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Pinneberger Tageblatt

10. Dezember 2016 | 17:47 Uhr

Der Regio-Express fährt weiter vorbei

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

fahrplanwechselMehr Direktverbindungen nach Kiel verzögern sich um weiteres Jahr / Umsteigezeit von S- zur Nordbahn knapper

Schleswig-Holsteins Verkehrsminister Reinhard Meyer (SPD) hatte am 14. September bei seinem Besuch in Pinneberg noch Hoffnungen geweckt, als er für 2017 mehr Regionalexpress-Halte in Pinneberg ankündigte (unsere Zeitung berichtete). Doch jetzt steht fest: Weitere Direktverbindungen nach Kiel werden laut dem Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH) auch im kommenden Jahr ausbleiben. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember:

>  Warum verzögern sich die RE-Halte weiter? Die benötigten Doppelstocktriebwagen sind immer noch nicht da. Der Bahnhersteller Bombardier liefert nicht. Mittlerweile ist er zwei Jahre im Verzug: Die neuen Züge sollten eigentlich bereits im Dezember 2014 einsatzbereit sein. Auf Nachfrage unserer Zeitung begründet Bombardier dies mit „aufwendigen Anpassungen sowie umfangreichen Neukonstruktionen aufgrund der erhöhten Anforderungen an die Sicherheit im Schienenpersonenverkehr“. Sprecher Andreas Dienemann zufolge soll die Auslieferung der Triebwagen nun im kommenden Jahr erfolgen. Im Fahrplan für 2018 könnten dann endlich wieder mehr Regionalexpress-Halte stehen.

> Warum sind die zusätzlichen Halte an spezielle Fahrzeuge gebunden? Die neuen Doppelstocktriebwagen werden in Schleswig-Holstein jetzt erst eingeführt. Sie sind spurtstärker und dadurch schneller. Zusätzliche Halte von etwa drei Minuten können laut Nah.SH-Sprecher Dennis Fiedel erst in den Fahrplan integriert werden, wenn die Züge schneller sind.

> Warum hält der Regional-Express (RE70) Hamburg – Kiel seit 2014 nicht mehr in Pinneberg? Weil die Regional-Expresszüge zu stark ausgelastet waren. Besonders ab Elmshorn in Richtung Hamburg, Fiedel spricht vom „größten Infrastruktur-Nadelöhr in Schleswig-Holstein“. Aufgrund des A7-Ausbaus erwartete die Nah.SH, dass weiter viele Menschen auf den öffentlichen Nahverkehr ausweichen würden und reagierte, indem sie die Schnellverkehre, die den Norden Schleswig-Holsteins mit Hamburg verbinden, von den Stadt-Umlandverkehren südlich von Elmshorn trennte. Hier ist seit Dezember 2014 die Nordbahn unterwegs.

> Warum soll es in Zukunft wieder RE-Halte geben? Pinneberger haben seit 2014 keine Direktverbindung in die Landeshauptstadt, viele nutzten diese aber. Deshalb liegt der Fokus bei den Regionalexpress-Halten Fiedel zufolge auf der Verbesserung der Verbindung Richtung Norden. Ob die Regionalbahn Hamburg-Kiel dann nur in Richtung Norden in Pinneberg hält, steht noch in den Sternen. „Genaue Planungen sind noch nicht ersichtlich“, sagt Fiedel. Fest steht: Mit den schnelleren Zügen wird ein Halt wieder möglich. Derzeit halten morgens in der Kreisstadt zwei Züge nach Kiel, abends stoppen sie nach 22 Uhr wieder am Pinneberger Bahnhof.

>  Was wird sich mit dem neuen Fahrplan Mitte Dezember verändern? Die Umsteigezeit von der S-Bahn zur Nordbahn Richtung Norden wird in Pinneberg knapper. Sie verringert sich laut Fiedel von drei auf zwei Minuten, bei einigen Verbindungen sogar auf nur eine Minute. Der Grund seien die Bauarbeiten im S-Bahn-Netz, konkret: der Bau des neuen Bahnhofs Hamburg-Elbbrücken.

> Viele Züge haben Verspätung. Wird sich das mit dem neuen Fahrplan verbessern? Laut Nah.SH nicht. Die Verbindung zum Hauptbahnhof über Hamburg Dammtor mit einem nutzbaren Gleis je Richtung sei in der Hauptverkehrszeit sehr stark durch den Fern-, Güter- und Nahverkehrszüge ausgelastet. Dadurch übertrügen sich Verspätungen einzelner Züge schnell auf andere. Hinzu kommen Bauarbeiten, durch die sich die Situation auch in den kommenden Monaten Fiedel zufolge nicht entspannen wird.

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erstellt am 26.Nov.2016 | 16:00 Uhr

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