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Pinneberger Tageblatt

08. Dezember 2016 | 15:24 Uhr

Heinestraße : Der große Sozialwohnungs-Coup

vom
Aus der Redaktion des Wedel-Schulauer Tageblatts

Rund 130 geförderte Wohneinheiten: Adlershorst plant Sanierung und Verlängerung der Bindung sowie Neubau.

Wedel | Das Projekt Heinestraße – ein Vorhaben zum Erhalt und zur Schaffung von gefördertem Wohnraum im großen Stil, geplant von der Norderstedter Baugenossenschaft Adlershorst. Während der Einwohnerversammlung deutete Bürgermeister Niels Schmidt (parteilos) an, dass sich im Nordosten der Stadt einiges tun könnte auf Wedels Sozialwohnungsmarkt. Auf Tageblatt-Nachfrage erläuterte Adlershorst-Vorstand Uwe Wirries gestern die Pläne, die insgesamt rund 130 Sozialwohnungen schaffen respektive sichern sollen. Investitionsvolumen: rund 22,4 Millionen Euro.

Das Projekt hat zwei Komponenten: Neubau und energetische Modernisierung, letztere in einer Form, die erhaben ist über den Verdacht einer Luxussanierung, der so gern schnell im Raum steht. Zentrales Objekt in Sachen Modernisierung ist laut Wirries der Komplex Heinestraße 8 bis 24. Mehrfamilienbauten, errichtet 1973, 152 Wohneinheiten, 83 davon öffentlich gefördert. Problem: Bereits vor zwei Jahren war die Mietpreisbindung abgelaufen. Statt frei zu vermieten, hat die Baugenossenschaft nochmal verlängert. Neues Auslaufdatum: 30. Juni 2017. Auch das will Adlershorst kippen und verlängern, diesmal langfristig.

22,4 Millionen Euro Investitionsvolumen

Der Plan: Alle Wohnungen werden energetisch saniert. Wirries nennt Dach, Fenster, Fassaden, Heizung, Treppenhäuser und auch Außenanlagen als Baustellen. Am Ende gilt für die Mieter: Wer einen Wohnberechtigungsschein – also die Berechtigung zum Bezug öffentlich geförderter Wohnungen – hat, für den gilt auch nach der Sanierung weiter die übliche Nettokaltmiete von 5,80 Euro.

Möglich ist dies laut Wirries dank einer Vereinbarung mit der Investitionsbank über einen Zinsvorteil für den Mietanteil, der Adlershorst im Vergleich zu Wohnungen ohne Preisbindung entgeht. Der Baugenossenschafts-Vorstandssprecher betont indes, dass auch für Menschen ohne Berechtigungsschein lediglich eine moderate Mietpreiserhöhung zu erwarten sei. Mit rund einem Euro nutze Adlershorst den üblichen gesetzlichen Rahmen bei weitem nicht aus, so Wirries. Die Pläne gelten auch für die Heinestraße 30 mit nochmals 56 Bestandswohnungen, von denen neun gefördert sind. Angesetzte Gesamtkosten: 11,3 Millionen Euro.

Der halbrunde Bau in der Heinestraße 30 soll saniert werden. Auf dem Parkplatz daneben ist ein geförderter Neubau mit 56 Wohneinheiten geplant.

Der halbrunde Bau in der Heinestraße 30 soll saniert werden. Auf dem Parkplatz daneben ist ein geförderter Neubau mit 56 Wohneinheiten geplant.

Foto: Gabriel
 

Daneben plant Adlershorst einen Neubau auf dem Parkplatz- und Garagen-Areal ihrer Anlage. In dem Siebengeschosser sollen weitere 56 Wohnungen mit öffentlichen Fördermitteln entstehen. Als Ersatz für die Stellflächen werden eine Tiefgarage mit 77 Plätzen sowie weitere oberirdische 66 Parkplätze dienen. Kalkulierte Kosten: 11,1 Millionen Euro. Aktuell erarbeitet Adlershorst Lösungen, um während der Bauzeit auf dem Gelände Parkmöglichkeiten zur Verfügung stellen zu können.

Wirries rechnet bei diesem Modell am Ende mit einem Sozialwohnungsbestand von insgesamt rund 130 Einheiten. Erfahrungsgemäß würden rund 60 Prozent der Mieter im Bestand aktuell noch einen Berechtigungsschein erhalten, erläutert der Vorstandschef. Nach positiver Bauvoranfrage ist bereits ein Antrag für den Neubau gestellt. Baubeginn soll im Frühjahr 2017 sein. Bereits mit Beginn des kommenden Jahres möchte Adlershorst mit der Sanierung starten. Geht alles glatt, könnte das Projekt Heinestraße dann im Sommer 2018 abgeschlossen sein.

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erstellt am 23.Nov.2016 | 12:00 Uhr

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