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Pinneberger Tageblatt

09. Dezember 2016 | 01:07 Uhr

Herrscher über 80.000 Bienen : Der Kreis fördert ein Bienen-Schulprojekt

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Klimaschutz: Der Kreis Pinneberg fördert Projekt an der Johann-Comenius-Schule in Thesdorf. 15 Kilo Honig geerntet.

Pinneberg | Schutzkleidung muss sein, obwohl erst ein Schüler gestochen wurde: In hell-beigen Anzügen stecken Biologielehrerin Marlin Rothe und ihre Schüler Linus (14), Milena (14), Marie (12) und Rahel (9). Sie machen sich auf den Weg in den Schulgarten. Dort wird der Imkerhut mit Schleier aufgesetzt. Ein leises Summen ist zu hören. Insgesamt 80.000 fleißige Bienen leben dort in drei Stöcken. Rothe zieht eine Wabe zur Demonstration heraus. Das Klimaschutzprojekt„Bienen im Schulgarten“ an der Johann-Comenius-Schule in Thesdorf: „Förderwürdig“, befand die AG Klimaschutz des Kreises Pinneberg und finanzierte es mit 250 Euro. Davon wurden Ausrüstungsgegenstände gekauft wie Harken oder Abkehrbesen für das Wachs.

Im Schuljahr 2016/2017 unterstützt der Kreis Pinneberg erneut Projekte. Auch Jugendgruppen in Vereinen und Verbänden können sich erstmals bewerben. Jährlich werden 1500 Euro zur Verfügung gestellt.

„Die Bienen leisten einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt in unserer Region“, begründete Cornelia Maßow, stellvertretende Vorsitzende der AG, die positive Entscheidung des Auswahlgremiums. Sie und ihre Kolleginnen waren gestern vor Ort, um sich ein Bild zu machen, wie sich das Projekt in den vergangenen Monaten entwickelt hat. Zuvor hatte die Schule bereits erfolgreich an dem Projekt „Sommerbienen“ der Imkerschule Bad Segeberg teilgenommen, berichtet die Lehrerin.
Der Erfolg an der Gemeinschaftsschule kann sich sehen lassen. Die Bienenstöcke stehen neben einer Obstwiese. „Der Apfel-Ertrag ist gestiegen“, berichtet Marlin Rothe, die für das Schul-Projekt bei einem Imker „in die Lehre“ gegangen ist, um ihr Wissen über Bienen zu erweitern. Auch die Schüler haben vieles gelernt: Bienen übernehmen mit der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen eine wichtige Aufgabe.

Den ersten eigenen Honig konnten die Teilnehmer bereits ernten: insgesamt 15 Kilo leckeren Wildblütenhonig. Der positive Nebeneffekt des Projekts, an dem bis zu maximal zwölf Schüler teilnehmen und das immer nachmittags bis 16 Uhr stattfindet, sei die fächerübergreifende Zusammenarbeit. „Ein Schüler ist allergisch gegen Bienenstiche. Er hat das Marketing übernommen“, sagt die Biologielehrerin. Eine Schülerfirma ist geplant, und das Baumschulmuseum hat wegen einer Kooperation angefragt.

„Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben“, hat Albert Einstein einmal gesagt. Dass es dazu nicht kommt, dafür wollen die Biologielehrerin und die Schüler sorgen. Verantwortlich für das Bienensterben ist der Varroa-Virus. „Wir bekämpfen ihn mit Ameisensäure“, sagte die Lehrerin.

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erstellt am 08.Sep.2016 | 16:00 Uhr

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