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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 11:50 Uhr

Kurt Desselmann im Interview : Der Vorsitzende des Vereins Pinneberger Kinderspricht über sein Engagement für den Nachwuchs

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Desselmann erklärt auch, warum der Verein weiterhin auf Spenden angewiesen ist.

Pinneberg | Kurt Desselmann ist seit Februar 2015 Vorsitzender des Vereins Pinneberger Kinder. Im Interview mit www.pinneberger-tageblatt.de erklärt Desselmann unter anderem, was ihm sein soziales Engagement bedeutet und wie der Verein noch mehr bewegen kann.

Was macht der Verein Pinneberger Kinder?
Kurt Desselmann:
Wir setzen uns für das Wohl der Kinder in Pinneberg und Umgebung ein und unterstützen etliche Projekte, mit denen Jungen und Mädchen aus sozial schwachen Familien geholfen wird. Niemand soll ausgegrenzt werden, weil seine Eltern nur wenig Geld haben. Den Verein gibt es schon seit April 1998. Wir sind also vor Kurzem volljährig geworden.

Was für Projekte werden gefördert?
Wir ermöglichen unter anderem Kindern, das Schwimmen zu lernen, obwohl ihre Eltern sich die Kursgebühren nicht leisten können. Dafür werden seit drei Jahren Gutscheine an die Kindergärten weitergegeben. Dort weiß man ganz genau, wer auf die Hilfe angewiesen ist. Das Projekt kostet pro Jahr etwa 10.000 Euro. Außerdem unterstützen wir das Geschwister-Scholl-Haus, um dessen Arbeit für Kinder und Jugendliche und den Einsatz für Flüchtlinge zu unterstützen. Auch andere Jugendtreffs wie der Club Nord und der Komet erhalten Gelder von uns, um zum Beispiel die Einrichtung oder Gesellschaftsspiele zu finanzieren. Es gibt etliche Anliegen, die uns wichtig sind. Unterricht für Kinder mit Leseschwäche, Essenszuschüsse, Vereinsbeiträge, Gelder für Klassenfahrten und Ausflüge, interkulturelle Verständigung, Sprachförderung – wir springen dort ein, wo Not am Mann ist. Die Vereine, Kindergärten und Schulen sprechen uns an, wenn etwas gebraucht wird.

Wie sieht es mit Veranstaltungen aus?
Wir unterstützen den Pinneberger Kindertag und „Wake Up Pi“. Beides findet immer im September statt. Kinder müssen sich in unserer Gesellschaft wohl fühlen. Solche Veranstaltungen tragen dazu bei, dass das hier der Fall ist. Pinneberg ist eine schöne Stadt. Wir wollen einen Beitrag leisten, damit das so bleibt.

Wie gelingt die Finanzierung der Projekte?
Wir sind auf Spenden angewiesen. Bei derzeit 18 Mitgliedern reichen die Beiträge nicht aus, um etwas zu bewegen. Je mehr Spenden wir erhalten, desto mehr Gutes kann der Verein tun.

Was bedeutet Ihnen das Engagement?
Es ist einfach schön zu sehen, dass man helfen kann. Wenn ich den Jungen und Mädchen zum Beispiel beim Schwimmen zuschaue und sehe, mit welcher Begeisterung sie dabei sind, bin ich glücklich. Kinder sind unsere Zukunft und für die müssen wir etwas tun. Vor allem Musik, Schwimmen und überhaupt Sport sollten schon früh gefördert werden. Das hat für das gesamte spätere Leben eine Bedeutung.

Wieso engagieren Sie sich?
Ich wollte schon als Kind etwas bewegen und gestalten. Deshalb war ich auch Klassen- und Schulsprecher. Es ist mir wichtig, Verantwortung zu übernehmen und für andere da zu sein. Daher habe ich mich schon in vielfältiger Weise engagiert. Vorsitzender des VfL Pinneberg und des Kreissportverbands, Schiedsrichter, Lehrwart des Hamburger Fußball-Verbandes – ich habe dort geholfen, wo ich gebraucht wurde. Momentan bin ich nicht nur Vorsitzender des Vereins Pinneberger Kinder, sondern auch stellvertretender Vorsitzender des Kreissportverbandes.

Kurt Desselmann (80) wuchs in Hamburg auf und zog 1969 nach Pinneberg. Vor seinem Ruhestand arbeitete der gelernte Bankkaufmann bei der Dresdner Bank. Desselmann ist verheiratet und hat eine Tochter. In den vergangenen Jahrzehnten hat er sich in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich engagiert und war unter anderem Vorsitzender des VfL Pinneberg und des Kreissportverbands, Schiedsrichter, Lehrwart des Hamburger Fußball-Verbandes sowie bürgerliches Mitglied des städtischen Sport- und des Finanzausschusses sowie des Kreis-Sportausschusses. Momentan ist er Vorsitzender des Vereins Pinneberger Kinder und stellvertretender Vorsitzender des Kreissportverbands. Zudem ist Desselmann Ehrenvorsitzender des VfL Pinneberg. Für seine Arbeit ist der Verein Pinneberger Kinder auf Spenden angewiesen. Spenden können auf Konten bei der Volksbank Pinneberg-Elmshorn (IBAN Nr: DE32 2219 1405 0002 0000 00) und bei der Sparkasse Südholstein (IBAN Nr DE07 2305 1030 0002 3760 77) überwiesen werden.

Wie sind Sie zu der Aufgabe beim Verein Pinneberger Kinder gekommen?
Ich war lange bei den Pinosauriern aktiv. Zu denen hatten sich ehemalige Politiker und Unternehmer zusammengeschlossen, um Kindern in Pinneberg zu helfen. Die Pinosaurier gibt es aus Altersgründen nicht mehr. Deshalb freute ich mich, als Traudchen Perrefort und Susan Burmester fragten, ob ich den Vorsitz des Vereins Pinneberger Kinder übernehmen möchte. Wir drei bilden nun gemeinsam den Vorstand. Ich finde es schön, dass ich auch mit 80 Jahren noch etwas leisten kann.

Ist der Hilfsbedarf aus Ihrer Sicht größer geworden?
Ich glaube schon. Ich habe den Eindruck, dass auch im Kreis Pinneberg die Armut größer wird. Es wird für viele Familien immer schwieriger, alles zu bezahlen. Dabei handelt es sich nicht nur um Hartz-IV-Empfänger. Es ist ein Problem, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter auseinander geht.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft des Vereins?
Dass wir weiter helfen können. Dafür sind wir auf Spenden angewiesen. Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, dass Kinder und Jugendliche gefördert werden. Städte und Gemeinden haben dafür kaum noch Geld übrig. Deshalb brauchen wir Organisationen, die ehrenamtlich für die Stadt und ihre Bewohner etwas leisten. Pinneberg kann stolz sein, dass es dort viele Menschen gibt, die sich um andere kümmern. Das macht eine Stadt lebenswert. Eine Gemeinschaft funktioniert nur, wenn sich andere dafür einsetzen.

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erstellt am 26.Mai.2016 | 16:36 Uhr

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