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Pinneberger Tageblatt

11. Dezember 2016 | 01:25 Uhr

Edgar Haßfurther im Interview : Der scheidende Vorsitzende der VfL-Spartenabteilung über die Zukunft der Silbernen Rose und seine Pläne

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Im Interview erklärt er unter anderem, was er sich für die Zukunft der Abteilung und der Silbernen Rose wünscht.

Pinneberg | Pinneberg Edgar Haßfurther hört im April als Vorsitzender der Tanzsportabteilung im VfL Pinneberg auf. Auf der gestrigen Jahreshauptversammlung stellte er sich nicht mehr zur Wiederwahl. Zum 1. August geht es nach Griechenland. Im Interview erklärt er unter anderem, was er sich für die Zukunft der Abteilung und der Silbernen Rose wünscht.

Was ist der Grund für Ihren Rücktritt?
Edgar Haßfurther:
Ich habe das Amt lange ausgeübt. Irgendwann müssen auch einmal Jüngere ran. Zudem stört es mich, dass man häufig betteln muss, wenn Hilfe gebraucht wird. Das Ehrenamt wird gern mit Füßen getreten. Ich hatte eigentlich versprochen, dass ich nach meinem Rückzug als stellvertretender Vorsitzender meinen Nachfolger einarbeite. Das ist nun leider nicht möglich, weil meine Frau und ich uns ein Haus in Griechenland erst einmal mieten und später voraussichtlich auch kaufen wollen.

Wie äußert es sich, dass das Ehrenamt mit Füßen getreten wird?
Es gibt leider ein paar wenige Mitglieder, die die geleistete Arbeit nicht würdigen und immer etwas zu meckern haben. Dabei müssten sie es teilweise eigentlich besser wissen, weil sie selbst schon ehrenamtlich tätig waren. Ein Problem ist auch, dass es immer schwieriger wird, Sponsoren zu gewinnen. Ein Ehrenamt soll Spaß bringen, ist aber leider häufig mit Ärger verbunden.

Was bleibt Ihnen besonders in Erinnerung?
Die Silberne Rose wird mir natürlich immer in Erinnerung bleiben. Schön war auch, dass ich einen Wunsch meines Vorgängers Gerd Stockmann erfüllen konnte. Der hat von einer Formation in der Tanzsportabteilung geträumt. Die haben wir seit zwei Jahren. Zwischen den Formationen und den Einzeltänzern liegen Welten. Bei den Formationen ist Gemeinschaftsdenken erforderlich. Im Einzel hat jeder nur seinen eigenen Erfolg im Blick.

Bleiben Sie der Silbernen Rose treu?
Bei der Gestaltung der kommenden Silbernen Rose werde ich sicherlich noch unterstützend unter die Arme greifen. Wenn man mich fragt, würde ich mich auch überreden lassen, für die Moderation nach Pinneberg zu kommen. Griechenland ist ja nicht aus der Welt. Bei der diesjährigen Veranstaltung habe ich mir einen persönlichen Wunsch erfüllt und den Deutschen sowie den Weltmeister nach Pinneberg geholt. Das war fantastisch.

Wie hat sich die Veranstaltung in den vergangenen Jahren entwickelt?
In den vergangenen Jahren hat man leider vergessen, ein jüngeres Publikum anzusprechen. Die Älteren gehen irgendwann nicht mehr hin, weil sie nicht mehr können oder wollen. Inzwischen ist der Punkt eingetreten, dass der Kartenverkauf schwieriger ist. Ein Problem ist zudem, dass viele keine Lust mehr auf Anzüge oder Smoking haben. Gerade viele Jüngere wollen lieber Party machen und haben mit Eleganz nur wenig am Hut. Vielleicht wäre es deshalb sinnvoll, ein kleines Stück herunterzufahren. Die Zeit der typischen Galas ist wohl vorbei.

Hat die Silberne Rose langfristig eine Zukunft?
Wenn man sich Mühe gibt, auf jeden Fall. Ich schlage vor, die Sportlerehrung der Stadt mit der Silbernen Rose zu kombinieren. Ich könnte mir vorstellen, dass an einem Abend die breite Masse der Sportler geehrt wird. Die herausragenden Sportler könnten am kommenden Tag im Rahmen eines Balls ausgezeichnet werden, bei dem auch das Turnier um die Silberne Rose ausgerichtet wird. Dadurch würde man ein neues Publikum gewinnen. Dazu wäre der Rahmen für die Ehrung der besonders erfolgreichen Sportler exklusiver.

Was macht den Reiz der Silbernen Rose aus?
Die Mischung aus Ball und Sport. Auf der einen Seite kann dort jeder tanzen. Dazu wird noch ein hochkarätiges Turnier ausgerichtet.

Edgar Haßfurther (67) ist seit sechs Jahren Vorsitzender der Tanzsportabteilung im VfL Pinneberg, stellt sich aber nicht mehr zur Wiederwahl. Er ist verheiratet, wohnt in Appen und war vor dem Ruhestand als IT-Leiter tätig.

Wie ist die Situation in der Tanzsportabteilung?
Zwar haben wir Mitglieder verloren, aber die Situation ist immer noch positiv. Das ist auch unseren erfolgreichen Turnierpaaren und der Formation zu verdanken. Aushängeschilder helfen dabei, Nachwuchs zu gewinnen. Ich würde mir grundsätzlich wünschen, dass beim VfL Pinneberg die einzelnen Abteilungen enger zusammenrücken und nicht jeder nur die eigene Sportart im Blick hat. Wir sind schließlich alle Teil des VfL. Es spricht auch nichts dagegen, zum Beispiel einen Tag zu tanzen und an einem anderem im Fitnessbereich aktiv zu sein. Das könnte Zusammenhalt und gegenseitiges Verständnis erhöhen.

Wie geht es mit der Tanzsportabteilung weiter?
Wahrscheinlich bietet die Abteilung demnächst auch HipHop und Videoclips an. Dank einer Tanzlehrerin können wir damit vielleicht sogar an die Schulen gehen. So besteht die Möglichkeit, noch mehr Jugendliche an den Tanzsport heranzuführen.

Was bereitet Ihnen persönlich am Tanzen Freude?
Ich finde es spannend, mich zur Musik zu bewegen. Und dazu kommt: Da ich führe, muss meine Partnerin das tun, was ich will. Ich habe selbst eine Zeit lang unterrichtet. Mein scherzhafter Standardspruch in Richtung der Herren war: „Freut Euch, jetzt habt Ihr mal anderthalb Stunden das Sagen.“ Es lohnt sich auf jeden Fall, mit dem Tanzen anzufangen. Bewegung zur Musik ist gesund und entspannt.

Verfolgen Sie im Fernsehen auch „Let‘s dance“?
Ja. Ich finde, dass eine solche Show gut fürs Tanzen ist. Viele Menschen schauen sich die Sendung an und ein paar wollen sich dann auch einmal selbst auf der Tanzfläche ausprobieren. Die Leute müssen sich allerdings davon verabschieden, dass sie innerhalb kurzer Zeit so gut wie die Prominenten in der Show sind. Die trainieren mindestens sieben Stunden am Tag. Das schafft man privat gar nicht.

Was zeichnet die Tanzsportabteilung des VfL aus?
Wir haben das große Glück, dass wir in der Lage sind, sehr häufig Turniere auszurichten und immer noch Sponsoren haben, die uns dabei unterstützen. Dadurch sind wir in der Öffentlichkeit präsent. Eine bessere Werbung gibt es für die Abteilung nicht.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 14:00 Uhr

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