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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 16:36 Uhr

Rellingen : Der Ortskern soll wiederbelebt werden

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Zahlreiche Objekte sind bei Ausgrabungen in Rellingen entdeckt worden. Eine Infotafel informiert zur Geschichte des Gebäudes „Schmidts Weinstuben“.

Rellingen | Sieben Jahre lang passierte Am Markt 4/6 in Rellingen nichts. Das marode Gebäude der etwa 300 Jahre alten „Schmidts Weinstuben“ war nicht mehr zu retten und so rückten im Juli 2012 die Bagger an. Der Rellinger Reeder, Logistiker und CTP-Chef Thomas Pötzsch erwarb das Grundstück und ließ aufwendige Grabungen durchführen, um historische Fundstücke zu sammeln und außerdem Materialien des Gebäudes wie beispielsweise Türen, Verzierungen und Eichenbalken erhalten zu können.

Die Ergebnisse der Ausgrabungen sowie die weitere Planung wurden nun in einem Buch von dem Unternehmen CTP zusammengefasst. Für die Rellinger gibt es auch etwas Besonderes: Pötzsch weihte nun mit Gästen und Interessierten eine Infotafel an dem Grundstück Am Markt 4/6 ein. „Die Tafel soll als eine Art Lehrpfad dienen. Sie zeigt die Entwicklungen auf dem Grundstück“, erklärte Pötzsch während der Präsentation. Er hoffe, dass die Installation auf reges Interesse der Bürger stoßen wird. „Wir möchten gemeinsam mit den Rellingern den historischen Ortskern wiederbeleben“, betonte der CTP-Chef. Dafür möchte er in den nächsten Jahren Vorschläge und Konzepte sammeln und gemeinsam diskutieren. Er könne sich jedoch sehr gut vorstellen, die alten Türen, Verzierungen und Eichenbalken in einem modernen Gebäude zu integrieren.

Die Infotafel am Marktplatz 4/6 soll Rellinger Bürger als Leitfaden durch die Geschichte des Geländes führen.
Die Infotafel am Marktplatz 4/6 soll Rellinger Bürger als Leitfaden durch die Geschichte des Geländes führen. Foto: Hofmann
 

Derzeit sind eine Grünanlage und einige Parkplätze auf dem Grundstück entstanden. „Wir haben eine sehr positive Resonanz von den Anwohnern erhalten“, betonte Pötzsch. Zwei Monate lang wurde unter der Leitung der Expertin vom Landesamt für Archäologie Anke Schröder auf dem Grundstück gegraben und ausgewertet. Die Funde wurden nach Materialien getrennt und nach Befundzugehörigkeit in 129 Fundeinheiten zusammengefasst. „Es ist ein echter Arbeitsfleck gewesen mit sehr viel Kultur“, sagte Wieland Witt vom Verein für Heimatkunde Rellingen und Umgebung.

Fast sechs Jahre lang standen die ehemaligen „Schmidts Weinstuben“ im Rellinger  Ortskern leer.
Fast sechs Jahre lang standen die ehemaligen „Schmidts Weinstuben“ im Rellinger Ortskern leer. Foto: CTP
 

Zu den ältesten Fundstücken zählt ein Holzbalken, der von den Experten auf 1100 datiert wurde. Anhand zahlreicher gesammelten Gegenstände stellt Witt die These auf, dass „um 1100 und 1200 in Rellingen der Teufel los war“.

Für die Ausgrabungen und Rettung der archäologischen Funde musste das Rellinger Unternehmen Kosten in Höhe von etwa 45  000 Euro aufwenden. „Es lohnt sich, den Dingen auf den Grund zu gehen. Jedes Stück für sich erzählt uns eine Geschichte“, unterstrich das „Rellinger Gewissen“ Witt. Das Buch „Zeitzeuge Rellingen – Ein Blick in die Historie des alten Stadtkerns von Rellingen“ liegt im Rathaus an der Hauptstraße kostenlos aus. CTP hat eine Auflage von 1000 Stück drucken und binden lassen.

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