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Pinneberger Tageblatt

04. Dezember 2016 | 02:56 Uhr

Internationaler Star-Wars-Tag : Der Amtsdirektor des Amts Moorrege und sein spezielles Verhältnis zum Krieg der Sterne

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Darth Vader schockt die Mitarbeiter - Rainer Jürgensen liebt den Krieg der Sterne seit Kindertagen.

Kreis Pinneberg | Darth Vader verbreitet in den Star-Wars-Filmen Angst und Schrecken. „Er wirkt heute noch bedrohlich, aber 1978? Sowas gab es damals nicht“, erinnert sich Rainer Jürgensen, Amtsdirektor des Amts Moorrege, an den ersten Star-Wars-Film „Krieg der Sterne“, den der damals Zwölfjährige mit seinem Bruder im Flensburger Kino sah. Seitdem hat ihn die Weltraumsaga nicht mehr losgelassen. Wer sein Büro betritt, schaut auf ein Poster und einen Aufsteller des intergalaktischen Bösewichts. Das lebensgroße Abbild war ein Geburtstagsgeschenk seiner Frau – und sorgte selbst für Angst und Schrecken.

Der 4. Mai gilt unter Fans des Weltraumepos Star Wars als Feiertag. Grund ist ein Wortwitz. Die englische Aussprache des Datums „May, the fourth“ ähnelt dem Satz „May the force be with you“ („Möge die Macht mit dir sein“), die im Film mehrfach vorkommt.

Am Abend seines Geburtstags stellte Jürgensen die Figur in seinem Büro auf. „Meine Vorzimmerseele war auf 180 als ich morgens ins Büro kam“, erinnert sich Jürgensen. „Sie fragte ,Sind Sie verrückt?’ Ich gehe in Ihr Büro und dachte, da steht einer in der Ecke.“ Mittlerweile sei Darth Vader ein vertrautes Bild. Ebenso wie die unzähligen VW Bullis, die auf Tischen, Fensterbänken und Ablagen stehen. „Ich bin die meiste Zeit des Tages hier, da will ich mich wohlfühlen. Ich habe keine Lust auf Beamtenmief“, sagt der Amtsdirektor.

Die Star-Wars-Filme und die Serie „Enterprise“ faszinierten ihn schon immer. „Die Serie ,Enterprise’ ist grandios. Star Wars ist aber noch fesselnder“, sagt Jürgensen, der seine Begeisterung in der Faszination für den Weltraum vermutet. „Es war 1978. Man muss sich mal die Technik vorstellen. Die Effekte von damals sind heute noch brillant“, sagt Jürgensen. Viele seiner Besucher teilen die Leidenschaft. „Es gibt zwei Reaktionen. Die einen finden es nicht gut, aber die überwiegende Mehrheit fängt direkt an, über den Film zureden. Es gibt nichts dazwischen“, hat der Verwaltungsbeamte festgestellt. Für viele sei es auch ein Türöffner: „Für sie ist es der Einstieg ins Gespräch. Sie reden mit mir über Star Wars und merken, dass ich auftaue.“

38 Jahre liegt die Premiere des ersten Teils in Deutschland mittlerweile zurück. „R2D2, C3PO, Luke Skywalker – es ist faszinierend, wenn man überlegt, wie viele damit groß geworden sind“, sagt Jürgensen anerkennend. Auch in seinem Arbeitsalltag baue er hin und wieder Star Wars ein. „Am Sitzungsende sage ich häufiger den bekannten Satz ,Möge die Macht mit Euch sein.’ Ich finde das witzig“, sagt Jürgensen. Welche Eigenschaft von Darth Vader, seiner Lieblingsfigur, hätte er denn gern oder hat er? Jürgensen lacht laut auf: „Ich denke schon, dass ich einige habe, die auch beruflich zum Einsatz kommen, aber welche, verrate ich jetzt nicht. Dann werde ich nicht wiedergewählt.“ Doch habe die Figur ihm definitiv etwas vermittelt: „Manchmal muss man Härte zeigen, um an sein Ziel zu kommen und zu seinen Entscheidungen stehen.“ Denn schließlich wolle auch Darth Vader am Ende nur den Frieden in einem Krieg, den sein Mentor angestiftet hat. „Er lässt sich nur von der falschen Seite beeinflussen.“

Eine Figur, die er gar nicht mag, gibt es für Jürgensen nicht: „Ich sage jetzt nicht Jar Jar Binks. Weil meine Tochter ihn geliebt hat, mag ich ihn. Deshalb habe ich nicht den typischen Hass.“ Die langohrige Figur gehört zu den umstrittensten Charakteren der Star-Wars-Filme und sie ist als einzige mit eigenen Hass-Seiten im Internet. „Wenn ein kleines Mädchen neben einem sitzt und vor sich hingluckst, dann sieht man das doch mit anderen Augen“, stellt Jürgensen fest. Wenn die Filme im Fernseen laufen, schaue er sie immer wieder. „Meine Frau meint dann: ,Du hast sie doch auf DVD’. Aber ich denke immer, ich könnte etwas Neues entdecken.“

