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Drei Fragen an... : ...den Bundesverband der Landfrauen

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Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Als Institution im ländlichen Raum stehen die Landfrauen vor der besonderen Herausforderung, Tradition und Moderne zu verknüpfen.

Berlin | Als Institution im ländlichen Raum stehen die Landfrauen vor der besonderen Herausforderung, Tradition und Moderne zu verknüpfen. Dazu hat Brigitte Scherb, Präsidentin des Deutschen Landfrauenverbandes, drei Fragen im Kurzinterview beantwortet.

Sind Landfrauen im Jahr 2017 noch aktuell?
Brigitte Scherb:
Ja, weil wir überzeugt sind, dass Frauen im ländlichen Raum jenseits der Parteien nach wie vor Unterstützung benötigen. Zum Beispiel ist das verabschiedete Lohngleichheitsgesetz nur ein erster Schritt, aber noch lange nicht genug. Im ländlichen Raum sind Frauen stärker von Lohnungleichheit betroffen als in den Städten und zwar mit einem Anteil von 30 Prozent, zehn Prozent höher als im urbanen Raum. Typische Frauenberufe, etwa im Pflegebereich, müssen aufgewertet werden. Auch hängt es mit familienbedingten Unterbrechungen im Arbeitsleben einer Frau zusammen. Auch mit den Ursachen ungleicher Bezahlungen müssen wir uns befassen. Zudem sind wir als soziale Komponente wichtig. Besonders für alleinstehende oder verwitwete Frauen auf dem Lande sind wir ein geselliger Schutzraum in einer stark individualisierten Welt. Besonders unsere Reisen sind gefragt. Bei uns wissen die Frauen, mit wem sie hinterher im Bus sitzen. Das bestärkt. Und als Bildungsträger sind wir absolut führend mit bundesweit 125:000 Veranstaltungen mit 2,5 Millionen Teilnehmerinnen.

Wie haben sich die Schwerpunkte der Landfrauenarbeit im Laufe der Jahre verändert?
Richtig ist, dass Frauen heute nicht mehr so auf Angebote direkt vor Ort angewiesen sind. Die meisten haben heute Führerschein und ein Auto. Trotzdem haben wir weiterhin immer mehr Neuzugänge. Dahingehend müssen wir uns also nicht sorgen. Wir passen unser Bildungsangebot aber immer dem an, was aktuell oben auf der Agenda liegt. Momentan befassen wir uns  viel mit IT-Fortbildungen oder Telemedizin – Themen, die Probleme im Zusammenhang mit dem demographischen Wandel etwas abmildern sollen. Gerade jüngere Frauen fragen aber auch vermehrt wieder nach  Kulturtechniken von einst, in den Bereichen Ernährungsangebot, Küche oder Handarbeit.

Wie stellen Sie sich die Landfrauen 2030 vor?
Wir müssen aufpassen, dass wir unsere Angebote so gestalten, dass auch moderne, berufstätige Frauen daran teilnehmen können. Ansonsten werden die Landwirtschaft und der Erzeuger-Verbraucher-Dialog weiter unsere Top-Themen bleiben.

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erstellt am 21.Mär.2017 | 09:46 Uhr

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