

Dann geht für die Neunjährige ein großer Wunsch in Erfüllung, wie sie sagt. Sie darf beim Melken zuschauen und sogar selbst mal ran.  Marielle meldet sich bei Kuh Moni an, kontrolliert, ob die Milch in Ordnung ist, indem sie ein paarmal die Zitzen drückt, und macht diese dann sauber, bevor sie das Melkgeschirr anlegt. Binnen weniger Minuten füllt sich der Behälter mit zehn Litern Milch. Marielle ist begeistert. „Das sind ja zehn Tüten“, stellt sie fest und fragt dann an Bauer Bock gewandt: „Darf ich noch eine Kuh machen?“ Jetzt ist sie Feuer und Flamme. Kuh Mila ist die nächste. Nach sechs Kühen ist die nächste Kleingruppe  dran. Noch ahnt Marielle nicht, dass draußen eine Überraschung wartet.

Die neunjährige Uetersenerin ist die erste, die die Neuigkeit entdeckt. In einem Unterstand findet sie ein Neugeborenes vor einer Kuh. „Das Baby ist da!“, ruft sie über den Hof. Die Nachricht  verbreitet sich wie ein Lauffeuer. Schnell haben sich alle am Unterstand versammelt.  „Ich habe noch nie ein neugeborenes Kalb gesehen“, sagt Marielle begeistert. Die Mutterkuh schleckt es ab. Das Kleine versucht immer wieder aufzustehen, fällt aber schnell wieder hin. „Dürfen wir ihm einen Namen geben?“, fragen die Kinder. Bauer Bock ist einverstanden, gibt allerdings ein Bedingung vor: Der Name muss mit einem U anfangen. Die Namen aller Kälber, die im Zeitraum bis nächsten Sommer geboren werden, beginnen mit U. „So weiß man, wie alt sie sind“, erläutert Bock. Acht Vorschläge machen die Kinder. Am Ende siegt „Ufo“.

Zwischendurch kommt der Milchlaster und füllt die gemolkene Milch ab. Abends geht es zur zweiten Station: in die Horster Meierei. Dort schlägt die Gruppe auch ihr Nachtlager auf. Diesmal können die Kinder trotz Ferien nicht ausschlafen: morgens um 5.30 Uhr klingelt der Wecker. Dann steht eine Führung durch die Meierei an. Ein Meierist erläutert alles, von der  Verarbeitung über die Abfüllung bis hin zur Kühlung.  Ein Film fasst nochmal alles zusammen.

Zum Abschluss fahren die Kinder gemeinsam zur vorletzten Station der Milch: in den Supermarkt. Marielle kauft Sahne. „Die haben wir selten zu Hause“, sagt sie. Die Sahne kommt gegen Mittag bei der letzten Station an: auf dem Küchentisch. Marielle ist begeistert von den zwei Tagen. Ihr Highlight? „Die Kälbergeburt“, sagt sie wie aus der Pistole geschossen. Auch Ingo Waschkau, Geschäftsführer des KJR, zieht eine positive Bilanz: „Die Kinder haben etwas erlebt und dabei gar nicht gemerkt, wie viel sie gelernt haben. Die Aktion werden wir im nächsten Jahr wieder anbieten.“

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erstellt am 12.Aug.2016 | 22:00 Uhr

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