„Star Wars: Das Erwachen der Macht“ hat das Ziel „erfolgreichster Film aller Zeiten“ klar verfehlt. Mit etwa 8,6 Millionen Kinobesuchern war er erfolgreichster Film 2015 in Deutschland, liegt mit 102 Millionen Euro Umsatz bei den umsatzstärksten Filmen aller Zeiten in Deutschland nur auf Rang drei hinter „Titantic“ und „Avatar – Aufbruch nach Pandora“. Weltweit führt „Avatar“ mit 2,8 Milliarden Dollar vor „Titanic“ mit 2,2Milliarden Dollar Umsatz und Star Wars mit 2,1 Milliarden Dollar. Alle sieben Teile der Weltraumsaga spielten bisher insgesamt 6,5Milliarden Dollar ein.

Als um Mitternacht die Vorbestellungen für „Star Wars: Das Erwachen der Macht“ – Episode VII – freigeschaltet wurden, brach der Server zusammen. „Das ist das erste Mal überhaupt passiert“, erinnert sich Kai Bartels, Betreiber des Beluga Kinos in Quickborn und des Burgkinos in Uetersen. Am ersten Wochenende lief der Film in beiden Kinos rund um die Uhr. „Einige Freaks sind sogar um fünf Uhr morgens gekommen“, berichtet Bartels, dem vor allem ein Besucher in Erinnerung geblieben ist, der vor dem Kino seinen Campingstuhl aufgestellt hatte, um seinen Wunschplatz zu bekommen.

Kai Bartels trug bei der Premiere von Star Wars Episode VII ein Jedi-Kostüm.

Kai Bartels trug bei der Premiere von Star Wars Episode VII ein Jedi-Kostüm.

Foto: Zimmermann

„Das war schlimmer als die Premieren von Harry Potter und Twilight“, sagt Bartels über die Nachfrage. Normalerweise breche diese nach dem ersten Wochenende um 50 bis 60 Prozent ein. „In den ersten vier Wochen hatten wir noch die Zahlen wie in der Premierenwoche“, sagt der Kinobetreiber. Insgesamt lief der Film zweieinhalb Monate lang in beiden Kinos. 7300 Besucher sahen die Fortsetzung der Weltraumsaga in Quickborn. 6300 waren es in Uetersen. Zum Vergleich: Der im vergangenen Jahr veröffentlichte James-Bond-Film „Spectre“ lockte in Quickborn 4500 und in Uetersen 4200 Filmfans in die Kinosessel. Bond-Darsteller Daniel Craig schlüpfte übrigens in die Rolle eines Stormtroopers.

„Das war eine wirklich große Geschichte“, bilanziert Bartels. Zwischenzeitlich wurde sein Büro zur Star- Wars-Poststelle. „Wir hatten 3D-Brillen im Star-Wars-Design, die nicht einmal Disney hatte. Die haben wir im gesamten Bundesgebiet und sogar in die Niederlande und die Schweiz verschickt.“

Die Erwartungen an den nächsten Star-Wars-Film „Rogue One: A Star Wars Story“, der zwischen den  alten Verfilmungen aus den 1970er- und 1980er-Jahren und den drei Filmen vom Anfang des Jahrtausends spielen soll, sind daher hoch. „Der Film wird einschlagen wie Episode VII und dann wird sich zeigen, wie gut der Film wirklich ist“, sagt Bartels. Bisher ist wenig über den Film bekannt, aber es wird über eine Rückkehr von Darth Vader spekuliert. „Allein das wird die Fans ins Kino locken. Ein Selbstgänger“, ist Bartels sicher. Premiere ist am 15. Dezember dieses Jahres.

Der Bau eines Todessterns, der ultimativen Waffe im Star Wars  Universum, würde etwa 193Trillionen US-Dollar kosten. Auf dieses Ergebnis kam Professor Zachary Feinstein, Experte für Finanzsteuerung, von der Washington University in St. Louis. Der Finanzguru analysierte die militärischen Ausgaben der USA, um den Wert eines Todessterns zu bestimmen. Um ihn bauen zu können, müsste das galaktische Bruttosozialprodukt bei 4,6 Trilliarden Dollar liegen. Das weltweite Bruttoinlandsprodukt betrug 2014 nur bescheidene 77 Billionen Dollar. Feinstein geht davon aus, dass das Finanzsystem im Star-Wars-Universum mittlerweile kollabiert sein müsste. Allein für die ersten drei Teile errechnete er einen wirtschaftlichen Schaden für das Imperium, die böse Seite im Film, von 515 Trillionen US-Dollar.
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erstellt am 04.Mai.2016 | 10:00 Uhr

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