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Brutröhren in Tangstedt : Der Eisvogel soll an der Wulfsmühle nisten

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Der Verein Naturfreunde Pinneberg und der Golfclub kooperieren. Bruthöhlen für geschützte Art.

Tangstedt | Es war ein Gespräch zwischen Kurt Schindler und Christina Druve, das den Stein ins Rollen brachte: Das engagierte Mitglied des Vereins Naturfreunde Pinneberg und die Golfclub-Besitzerin unterhielten sich über Naturschutz. „Oft sind auf Golfplätzen nur Monokulturen zu finden – aber hier hat mich Christina Druve eines Besseren belehrt“, sagte Schindler.

Während eines Vorort-Termins mit weiteren Mitgliedern des Vereins, darunter auch der Vorsitzende Rainer Naujox, begutachteten sie gemeinsam mit Druve und ihrem Mann Antonio Saravia, der die Gaststätte Zur Wulfsmühle betreibt, zwei Bruthöhlen, die der Verein aufgestellt hat. Es handelt sich dabei um besondere Konstruktionen, die einen selten gewordenen Gast anlocken sollen: Den Eisvogel.

„Diese Tiere sind sehr scheu, es braucht viel Geduld, um sie anzusiedeln“, erklärte Schindler. Einmal ansässig, kehrten die Vögel jedoch immer wieder zu ihnen bekannten Brutröhren zurück, erläuterte der Experte. „Am Besten ist es, wenn die Tiere im Brutzwang sind und keine andere Möglichkeit finden – dann brüten sie im Notfall auch schon mal in Abwasserröhren oder den Wurzeltellern umgestürzter Bäume“, erläutert Schindler das Verhalten der Tiere.

Im Wald hinter der Wulfsmühle, unmittelbar neben der Pinnau, finden die Tiere dagegen ein komfortables Heim vor: Zwei Kästen, in denen sich leicht nach oben geneigte Röhren befinden und am Ende der sogenannte Brutkessel, in dem ein Nest für die Eier gebaut wird.

Ein engmaschiges Netz sowie ein Deckel verhindern das Eindringen von Nagetieren. Zusätzlich ist der Eingang vorn mit Plastik umrundet, damit natürliche Feinde wie Marder oder Wiesel nicht eindringen können. „Normalerweise picken Eisvögel so lange an der Uferwand, bis sie eine etwa einen Meter lange Röhre gegraben haben“, sagte Schindler. Diese habe eine leichte Neigung. „Steigt der Wasserstand, fließt das Wasser aus der Röhre heraus“, erläuterte Schindler. Eisvögel können bis zu drei Gelege nacheinander ablegen. Sie bauen grundsätzlich zwei Röhren dafür. „Die erste Brut versorgen die Tiere zu zweit. Sobald die Vögel geschlüpft sind, brütet das Weibchen in der zweiten Röhre und das Männchen ist für die Fütterung zuständig“, erklärte Schindler.

Der Eisvogel ist ein beliebtes Fotomotiv.
Der Eisvogel ist ein beliebtes Fotomotiv. Foto: Ortmann
 

„Der Umweltausschuss des Kreises Pinneberg hat uns 290 Euro Zuschuss gewährt“, berichtete Naujox. Den Rest der Kosten von insgesamt knapp 1000 Euro habe der Verein bezahlt. „Zum Gesamtpaket gehören auch noch drei Hummelkästen, die wir in den nächsten Tagen hier aufstellen“, kündigte er an.

Für Druve sind die Brutkästen eine weitere Maßnahme, für Nachhaltigkeit zu sorgen. „Wir nehmen auch am Umweltmanagementprogramm des Deutschen Golf-Verbands teil“, berichtete sie. Als langjährige Jägerin engagiere sie sich seit vielen Jahren im Naturschutz.

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erstellt am 14.Mär.2017 | 16:30 Uhr

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