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Pinneberger Tageblatt

02. Dezember 2016 | 23:18 Uhr

Integration : Den Unterricht mit Ausflügen auflockern

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Flüchtlingsgruppe besucht die Feuerwehr und den Klettergarten.

Hasloh | Jeden Dienstag und Donnerstag wird der Sitzungsraum im Hasloher Dörphus zum Klassenzimmer: Im Deutschunterricht pauken Flüchtlinge aus dem Irak, Somalia, Eritrea und Syrien Vokabeln, Grammatik und Aussprache. Die ehrenamtlichen Helfer Tessa Casper, Nele Radzuweit, Karin Duticke-Thies und Hans-Joachim Weidtmann verwenden viel Freizeit darauf, den jungen Männern die deutsche Sprache näherzubringen.

„Um das Ganz aufzulockern, organisieren wir zwischendurch Ausflüge“, berichtete Deuticke-Thies. Schließlich soll das Gelernte auch im Alltag umgesetzt werden können. Vergangenen Donnerstag war die Hasloher Feuerwache das Ziel der Gruppe. „Wehrführer Thomas Krohn und sein Stellvertreter Lars Breckwoldt haben sich ganz viel Zeit genommen“, sagte Deuticke-Thies.

Ausführlich erklärten die Brandschützer die vier Einsatzfahrzeuge und deren Ausstattung. „So konnten die Flüchtlinge viele neue Wörter und noch viel mehr über die Aufgaben und die Arbeitsweise der Feuerwehr lernen“, erläuterte Deuticke-Thies den praktischen Nutzen.

Höhepunkt sei jedoch die Fahrt im Feuerwehrfahrzeug durch den Ort gewesen. „Die beiden luden die Gruppe ein, gemeinsam die Fußballspiele der deutschen Mannschaft während der EM in der Feuerwache anzuschauen“, berichtete die ehrenamtliche Helferin.

 

Nur zwei Tage später stand ein Ausflug in den Hochseilgarten im Hasloher Pfingstwald auf dem Plan. „Der Betreiber Torsten Hedinger lud die Jungs zum kostenlosen Klettern ein“, sagte Deuticke-Thies erfreut. Bis in die höchsten Baumwipfel wagten sich allerdings nur drei Teilnehmer vor. „Sie werden mit Sicherheit am Tag danach einen ordentlichen Muskelkater gehabt haben“, sagte die Helferin.

Als nächstes stehen Besuche im Tierpark Hagenbeck, der Quickborner Stadtbücherei und dem Flughafen auf dem Programm „Wer uns dabei finanziell unterstützen möchte, kann sich gern bei uns melden“, bat Deuticke-Thies um Unterstützung. Denn bislang finanzieren die vier Ehrenamtlichen die Trips zum größten Teil aus eigener Tasche.

Und noch ein Anliegen brennt ihr unter den Nägeln: „Zwei der jungen Männer sind inzwischen als Flüchtlinge anerkannt und haben Bleiberecht – sie suchen ganz dringen eine Zwei-Zimer-Wohnung, möglichst in Hasloh oder der näheren Umgebung“, berichtete Deuticke-Thies. Beide seien sehr ehrgeizig im Deutschunterricht und in Hasloh gut vernetzt. „Sie gehen regelmäßig zum Sportverein und singen im Gospelchor mit – es wäre schade, wenn diese wertvolle Integration ins Leere laufen würde“, so ihr Appell. Die Kosten für die Unterkunft der Beiden würden von der Behörde übernommen.

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erstellt am 31.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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