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Ortsgruppe Pinneberg : Der Nabu stockt den eigenen Besitz auf

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bewirtschaftet werden inzwischen etwa 45 Hektar Land. Das meiste ist im eigenen Besitz, etwa fünf Hektar sind gepachtet.

Pinneberg | Hinter den Mitgliedern des Pinneberger Naturschutzbundes (Nabu) liegt das vielleicht arbeitsreichste Jahr seit Gründung der Ortsgruppe. „Wir haben uns ziemlich verausgabt mit den gut 1000 ehrenamtlich geleisteten Arbeitsstunden“, sagte Vorsitzender Uwe Langrock im Gespräch. Der Grund für den hohen Zeitaufwand liegt weniger in der Verwaltung der 876 Mitglieder, sondern vor allem im wachsenden Grundbesitz der Ortsgruppe. „Wir bewirtschaften inzwischen etwa 45 Hektar Land. Das meiste ist in unserem Besitz, etwa fünf Hektar sind gepachtet“, so Langrock. Insbesondere für ihn bedeutet das, jeden Tag für den Naturschutz im Einsatz zu sein, mindestens drei Stunden, oft genug sogar acht und mehr.

Während der jüngsten Hauptversammlung zog Langrock eine beeindruckende Bilanz, die geprägt ist von unzähligen Tagesexkursionen und Kurzreisen, Sonderveranstaltungen wie Vorträgen und Abendführungen, der Überarbeitung der Homepage, der Herausgabe eines neuen Faltblatts sowie der Arbeit in der und für die Natur. Dabei kommt dem Ankauf von Flächen eine besondere Bedeutung zu. „Uns liegt vor allem daran, an unseren Besitz angrenzende Flächen zu kaufen“, so Langrock. Auch in diesem Jahr soll die Nabu-Fläche wachsen.

Die Anstrengungen der ehrenamtlichen Helfer haben in erster Linie das Ziel, Wiesen- und Moorflächen zu renaturieren und so die Lebensgrundlage für seltene Tier- und Pflanzenarten zu verbessern. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf den Wiesenvögeln, dem Amphibienschutz und, ganz neu, auf den Fischottern. Dafür hat der Nabu in zwei Schritten rund drei Hektar feuchtes Land in Appen gekauft. Die Helfer weiteten das Gebiet aus, vertieften es und legten Mulden an, in denen sich inzwischen Wasser sammelt. Platz für den Fischotter, falls er denn irgendwann auch den Kreis Pinneberg erobert. „Er ist unter anderem aus Dänemark inzwischen nach Schleswig-Holstein eingewandert und steht praktisch vor unserer Haustür.“ Wenn er diese Tür öffnet, will der Nabu vorbereitet sein. Zur Projektarbeit gehört allerdings auch der Vertragsnaturschutz. In Kooperation mit verschiedenen Landwirten grasen auf ausgesuchten Flächen inzwischen sowohl Schafe als auch Robustrinder, die die Naturschützer im Kampf gegen den Riesenbärenklau unterstützen. Der Nabu profitiert von dieser Zusammenarbeit in doppelter Hinsicht, nämlich auch finanziell. Pachteinnahmen und eine Gebühr für Aufstellung und Wartung der Zäune spülen Geld in die Kasse der Pinneberger Ortsgruppe. Und das braucht der Verein dringend, damit die Landkäufe überhaupt möglich sind. Hinzu kommen neben den Mitgliedsbeiträgen Sponsorengelder, Spenden und Fördermittel.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 16:30 Uhr

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